BYD Aktie: Great Tang mit 150.000 Vorbestellungen
Trotz eines Kursrutsches von 6,3 Prozent treibt BYD seine Europa-Pläne voran und vermeldet Rekordvorbestellungen für den neuen Great Tang SUV.

Kurz zusammengefasst
- Ungarn-Werk startet 2026 Produktion
- Great Tang SUV mit 150.000 Vorbestellungen
- RSI zeigt überverkaufte Aktie an
- Teilnahme an Münchner E-Mobilitätskonferenz
BYD hat eine turbulente Woche hinter sich. Der Kurs verlor knapp 6,3 Prozent in sieben Tagen und notiert nun auf 8,90 Euro — nur einen Wimpernschlag über dem 52-Wochen-Tief. Ausgerechnet jetzt legt das Unternehmen seinen Europa-Fahrplan detaillierter vor als je zuvor.
Ungarn als Antwort auf EU-Zölle
Das Werk in Ungarn soll im vierten Quartal 2026 die Produktion aufnehmen. Für BYD ist das kein Prestigeprojekt, sondern eine direkte Reaktion auf die EU-Strafzölle für chinesische Elektroautos. Wer in Europa produziert, umgeht sie.
Pläne für ein zweites Werk in der Türkei hat BYD vorerst auf Eis gelegt. Die Ressourcen fließen jetzt gebündelt nach Ungarn. Executive Vice President Stella Li bestätigte in Rom, dass der Flaggschiff-SUV Great Tang bis Ende 2026 oder Anfang 2027 in Europa debütieren soll. Das Modell zielt direkt auf etablierte europäische Luxusmarken.
Rekordvorbestellungen und neue Technologie
Der Great Tang hat in China bereits über 150.000 Vorbestellungen eingesammelt — ein neuer Rekord für ein einzelnes BYD-Modell. Das SUV bündelt die neuesten Entwicklungen des Konzerns: Flash Charging 2.0 lädt den Akku in rund neun Minuten von zehn auf 97 Prozent. Die Reichweite der Topvariante liegt bei bis zu 950 Kilometern nach CLTC-Norm. Das Fahrerassistenzsystem „God’s Eye“ weitet BYD zudem auf das Massensegment aus.
Parallel brachte BYD seine DM-5.0-Hybridtechnologie mit dem Dolphin G DM-i nach Europa. Ein 1,5-Liter-Motor dient dabei als Generator für die hauseigene Blade-Batterie — ein System, das BYD auch preissensiblen Märkten zugänglich machen will.
Technisch überverkauft, fundamental unter Druck
Der RSI liegt bei 25,6 — tief im überverkauften Bereich. Das deutet darauf hin, dass der Verkaufsdruck nachlässt. Allerdings notiert die Aktie rund 16 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt und fast 19 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn hat sie knapp 19 Prozent verloren.
Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 14,80 Euro beträgt fast 40 Prozent. Das zeigt, wie stark das Vertrauen der Anleger seit Mitte 2025 gelitten hat.
Was die kommende Woche bringt
Am 22. und 23. Juni findet in München die Power2Drive Europe Conference statt. BYD nimmt teil und dürfte dort Stellung zu Ladeinfrastruktur und E-Mobilität beziehen. Außerdem endet heute die britische Verkaufsaktion „Drive into Summer“ für Modelle wie Seal und Sealion 5. Wie sich die Rekordvorbestellungen und die Promotions in harte Lieferzahlen für das zweite und dritte Quartal übersetzen, wird die nächste Bewährungsprobe für die Aktie sein.
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