BYD Aktie: Meilenstein und Ermittlung
Chinesischer Autobauer feiert Produktions- und Verkaufsrekorde, während Ungarn Subventionen für BYD-Werk prüft.

Kurz zusammengefasst
- 100.000stes Fahrzeug in Brasilien produziert
- SUV-Marke Fang Cheng Bao mit Verkaufserfolg
- Ungarn untersucht Ex-Minister wegen BYD-Wechsel
- Produktionsstart in Ungarn verzögert sich
Ein Werksrekord in Brasilien, ein Verkaufserfolg bei der jüngsten SUV-Marke – und mittendrin eine politische Affäre in Ungarn, die den Namen BYD in ganz anderem Zusammenhang in die Schlagzeilen bringt. Selten lagen operative Stärke und politisches Risiko bei einem Autobauer so nah beieinander wie an diesem Dienstag.
Brasilien und Verkaufsrekord treiben die Aktie
BYD hat in seinem brasilianischen Werk das 100.000. Fahrzeug produziert – ein Etappenziel für die internationale Expansion des chinesischen Herstellers. Fast zeitgleich meldete die Tochtermarke Fang Cheng Bao einen Verkaufsrekord: Der SUV Tai 7 knackte innerhalb von nur zehn Monaten seit Marktstart die Marke von 200.000 verkauften Einheiten. Beide Nachrichten sorgten an der Börse in Hongkong für spürbaren Auftrieb.
Der Rückenwind passt ins Bild eines Konzerns, der seine internationalen Ambitionen konsequent ausbaut. Für 2025 hatte BYD die Exporte auf rund 800.000 Fahrzeuge fast verdoppeln wollen, nach 417.204 im Vorjahr – ein Beleg dafür, wie stark das Auslandsgeschäft mittlerweile zur Wachstumsstory beiträgt.
Politischer Gegenwind aus Budapest
Weniger erfreulich fiel der Blick nach Ungarn aus. Die neue Regierung unter Ministerpräsident Péter Magyar kündigte eine Untersuchung gegen Ex-Außenminister Péter Szijjártó an. Er hatte erst vergangene Woche sein Parlamentsmandat niedergelegt, um eine Führungsposition bei BYD anzutreten – nachdem er zuvor als Minister die Ansiedlung des ersten europäischen BYD-Werks in Szeged verhandelt und dem Konzern umfangreiche staatliche Unterstützung gesichert hatte. Kritiker werten den direkten Wechsel als Interessenkonflikt, zumal Ungarn keine gesetzliche Abkühlphase für Regierungsmitglieder kennt.
Die Prüfung soll sämtliche Zusagen rund um die BYD-Ansiedlung aufarbeiten und geht dabei über den Einzelfall hinaus – auch andere Subventionen und Genehmigungen aus der Ära Orban stehen auf dem Prüfstand. Das rund vier Milliarden Euro teure Werk in Szeged, BYDs erste Pkw-Fabrik in der EU, läuft ohnehin mit Verzögerung an. Konzern-Vizechefin Stella Li rechnet erst im vierten Quartal mit dem vollen Produktionsanlauf, rund ein Jahr später als ursprünglich geplant.
Weder BYD noch Szijjártó haben sich bislang zu den Vorwürfen geäußert. Ob die Untersuchung in Budapest handfeste Konsequenzen für die Fördervereinbarungen nach sich zieht, dürfte sich erst zeigen, wenn erste Ergebnisse vorliegen.
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