BYD Aktie: Inlandsverkäufe brechen um 40 Prozent ein

BYDs Heimatmarkt schwächelt massiv, während das Exportgeschäft stark zulegt. Der Preiskampf in China setzt den Autobauer unter Druck.

Dr. Robert Sasse ·
BYD Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Inlandsverkäufe brechen um 40 Prozent ein
  • Exportgeschäft wächst um 68 Prozent
  • Preiskrieg drückt auf die Gewinnmarge
  • Modellwechsel belasten die Produktion

BYD verliert im eigenen Land den Anschluss. Die Halbjahreszahlen der China Passenger Car Association zeigen ein brutales Bild: Während der Gesamtmarkt schrumpft, kollabieren ausgerechnet BYDs Inlandsverkäufe. Nur das Auslandsgeschäft rettet die Bilanz.

Die Hongkong-Aktie schloss am Freitag bei 9,90 Euro, ein Rückgang von 1,75 Prozent. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 9,39 Prozent. Vom Rekordhoch aus dem Juli 2025 bei 14,80 Euro trennen das Papier aber immer noch gut 33 Prozent.

Chinas Automarkt schrumpft, lokale Marken gewinnen trotzdem

Die Zahlen aus China wirken auf den ersten Blick widersprüchlich. Die Einzelhandelsverkäufe von Pkw brachen im ersten Halbjahr um 20,2 Prozent auf 8,701 Millionen Fahrzeuge ein. Trotzdem eroberten chinesische Heimatmarken einen Rekordanteil von 71,8 Prozent des Marktes, im Juni waren es sogar 75,5 Prozent.

Der Grund: Ausländische Hersteller verlieren massiv Boden. Innerhalb des heimischen Lagers gibt es aber klare Gewinner und Verlierer. Leapmotor und NIO wuchsen um über 60 Prozent. BYD dagegen verzeichnete einen Einbruch der Inlandsverkäufe um 40 Prozent.

Auch andere Platzhirsche kämpfen. XPeng verlor 15,8 Prozent und führt damit den Rückgang unter den neuen E-Auto-Marken an. Changan Automobile büßte 17,4 Prozent ein. BYDs Auslandsverkäufe legten dagegen um 68 Prozent zu — ein Kontrast, der die Schieflage im Kerngeschäft nur noch deutlicher macht.

Preiskrieg und Modellwechsel drücken auf die Marge

Der chinesische Preiskampf trifft BYD besonders hart. Im ersten Quartal halbierte sich der Nettogewinn im Jahresvergleich. Firmenintern spricht man offen über den Druck im Markt.

BYD-Vizepräsident He Zhiqi lieferte am 14. Juli konkrete Zahlen zur Wettbewerbslage. Von Januar bis Mai kamen laut seinen Angaben 542 neue Modelle auf den chinesischen Markt, im Schnitt 3,6 pro Tag. Ein neues Modell koste über eine Milliarde Yuan und binde mehr als zwei Jahre Entwicklungszeit. Der Markthype halte danach oft nicht einmal drei Monate.

Analysten sehen zwei Hauptgründe für BYDs eigene Schwäche. Zum einen haben frühere Förderprogramme die Nachfrage vorzeitig ausgeschöpft. Zum anderen belastete BYD sich selbst durch häufige Modellwechsel. Die Baureihen Qin L, Song L, Han L und Tang L gingen im ersten Halbjahr allesamt in Produktionsstopp oder Auslauf, um Platz für Nachfolgemodelle zu schaffen.

Die Schwäche reicht bis in die Lieferkette. FinDreams Battery, BYDs eigener Batteriehersteller, steigerte die installierte Kapazität in den ersten fünf Monaten nur um 0,4 Prozent auf 67,6 GWh. Der Marktanteil sank auf 14,4 Prozent, während Konkurrent CATL seinen Vorsprung weiter ausbaute.

Export als einziger Wachstumstreiber

Das Auslandsgeschäft bleibt der Lichtblick in dieser Bilanz. BYD stellte in diesem Jahr wiederholt neue Exportrekorde auf, im Juni erreichte das Volumen einen neuen Höchststand. Im Management gilt die internationale Expansion inzwischen als wichtigster Wachstumshebel, während der Preiskampf im Heimatmarkt anhält.

Chinas lokale Marken kontrollieren erstmals über 70 Prozent des eigenen Marktes, der Wettbewerb unter ihnen verschärft sich aber eher, statt sich abzuschwächen. Ob BYD seine Inlandsverkäufe stabilisieren kann, dürfte in den kommenden Wochen der entscheidende Faktor für den Kursverlauf bleiben. Die von Regulierern geforderte Konsolidierung des Marktes lässt bislang auf sich warten.

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BYD Aktie

9,75 EUR

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KGV 25,43
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 0,40 %
Marktkapitalisierung 804,59 Mrd. EUR
Ø Kursziel 107,93 CNY
ISIN: CNE100000296 WKN: A0M4W9

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