BYD Aktie: Exporte schießen um 134,5 Prozent hoch

BYD meldet im August 440.293 Fahrzeuge und deutlich mehr Exporte. Chinas neue Regeln gelten als kaum bremsender Faktor für das Auslandsgeschäft.

Eduard Altmann ·
Moderne Elektrofahrzeuge auf einem Frachtschiff in einem internationalen Hafen bei Sonnenuntergang. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • August-Absatz erreicht 440.293 Fahrzeuge
  • Exporte wachsen um 134,5 Prozent
  • Ausland gleicht schwache Heimatnachfrage aus
  • Aktie bleibt 24 Prozent unter Jahreshoch

BYD hat im August so viele Fahrzeuge verkauft wie seit Monaten nicht mehr. Die weltweiten Auslieferungen stiegen um 17,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 440.293 Einheiten, wie Reuters berichtet. Damit setzte sich die Wachstumsserie den vierten Monat in Folge fort – getragen fast ausschließlich vom Auslandsgeschäft.

Die Exporte legten im August um 134,5 Prozent auf 189.466 Fahrzeuge zu. Das Ausland wird damit zum entscheidenden Ausgleich für die schwache Nachfrage im chinesischen Heimatmarkt, wo der Preiskampf unter Elektroautoherstellern anhält.

Bereits im ersten Halbjahr hatten die Auslandsauslieferungen um 71 Prozent auf mehr als 790.000 Fahrzeuge zugelegt und machten damit 44 Prozent des Gesamtabsatzes aus – laut Reuters-Berechnungen entfielen sogar 53 Prozent des Konzernumsatzes auf das internationale Geschäft.

Peking verschärft Regeln, ändert aber wenig

Parallel zu den starken Absatzzahlen hat die chinesische Regierung neue Leitlinien für die Auslandsgeschäfte der Autobauer erlassen. Sie verlangen die Einhaltung von Vorschriften für Auslandsinvestitionen sowie schärfere Kontrollen gegen Monopolbildung, Korruption und für soziale Verantwortung. Reuters nannte BYD dabei explizit als Beispiel für die rasante globale Expansion chinesischer Hersteller.

Der Kommentardienst Reuters Breakingviews schätzt jedoch, dass die neuen Compliance-Vorgaben aus Peking den internationalen Vormarsch chinesischer Autobauer kaum bremsen dürften – BYD wurde dort als einer der Hauptprofiteure der Branchenexpansion im Ausland genannt. Die Botschaft an Anleger ist eindeutig: Der regulatorische Rahmen wird enger, doch die Wachstumsdynamik im Export soll dadurch nicht grundsätzlich gefährdet sein.

Konkurrenzdruck auf etablierte Hersteller wächst

Auch aus der Konkurrenz kommt Bestätigung für BYDs Auslandsstrategie. Honda erklärte, chinesische Elektroautohersteller wie BYD würden in Südostasien, Lateinamerika und Europa spürbare Marktanteile gewinnen – ein Umstand, der den Wettbewerbsdruck auf etablierte Autobauer weltweit erhöhe. Diese Einschätzung eines direkten Konkurrenten unterstreicht, wie ernst die Branche BYDs internationale Expansion mittlerweile nimmt.

Die Kombination aus rekordhohen Exportzahlen und einer verbesserten Marge – die Rohertragsmarge war im ersten Halbjahr von 18,01 auf 18,85 Prozent gestiegen, getrieben maßgeblich vom Auslandsgeschäft – zeigt, dass BYD seine Profitabilität zunehmend im Ausland statt im hart umkämpften Heimatmarkt aufbaut.

Kursreaktion bleibt trotz guter Zahlen verhalten

An der Börse hat die positive Nachrichtenlage bislang keine spürbare Trendwende ausgelöst. Die Aktie schloss am Freitag bei 9,45 Euro und liegt damit rund 24 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro, das Anfang Oktober vergangenen Jahres markiert wurde. Auf Wochensicht steht ein Minus von 4,6 Prozent zu Buche.

Die Diskrepanz zwischen operativer Stärke im Auslandsgeschäft und der schwachen Kursentwicklung dürfte auch mit der enttäuschenden Umsatzentwicklung im Heimatmarkt zusammenhängen, wo die Erlöse im zweiten Quartal um 3,2 Prozent zurückgingen. Anleger scheinen abzuwarten, ob die neuen Compliance-Vorgaben aus Peking das internationale Wachstumstempo mittelfristig doch bremsen könnten – trotz der gegenteiligen Einschätzung von Reuters Breakingviews.

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BYD Aktie

8,62 EUR

+ 0,30 EUR +3,59 %
KGV 21,06
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 0,49 %
Marktkapitalisierung 664,64 Mrd. HKD
Ø Kursziel 106,28 CNY
ISIN: CNE100000296 WKN: A0M4W9

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