BYD Aktie: Peking kürzt Steuervorteil für E-Auto-Export
Ab April 2027 sinkt die Erstattung für exportierte Fahrzeuge; BYD baut zugleich seine Fertigung in Europa aus.
Kurz zusammengefasst
- Steuerrückerstattung soll auf neun Prozent sinken
- Deutsche Bank schätzt Gewinnbelastung je Exportfahrzeug
- Auslandsabsatz erreicht 43 Prozent des Großhandelsvolumens
- BYD prüft weitere europäische Produktionsstandorte
Chinas Regierung plant eine spürbare Drosselung der Steueranreize für den Außenhandel, die den Elektroautobauer BYD an einer empfindlichen Stelle trifft. Ab dem 1. April 2027 sinkt die Rückerstattung der Export-Umsatzsteuer für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben von bislang 13 Prozent auf 9 Prozent.
Betroffen von der Neuregelung sind reine Batterie-Elektrofahrzeuge, Plug-in-Hybride sowie elektrische Nutzfahrzeuge. Nach Berechnungen der Deutschen Bank könnte die Maßnahme den Nettogewinn von BYD ab dem zweiten Quartal 2027 um rund 5.000 Yuan belasten, was umgerechnet 743 US-Dollar je exportiertem Fahrzeug entspricht. Im heutigen Handel gab die BYD-Aktie um 2,3 Prozent auf 8,45 Euro nach.
Wachsende Abhängigkeit vom Auslandsgeschäft
Die Kürzung der staatlichen Erstattungen trifft BYD in einer Phase, in der das internationale Geschäft zum zentralen Wachstumstreiber geworden ist. In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 setzte der Konzern im Ausland 1.342.468 Fahrzeuge ab. Das entspricht bereits rund 43 Prozent des gesamten Großhandelsvolumens.
Während die Pkw-Verkäufe auf dem chinesischen Heimatmarkt unter Kaufzurückhaltung leiden und für BYD im September um 13 Prozent nachgaben, wuchsen die Auslandsverkäufe des Konzerns im selben Monat um 154 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust der Aktie auf 21 Prozent, da der Margendruck zunimmt.
Neben den steuerlichen Einschnitten drohen dem Hersteller auch regulatorische Hürden in Europa: Ein Abkommen zwischen China und der Europäischen Union könnte die Ausfuhr chinesischer Hybridfahrzeuge in die EU künftig spürbar begrenzen.
Lokale Fertigung und Vorstoß in Robotik
Um Einfuhrbeschränkungen und Zöllen zu begegnen, forciert BYD den Aufbau eigener Kapazitäten außerhalb Chinas. Der Konzern errichtet derzeit ein europäisches Werk im ungarischen Szeged und prüft weitere Standorte, darunter Frankreich. Eine lokale Produktion soll die Abhängigkeit von direkten Fahrzeugimporten verringern und Vorgaben zu lokaler Wertschöpfung erfüllen.
Parallel zum Fahrzeuggeschäft bereitet das Unternehmen Technologieerweiterungen vor. Bei der chinesischen Patentbehörde CNIPA wurde ein Designpatent von BYD für einen zweibeinigen humanoiden Roboter veröffentlicht.
Die Unterlagen zeigen einen Roboter mit beweglichen Fingern für den Einsatz in Service, Bildung und Industrie. Diskutiert wird unter anderem ein Einsatz in Autohäusern, um Funktionen vorzuführen und Kunden zu empfangen. Ein Termin für eine Serienfertigung oder einen Marktstart steht bislang jedoch nicht fest.
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