BYD Aktie: Exportrekord trifft Heimschwäche

Der Elektroautohersteller BYD verzeichnet stark wachsende Auslandsverkäufe, während der Absatz in China deutlich zurückgeht. Der bevorstehende Jahresbericht wird die Margenentwicklung beleuchten.

Dieter Jaworski ·
BYD Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Exporte übersteigen erstmals Inlandsverkäufe
  • Starker Absatzrückgang im Heimatmarkt China
  • Neue Batteriegeneration mit höherer Energiedichte
  • Ausbau der globalen Produktionskapazitäten

BYD steht vor einem entscheidenden Moment: Rekordexporte, eine neue Batteriegeneration und ein nahender Jahresbericht – während der Heimatmarkt einbricht. Wie stabil ist das Fundament des weltgrößten Elektroautoherstellers wirklich?

Im Februar überstiegen BYDs Auslandslieferungen erstmals die Inlandsverkäufe. Über 100.600 Fahrzeuge wurden exportiert – ein Plus von rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Europa verdrängte BYD Tesla im Januar sogar bei den Neuzulassungen. Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Unternehmen 1,3 Millionen Exportfahrzeuge an. Analysten von Jefferies gehen sogar von 1,5 Millionen aus.

Einbruch im Heimatmarkt

Der Gesamtabsatz im Februar fiel um 41 Prozent auf rund 190.000 Fahrzeuge – der stärkste monatliche Rückgang seit sechs Jahren, bereits der sechste Rückgang in Folge. Hauptursachen sind eine neue fünfprozentige Steuer auf Elektrofahrzeuge in China sowie das Auslaufen früherer Subventionsprogramme. Hinzu kommt wachsender Wettbewerbsdruck: Hersteller wie Geely und Leapmotor gewinnen im mittleren Preissegment an Boden. Leon Cheng vom Beratungshaus YCP fasst es so zusammen: „BYDs Vorsprung ist real, aber er schrumpft.“

Blade Battery 2.0 und globale Expansion

Auf einem Technologieevent in Shenzhen stellte BYD die zweite Generation seiner Blade-Batterie vor. Sie bietet fünf Prozent mehr Energiedichte als das Vorgängermodell und setzt weiterhin auf Lithium-Eisenphosphat-Chemie – mit deutlichem Kostenvorteil. Laut BloombergNEF kosten LFP-Akkus derzeit 81 US-Dollar pro Kilowattstunde, NMC-Akkus hingegen 128 Dollar. Die neue Ladeinfrastruktur liefert bis zu 1.500 Kilowatt über ein einzelnes Kabel, mit Doppelstecker sogar bis zu 2.100 Kilowatt. BYD gibt an, den Ladestand in fünf Minuten von zehn auf 70 Prozent zu bringen. Bis Ende 2026 sollen 20.000 Schnellladestationen in China entstehen, über 4.200 sind bereits in Betrieb.

International baut BYD seine Produktionsbasis aus: In Ungarn läuft die Serienproduktion ab dem zweiten Quartal an, weitere Werke sind in Thailand, Usbekistan und Brasilien geplant. In Brasilien erhöhte BYD sein Jahresziel um 33,7 Prozent auf 250.000 Fahrzeuge und strebt einen Marktanteil von zehn Prozent an. In Deutschland soll das Händlernetz bis Ende 2026 auf über 350 Standorte wachsen, verbunden mit dem Ziel, jährlich mehr als 50.000 Fahrzeuge zu verkaufen.

Jahresbericht als nächster Prüfstein

In den ersten neun Monaten 2025 erzielte BYD einen Umsatz von rund 566 Milliarden Yuan – ein Anstieg von 12,75 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr 2025 verkaufte das Unternehmen 2,26 Millionen reine Elektrofahrzeuge und sicherte sich damit den Titel des weltweit größten Elektroautoherstellers. Deutsche Bank prognostiziert für 2026 einen Gesamtabsatz von 4,9 Millionen Fahrzeugen.

Am 26. März veröffentlicht BYD den vollständigen Jahresbericht für 2025. Investoren erwarten vor allem Aufschluss über die Margenentwicklung nach den jüngsten Preisanpassungen sowie darüber, wie die massiven Infrastrukturinvestitionen die Bilanz belasten.

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BYD Aktie

8,58 EUR

+ 0,07 EUR +0,88 %
KGV 33,56
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 0,46 %
Marktkapitalisierung 691,54 Mrd. EUR
ISIN: CNE100000296 WKN: A0M4W9

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