BYD Aktie: Great Han startet ab 249.900 Yuan
BYD präsentiert auf der Chengdu Auto Show zahlreiche neue Modelle, darunter die Luxuslimousine Great Han mit über 1.000 km Reichweite. Die Exporte steigen stark, während die Inlandsnachfrage schwächelt.

Kurz zusammengefasst
- Great Han startet bei 249.900 Yuan
- Tang-SUV mit 850 km Reichweite
- Exporte steigen um 124,3 Prozent
- Aktie verliert trotz Modelloffensive
BYD hat auf der Chengdu Auto Show binnen wenigen Tagen ein ganzes Bündel neuer Modelle präsentiert. Im Zentrum steht die neue Luxuslimousine Great Han, auch als Da Han bekannt, die nun bei den Händlern in China angekommen ist. Die Vorbestellungen hatten bereits während der Messe begonnen, seit Sonntag kommen die ersten Fahrzeuge zu den Kunden.
Der Great Han startet laut Unternehmensangaben preislich bei 249.900 Yuan, je nach Ausstattung reicht die Spanne bis 299.900 Yuan. BYD positioniert das Modell mit einer CLTC-Reichweite von bis zu 1.008 Kilometern und einer Schnellladefunktion, die binnen fünf Minuten Energie nachladen soll, gezielt im Premiumsegment gegen etablierte Konkurrenz.
Tang-SUV und weitere Neuheiten ergänzen die Offensive
Parallel zum Great Han feierte auch die dritte Generation des Tang-SUV auf der Messe in Chengdu ihre Premiere. Das Modell setzt auf die zweite Generation der Blade-Batterie, ebenfalls mit Flash-Charging-Funktion, und soll laut Unternehmensangaben eine CLTC-Reichweite von bis zu 850 Kilometern erreichen. Der Verkaufsstart ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.
Ergänzt wird das Portfolio durch die Sub-Marke Fang Cheng Bao, die für ihre Formula-S- und Formula-S-GT-Limousinen Vorbestellungen zu Preisen zwischen 230.000 und 280.000 Yuan öffnete. Zudem nahm das Sealion-08-SUV, das sowohl als Plug-in-Hybrid mit DM-i-Technik als auch als reines Elektrofahrzeug angeboten wird, mit einem Vorbestellpreis ab 230.000 Yuan die Bestellphase auf.
Auch beim Kleinwagen Seagull tut sich etwas: Ein überarbeitetes Modell mit stärkerem 95-kW-Motor durchläuft derzeit den chinesischen Zulassungsprozess, ein Marktstart in China soll vor einer Auslandsvermarktung erfolgen.
Diese Modelloffensive fällt in eine Phase, in der BYD stark auf Exporte setzt, um schwächelnde Nachfrage im Heimatmarkt auszugleichen. Im Juli erreichten die Auslieferungen mit 419.211 Einheiten den bislang stärksten Monatswert des Jahres 2026, getrieben von kräftig steigenden Exporten, während die Inlandsverkäufe sich abschwächten. Das Tempo blieb dabei weiterhin hinter der Rate zurück, die für das Erreichen des Jahresziels von 5 bis 5,5 Millionen Fahrzeugen nötig wäre.
Assistenzsysteme als weiteres Wachstumsfeld
Neben der Modellvielfalt setzt BYD auch auf intelligente Fahrfunktionen als Verkaufsargument. Die Flotte der Fahrzeuge mit Assistenzsystemen überstieg nach Unternehmensangaben mittlerweile 3,52 Millionen Einheiten. Im Juli wurden 187.670 Fahrzeuge mit solchen Systemen verkauft, die gesammelten Fahrdaten summierten sich auf mehr als 220 Millionen Kilometer täglich.
An der Börse zeigt sich das Papier von der Nachrichtenflut bislang wenig beeindruckt. Der Schlusskurs vom Mittwoch lag bei 10,15 Euro, nach einem Tagesverlust von 1,0 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 2,2 Prozent, während die Aktie seit Jahresbeginn ein Minus von 5,2 Prozent verzeichnet und vom 52-Wochen-Hoch aus Ende August rund 22 Prozent entfernt notiert.
Für Anleger dürfte die Modellflut aus Chengdu vor allem mittelfristig relevant werden: Die neuen Fahrzeuge kommen erst in den kommenden Wochen und Monaten auf den Markt, ihre Wirkung auf Absatz und Marge zeigt sich frühestens in den kommenden Quartalsberichten.
Kurzfristig bleibt der Blick der Anleger auf die Exportzahlen gerichtet, die zuletzt als wichtigster Wachstumstreiber fungierten – im Juli lagen die Ausfuhren von Pkw und Pick-ups bei 179.841 Einheiten, ein Plus von 124,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
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