BYD Aktie: Exporte springen 124,3 Prozent
BYD meldet Rekordausfuhren und präsentiert E-Autos mit über 1.000 km Reichweite. Trotz operativer Erfolge bleibt die Aktie unter Druck.
Kurz zusammengefasst
- Exportrekord im Juli erreicht
- Neue Modelle mit Top-Reichweiten
- Humanoiden Roboter angekündigt
- Aktie weiterhin unter Vorjahresniveau
BYD sorgt derzeit gleich an mehreren Fronten für Schlagzeilen. Der chinesische Autobauer meldet steigende Exportzahlen, bringt neue Modelle mit Rekord-Reichweiten auf den Markt und bereitet den Auftritt seines ersten humanoiden Roboters vor. Für Anleger bleibt die Aktie trotz der operativen Fortschritte unter Druck.
Exporte legen kräftig zu, Inlandsgeschäft bleibt schwach
Im Juli verkaufte BYD nach eigenen Angaben 419.211 Neuenergiefahrzeuge im Großhandel, ein Plus von 21,76 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Es war bereits der dritte Monat in Folge mit einem Zuwachs und eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem Juni, als das Wachstum nur bei 5,46 Prozent lag.
Besonders stark entwickelte sich das Auslandsgeschäft: Die Verkäufe von Pkw und Pickups außerhalb Chinas erreichten im Juli mit 179.841 Einheiten einen Rekordwert, ein Anstieg von 124,3 Prozent im Jahresvergleich.
Auf Sicht der ersten sieben Monate 2026 zeigt sich allerdings ein anderes Bild: Von Januar bis Juli verkaufte BYD insgesamt 2.227.722 Neuenergiefahrzeuge, ein Rückgang von 10,54 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Immerhin hat sich der Rückgang gegenüber dem ersten Halbjahr, in dem noch ein Minus von 15,72 Prozent zu Buche stand, deutlich verringert. Die Kombination aus schwächelndem Heimatmarkt und starkem Auslandsgeschäft dürfte die strategische Ausrichtung des Konzerns in den kommenden Monaten weiter prägen.
Neue Modelle mit Rekord-Reichweiten
Parallel zur Absatzentwicklung treibt BYD sein Modellprogramm voran. Die Premiummarke Denza startete den Vorverkauf der neuen vollelektrischen Limousine Z9S, mit Preisen ab 319.800 Yuan (umgerechnet rund 47.100 US-Dollar).
Das Topmodell erreicht laut Hersteller eine CLTC-Reichweite von 1.100 Kilometern und markiert damit die längste Reichweite eines in Serie produzierten Elektrofahrzeugs. Die leistungsstärkste Version mit drei Motoren bringt es auf eine kombinierte Leistung von 890 Kilowatt beziehungsweise 1.194 PS und beschleunigt in 2,68 Sekunden von null auf 100 Kilometer pro Stunde.
Auch die Dynastie-Reihe wächst: Der Da Han, die erste Flaggschiff-Limousine der D-Segment-Klasse dieser Baureihe, wurde jüngst in offiziellen Bildern präsentiert und soll im August auf der Chengdu Auto Show, die vom 21. bis 30. August stattfindet, öffentlich debütieren.
Der Da Han verfügt über einen 102-kWh-Akku und soll laut Hersteller eine CLTC-Reichweite von bis zu 1.008 Kilometern erreichen. Das Modell misst 5.256 Millimeter in der Länge und 1.999 Millimeter in der Breite, bei einem Radstand von 3.130 Millimetern.
Roboter Xiao Di soll Tesla herausfordern
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte die Bestätigung von BYD gegenüber der China Securities Journal, im August im Rahmen seines Ausstellungsnetzwerks „Di Space“ einen humanoiden Roboter vorzustellen. Der Roboter trägt den Namen Xiao Di und soll künftig Kunden in Autohäusern begrüßen – als direkter Konkurrent zu Teslas Optimus.
Konzern-Vizepräsidentin Stella Li hatte bereits im Juni angekündigt, in jedem Verkaufsraum zwei bis drei Roboter platzieren zu wollen, die Produkte erklären und eine Verkaufsatmosphäre schaffen sollen.
Die Ankündigung sorgte laut Medienberichten für einen sprunghaften Kursanstieg der Aktie am Dienstag, mit einem untertägigen Plus von mehr als zwei Prozent.
Gegenwind kommt allerdings von regulatorischer Seite: Die US-Bundesbehörde FCC genehmigte am 28. Juli strikte Importbeschränkungen für neu entwickelte humanoide Roboter aus China sowie für vernetzte Wechselrichter. Der US-Markt bleibt damit vor dem eigentlichen Debüt bereits teilweise verschlossen.
Aktie bleibt unter Vorjahresniveau
An der Börse hat sich die jüngste Newsflut bislang nicht in einer nachhaltigen Kurserholung niedergeschlagen. Die BYD-Aktie notiert aktuell bei 9,88 Euro und liegt damit 25,34 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro aus dem August vergangenen Jahres.
Auf Jahressicht steht ein Minus von 19,76 Prozent, seit Jahresbeginn beträgt der Rückgang 7,70 Prozent. Anleger warten nun auf den Quartalsbericht, den BYD für den 28. August nach Handelsschluss angekündigt hat – er dürfte zeigen, ob sich die starken Exportzahlen auch im Gewinn niederschlagen.
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