BYD Aktie: Geopolitik bremst Weltmarktambitionen
Starke internationale Verkäufe treffen auf politische Hürden; BYD setzt angesichts schwacher Nachfrage in China verstärkt auf lokale Fertigung.

Kurz zusammengefasst
- Auslandsabsatz steigt um 153,9 Prozent
- US-Pkw-Verkauf bleibt vorerst aus
- EU prüft mögliche Exportbegrenzungen
- September-Absatz weltweit wächst um 17 Prozent
Auslandsboom auf der einen, politische Hürden auf der anderen Seite: BYD wächst international rasant, doch die Geopolitik wird nach Aussage der Konzernführung zum größten Hindernis. Vizepräsidentin Stella Li machte das am Donnerstag auf dem Milken Institute Asia Summit in Singapur deutlich.
US-Markt bleibt vorerst geschlossen
Im Pkw-Geschäft verzichtet BYD in den USA weiterhin auf den Verkauf. Die politischen Rahmenbedingungen seien zu unberechenbar, um langfristige Investitionen zu planen, so Li. Auch in Europa zeichnen sich Hürden ab: Die EU verhandelt mit China über eine Begrenzung der Autoexporte.
Peking hatte freiwillige Beschränkungen für Hybridfahrzeuge abgelehnt, Brüssel prüft nun laut Medienberichten eigene Maßnahmen. BYD setzt deshalb stärker auf lokale Produktion, etwa in Ungarn.
Dabei sind die Ziele hoch. Konzernchef Wang Chuanfu will innerhalb von fünf Jahren zum weltgrößten Autohersteller aufsteigen. Aktuell führt Toyota mit rund 11,3 Millionen verkauften Fahrzeugen im Jahr 2025, BYD kam auf etwa 4,6 Millionen und lag auf Rang sechs.
Ausland gleicht Chinaschwäche aus
Wie wichtig das Auslandsgeschäft geworden ist, zeigen die September-Zahlen. Weltweit setzte BYD 463.561 Fahrzeuge ab, ein Plus von 17 Prozent. Die Auslandsverkäufe von Pkw und Pick-ups stiegen um 153,9 Prozent auf 179.877 Einheiten, knapp 39 Prozent des Absatzes.
Der Heimatmarkt liefert dagegen wenig Rückenwind. China steuert auf sein schwächstes Autojahr seit 2021 zu, die Verkäufe lagen in den ersten drei Quartalen um mehr als 20 Prozent im Minus. Neue Energiefahrzeuge büßten rund 13 Prozent ein.
BYD hält sich in diesem Umfeld besser als viele Rivalen: In den vergangenen drei Monaten legte der Konzern jeweils zweistellig zu und lag klar über 400.000 Einheiten pro Monat. Huawei-gestützte Modelle verzeichneten im September dagegen den dritten Rückgang in Folge, minus 29 Prozent.
Li sieht Bewertungsabschlag
An der Börse sieht Li ihren Konzern deutlich unterbewertet. Die Hongkonger Aktie werde mit einem erheblichen Abschlag gegenüber US-Unternehmen gehandelt. BYD sei mehr als ein Autobauer, verwies sie auf Technologien bei Batteriespeichern und Solaranlagen. Nvidia bleibe ein wichtiger Technologiepartner. Industrieroboter sollen zudem Personalengpässe in der chinesischen Produktion lindern.
Am Donnerstagvormittag gab die Aktie auf Tradegate um gut ein Prozent auf rund 8,32 Euro nach. Ob die Auslandsverkäufe die Heimatschwäche weiter auffangen, hängt maßgeblich von der EU-Entscheidung über Exportbegrenzungen ab. Die nächsten Monatsabsatzzahlen zeigen, wie stark BYD im Ausland tatsächlich zulegt.
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