BYD Aktie: Exporte springen um 124 Prozent
BYD präsentiert die Elektro-Limousine Da Han ab 249.900 Yuan. Die Exporte steigen um 124 Prozent, während der chinesische Heimatmarkt schwächelt.

Kurz zusammengefasst
- Da Han startet bei 249.900 Yuan
- Exporte legen um 124 Prozent zu
- Heimatmarkt China verliert neun Prozent
- BlackRock beteiligt sich mit 2,99 Prozent
BYD hat auf der Auto Show in Chengdu heute sein neues Flaggschiff-Modell vorgestellt: die Limousine Da Han, auf Deutsch „Großer Han“. Der Vorverkauf der vollelektrischen Version ist gestartet, die Preise beginnen bei 249.900 Yuan (umgerechnet rund 36.850 Dollar) für die Variante mit 1.008 Kilometern Reichweite. Wer sich für den Allradantrieb entscheidet, zahlt bis zu 299.900 Yuan.
Der Da Han reiht sich in eine dichte Folge von Produktankündigungen ein, mit denen BYD in den vergangenen Wochen praktisch alle wichtigen Marktsegmente und Regionen bedient hat.
Erst am 14. August brachte der Konzern in China die Limousine Qin Max auf den Markt, ausgestattet mit der Blade Battery 2.0 und einem Schnellladesystem, das eine Ladung von 10 auf 70 Prozent in nur fünf Minuten ermöglichen soll. Die Preise dafür starten bei 99.900 Yuan für die Hybridversion und 109.900 Yuan für die reine Elektrovariante.
Internationale Expansion auf mehreren Kontinenten
Die Modelloffensive bleibt nicht auf China beschränkt. In Japan hat BYD bereits Ende Juli den Kei-Car Racco eingeführt, ein kompaktes Leichtfahrzeug für umgerechnet rund 13.000 Dollar, mit dem der Konzern trotz gekürzter staatlicher Förderung von zuletzt 150.000 Yen in das dortige Marktsegment für Kleinstwagen vordringt.
In den Philippinen stellte BYD Anfang August den Crossover Atto 2 und die Limousine Seal 5 DM-i vor, mit Einstiegspreisen von umgerechnet rund 17.250 beziehungsweise 15.600 Dollar.
Auch abseits des Fahrzeuggeschäfts expandiert der Konzern: In Brasilien hat BYD über sein Netz von 233 Händlern den Verkauf von Solarkits für Privathaushalte gestartet, inklusive Installation und einjähriger Versicherung. Und in Mexiko sucht das Unternehmen laut Medienberichten aktiv nach Kapazitäten für eine vollständige Fahrzeugmontage vor Ort – ein Strategiewechsel weg vom reinen Export hin zu direkten Industrieinvestitionen in Nordamerika.
Exportboom kompensiert schwächelnden Heimatmarkt
Die Zahlen für Juli untermauern, wie stark internationale Märkte inzwischen zum Wachstum beitragen. BYD verkaufte im Juli rund 419.000 Elektrofahrzeuge, ein Plus von knapp 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Getragen wurde dieser Anstieg von einem Exportsprung um mehr als 124 Prozent auf fast 180.000 Fahrzeuge.
Im Heimatmarkt China gingen die Verkäufe dagegen um rund 9 Prozent auf etwa 239.000 Einheiten zurück – ein Hinweis darauf, dass der intensive Preiskampf in China dem Konzern weiterhin zusetzt, während die Auslandsmärkte diesen Effekt zunehmend abfedern.
Ergänzend meldete BYD, künftig die direkte rechtliche Verantwortung für wirtschaftliche Schäden zu übernehmen, die bei vorschriftsmäßiger Nutzung seiner Fahrassistenzsysteme DiPilot A und B in China entstehen. Damit setzt der Konzern ein Signal für Vertrauen in seine autonomen Fahrfunktionen, während Wettbewerber in der Branche bei ähnlichen Haftungsfragen bislang zurückhaltender agieren.
Bei institutionellen Investoren ist BYD offenbar gefragt: BlackRock meldete Mitte August eine Beteiligung von 2,99 Prozent an der chinesischen Notierung des Konzerns.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse zeigt sich der Aktienkurs von der Nachrichtenflut bislang wenig beeindruckt. Das Papier notiert aktuell bei 10,05 Euro und liegt damit rund 5 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt, bleibt aber knapp 4 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt.
Auf Sicht von zwölf Monaten steht die Aktie noch immer mit rund 19 Prozent im Minus, seit Jahresbeginn beträgt das Minus gut 6 Prozent. Die zahlreichen Produktlaunches und die Exportstärke liefern zwar operative Argumente, doch der anhaltende Preisdruck im Heimatmarkt dämpft die Fantasie der Anleger offenbar weiterhin.
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