BYD Aktie: Pentagon setzt Konzern auf Liste
US-Verteidigungsministerium stuft BYD als Militärunternehmen ein. Zudem verzögern sich die europäischen Werke. Die Aktie fällt auf Jahrestief.

Kurz zusammengefasst
- Schwarze Liste des Pentagons
- Europäische Werke vor Verzögerungen
- Kurs nahe 52-Wochen-Tief
- Konzern prüft rechtliche Schritte
BYD kämpft an mehreren Fronten. Das US-Verteidigungsministerium setzt den Autobauer auf eine schwarze Liste. Parallel dazu stockt die europäische Expansion. Die Aktie rutscht gefährlich nahe an ihr 52-Wochen-Tief.
Konflikt mit Washington
Die US-Regierung stuft BYD neuerdings als chinesisches Militärunternehmen ein. Damit verliert der Konzern den Zugang zu amerikanischen Rüstungsaufträgen. Das chinesische Handelsministerium protestierte am Wochenende scharf gegen diesen Schritt. Die USA würden den Begriff der nationalen Sicherheit missbrauchen.
BYD selbst wehrt sich gegen die Einstufung. Das Management sieht keine sachliche Grundlage für den Bann. Das normale Tagesgeschäft sei nicht in Gefahr. Der Konzern prüft nun rechtliche Schritte für eine Streichung von der Liste.
Verzögerungen in Europa
Abseits der Geopolitik muss BYD seine Pläne für Europa anpassen. Das geplante Milliardenprojekt im türkischen Manisa liegt vorerst auf Eis. Der Bau hat dort noch nicht einmal begonnen. Stattdessen fokussiert sich das Management auf das ungarische Szeged.
Dort hakt es allerdings ebenfalls. Die Fahrzeugproduktion in Ungarn verschiebt sich um rund ein Jahr. Vizepräsidentin Stella Li rechnet erst im vierten Quartal 2026 mit dem Start der Montage. Die Ausrüstung wird aktuell noch installiert.
Die Folge: BYD sucht nach Alternativen. Der Konzern will eine bestehende Fabrik in Südeuropa kaufen. Spanien gilt als Favorit. Ein solcher Kauf umgeht die strengen EU-Richtlinien für lokale Produktion deutlich schneller als ein Neubau.
Große Ziele, schwacher Kurs
Konzernchef Wang Chuanfu gibt sich unbeeindruckt. Er will BYD in den nächsten fünf Jahren zum weltgrößten Autobauer machen. Damit würde er Branchenprimus Toyota überholen. Neue Batterietechnik und starke Exporte nach Brasilien sollen das Wachstum treiben.
An der Börse herrscht indes Skepsis. Die BYD-Aktie schloss am Freitag bei 9,49 Euro. Auf Sicht eines Monats verlor das Papier rund 14 Prozent an Wert. Der Kurs notiert damit spürbar unter seinem 50-Tage-Durchschnitt.
Der Relative-Stärke-Index signalisiert mit einem Wert von 33,7 einen überverkauften Zustand. Das Papier handelt nur knapp über dem jüngsten 52-Wochen-Tief von 9,25 Euro.
Für die kommende Handelswoche richtet sich der Blick auf mögliche Gegenmaßnahmen aus Peking. In Europa warten Investoren auf eine offizielle Entscheidung zum spanischen Werk. Parallel dazu bereitet BYD den kanadischen Markteintritt mit 20 Händlern vor. Charttechnisch muss nun die wichtige Unterstützung bei 9,25 Euro halten.
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