BYD Aktie: Nutzfahrzeuge wachsen 149,2 Prozent
BYD liefert im Juli so viele E-Autos aus wie nie in diesem Jahr. Besonders das Auslandsgeschäft wächst rasant und treibt die Erholung des Konzerns voran.

Kurz zusammengefasst
- Rekordauslieferungen im Juli
- Auslandsverkäufe mehr als verdoppelt
- Premiummarken mit starkem Wachstum
- Jahresbilanz weiterhin rückläufig
BYD hat im Juli 419.211 Neuenergiefahrzeuge ausgeliefert, ein Plus von 21,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und der höchste Monatswert des laufenden Jahres. Es war zugleich der dritte Monat in Folge mit einem Anstieg im Jahresvergleich – ein Signal, dass sich der chinesische Elektroautobauer aus einer schwierigen Phase herausarbeitet.
Besonders auffällig fiel das Auslandsgeschäft aus. BYD setzte im Juli 179.841 Pkw und Pickups außerhalb Chinas ab, ein Sprung von 124,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. In den ersten sieben Monaten des Jahres summierten sich die Auslandsverkäufe bei Pkw und Pickups auf 969.208 Fahrzeuge, was 43,5 Prozent der Gesamtauslieferungen entspricht. Der Auslandsmarkt trägt damit inzwischen fast die Hälfte des Konzernabsatzes.
Nutzfahrzeuge und Premiummarken ziehen kräftig an
Auch im Nutzfahrzeuggeschäft beschleunigte sich das Wachstum deutlich. BYD verkaufte im Juli 8.139 kommerzielle Neuenergiefahrzeuge, ein Zuwachs von 149,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 31,7 Prozent gegenüber dem Juni – getrieben von wachsender Nachfrage nach Elektrobussen, Lkw und Transportlösungen.
Bei den Premiummarken zeigte sich ein ähnliches Bild. Fang Cheng Bao kam auf eine Rekordzahl von 41.213 Auslieferungen, ein Anstieg von 190,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Denza verkaufte 19.196 Fahrzeuge, ein Plus von 68,8 Prozent, während Yangwang mit 485 ausgelieferten Fahrzeugen um 43,1 Prozent zulegte. Insgesamt hat BYD nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 17,3 Millionen Neuenergiefahrzeuge kumuliert verkauft.
Trotz der starken Julizahlen bleibt der Blick auf das Gesamtjahr gedämpft: Von Januar bis Juli verkaufte BYD 2.227.722 Neuenergiefahrzeuge, ein Rückgang von 10,54 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Immerhin fällt dieser Rückgang deutlich moderater aus als der Einbruch von 15,72 Prozent, der für das erste Halbjahr verzeichnet wurde – die Erholung gewinnt also an Tempo.
Batteriewechsel als Erklärung für den langsamen Jahresstart
Als Ursache für die schwache erste Jahreshälfte gilt der technische Umbau der Produktion: BYD stellte in diesem Zeitraum von der ersten Generation der Blade-Batterie auf ein zweitgenerationen Produkt mit Schnellladefunktion um.
Dieser Wechsel hatte die Lieferzeiten mehrerer Schlüsselmodelle verlängert und dürfte maßgeblich für den schwachen Start ins Jahr verantwortlich sein. Mit dem Abschluss dieser Umstellung kommt die Produktion offenbar wieder in Fahrt, was sich in den beschleunigten Zuwächsen der vergangenen Monate zeigt.
An der Börse spiegelt sich diese fundamentale Erholung noch nicht vollständig wider. Die BYD-Aktie notiert aktuell bei 9,83 Euro und liegt damit rund 26 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro, das Ende August vergangenen Jahres erreicht wurde.
Der Kurs bewegt sich zwar 22 Prozent über dem 52-Wochen-Tief, hat sich aber von den Höchstständen des vergangenen Jahres noch nicht erholt. Anleger scheinen die operative Trendwende bislang mit Vorsicht zu quittieren, während sich das Unternehmen aus den Produktionsengpässen der ersten Jahreshälfte herausarbeitet.
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