BYD Aktie: God’s Eye B kostet 12.000 Yuan
Chinas E-Auto-Pionier BYD kämpft mit sinkenden Gewinnen und steigenden Kosten für Speicherchips, was zu einer Preiserhöhung des Fahrassistenzsystems führt.

Kurz zusammengefasst
- Preiserhöhung für God's Eye B um 21 Prozent
- Nettogewinn bricht um 55 Prozent ein
- Exporte steigen trotz schwachem Inlandsmarkt
- Neues Premium-SUV Great Tang vorgestellt
BYD steckt in einem Dilemma. Der chinesische Elektroautobauer hat gerade seinen schlechtesten Quartalsgewinn seit Jahren gemeldet — und erhöht trotzdem die Preise für sein Fahrassistenzsystem. Oder vielleicht gerade deshalb.
Ab dem 1. Mai 2026 kostet das LiDAR-gestützte Paket „God’s Eye B“ 12.000 Yuan. Das entspricht einem Aufschlag von 21 Prozent. BYD begründet die Erhöhung mit stark gestiegenen Kosten für Speicher-Hardware. Kunden, die bis zum 30. April eine Anzahlung leisten, zahlen noch den alten Preis.
Speicherchips als Kostentreiber
Der Hintergrund: DRAM-Vertragspreise stiegen im ersten Quartal 2026 um fast 90 Prozent. Für Fahrzeughersteller, die zunehmend auf softwareintensive Systeme setzen, ist das ein strukturelles Problem. BYD gibt diesen Kostendruck nun direkt an Käufer weiter.
Das ist ein Kurswechsel. Im Februar 2025 rollte BYD noch Fahrassistenz-Updates für 21 Modelle gleichzeitig aus — als Teil einer Strategie, intelligente Fahrfunktionen zum Standard zu machen. Die Flotte wächst weiter: Ende März 2026 waren bereits 2,85 Millionen BYD-Fahrzeuge mit dem System ausgestattet. Sie erzeugen täglich mehr als 180 Millionen Kilometer Fahrdaten.
Wettbewerber ziehen nach
Im Marktvergleich bleibt BYD günstig. Tesla verlangt in China 64.000 Yuan für sein Full-Self-Driving-Paket — mehr als das Fünffache. XPeng hatte sein ADAS-System seit Mitte 2022 als Standard angeboten, führte aber Anfang 2026 wieder kostenpflichtige Pakete ein. Sein „Ultra SE“-System kostet ebenfalls 12.000 Yuan — exakt der neue BYD-Preis.
Schwaches Quartal, starke Exportzahlen
Die Zahlen aus dem ersten Quartal 2026 zeigen, wie stark der Druck ist. Der Nettogewinn fiel um 55 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf rund 4 Milliarden Yuan. Der Umsatz sank um 11,8 Prozent auf 150,2 Milliarden Yuan — bereits der dritte Rückgang in Folge. Das Autogeschäft verlor 16 Prozent beim Umsatz, belastet durch schwache Inlandsnachfrage und Währungsverluste.
Ein Lichtblick: das Exportgeschäft. BYD verkaufte im ersten Quartal 321.165 Fahrzeuge im Ausland — ein Plus von fast 56 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das entspricht knapp 46 Prozent der gesamten Elektrofahrzeugverkäufe. Das Management hat das Exportziel für 2026 auf 1,5 Millionen Einheiten angehoben.
Flaggschiff-SUV soll Premiumimage stärken
Parallel dazu setzt BYD auf ein neues Premiummodell. Der Great Tang, ein D-Klasse-SUV unter der Dynasty-Reihe, soll zwischen 250.000 und 320.000 Yuan kosten. Laut chinesischen Medienberichten gingen innerhalb von 48 Stunden bis zu 60.000 Vorbestellungen ein. Das Modell nutzt die zweite Generation der Blade-Batterie sowie eine 1000-Volt-Hochvoltarchitektur. Die Allradversion leistet bis zu 585 kW und sprintet in 3,9 Sekunden auf 100 km/h.
Die Preiserhöhung bei God’s Eye B ist ein Test: Lässt sich das ADAS-Ökosystem vom reinen Wettbewerbsvorteil zur echten Einnahmequelle entwickeln? Der Great Tang und die Exportoffensive zeigen, wohin BYD will. Ob das reicht, um die Margen zu stabilisieren, werden die Zahlen des zweiten Quartals zeigen — erwartet Mitte 2026.
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