BYD Aktie: Profiteur der Ölkrise

Der chinesische E-Auto-Hersteller BYD steigert seine Auslandsumsätze deutlich und setzt auf lokale Produktion, um Handelsbarrieren zu umgehen, trotz eines Gewinnrückgangs im Heimatmarkt.

Eduard Altmann ·
BYD Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Auslandsverkäufe steigen um 50 Prozent
  • Neue Fabriken in Brasilien und Europa
  • Rekordumsatz übertrifft Tesla
  • Stellenabbau bei schrumpfendem Gewinn

Der chinesische Autobauer BYD hat im vergangenen Jahr zwar Tesla beim Umsatz überholt, kämpft aber gleichzeitig mit dem ersten Gewinnrückgang seit 2021. Um der schwächelnden Nachfrage im Heimatmarkt zu entkommen und drohende Zölle zu umgehen, richtet das Management den Blick nun radikal nach außen. Steigende globale Kraftstoffpreise spielen dieser aggressiven Expansionsstrategie derzeit in die Karten.

Steigende Spritpreise wecken Interesse

Konflikte im Nahen Osten treiben die weltweiten Kraftstoffpreise in die Höhe. Diese Entwicklung lenkt das Interesse vieler Autofahrer verstärkt auf Elektrofahrzeuge. In Großbritannien stiegen die Suchanfragen nach neuen BYD-Modellen im Jahresvergleich um 77 Prozent, bei Gebrauchtwagen sogar um 375 Prozent.

Die aktuellen Verkaufszahlen spiegeln diesen Trend wider. Während der Gesamtabsatz im Januar und Februar 2026 aufgrund eines schwachen Heimatmarktes um 36 Prozent auf gut 400.000 Einheiten fiel, sprangen die Auslieferungen ins Ausland um 50 Prozent nach oben. Analysten sehen in dem globalen Ölpreisschock einen historischen Beschleuniger für die internationale Marktdurchdringung der chinesischen E-Auto-Industrie.

Lokale Produktion umgeht Handelsbarrieren

Um das ambitionierte Exportziel von 1,5 Millionen Fahrzeugen zu erreichen, ändert der Konzern seine Strategie. Statt Autos nur zu verschiffen, baut das Unternehmen ein dezentrales Produktionsnetzwerk auf. Neue Werke in Brasilien, Ungarn, Thailand und Usbekistan sollen helfen, regionale Handelsbarrieren und hohe Zölle zu umgehen. Allein die brasilianische Fabrik ist auf eine Jahreskapazität von über 300.000 Einheiten ausgelegt.

Parallel dazu wächst die Infrastruktur in Europa mit einem Ziel von 2.000 Servicepunkten. Technologisch setzt der Hersteller auf die neue „Blade Battery 2.0“ und extrem schnelle Ladezeiten. Ein Ladevorgang von 10 auf 70 Prozent in rund fünf Minuten soll die Kunden in den etablierten Automärkten überzeugen.

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Stellenabbau trotz Umsatzrekord

Finanziell war das Geschäftsjahr 2025 von starken Kontrasten geprägt. Mit einem Rekordumsatz von 804 Milliarden Yuan (etwa 116 Milliarden US-Dollar) ließ BYD den US-Rivalen Tesla deutlich hinter sich. Gleichzeitig schrumpfte der Nettogewinn um 19 Prozent auf 32,6 Milliarden Yuan.

Als Reaktion auf diesen Margendruck strich das Management rund 100.000 Stellen, was etwa zehn Prozent der Belegschaft entspricht. Das Forschungsbudget blieb von den Kürzungen allerdings verschont. Hier flossen weiterhin über 63 Milliarden Yuan, um den technologischen Vorsprung abzusichern.

An der Börse honorierten Anleger die angehobenen Exportziele zuletzt mit einem Kursplus von sieben Prozent. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 26,2 ist die Aktie zwar teurer bewertet als der Branchendurchschnitt, notiert aber am heutigen 1. April 2026 noch rund 15 Prozent unter dem durchschnittlichen Analystenziel von 124,26 Hongkong-Dollar. Da der Anteil der Auslandsverkäufe im ersten Quartal bereits auf knapp 46 Prozent des Gesamtvolumens gestiegen ist, hängt die weitere Geschäftsentwicklung nun maßgeblich vom reibungslosen Hochlauf der neuen internationalen Fabriken ab.

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BYD Aktie

11,61 EUR

– 0,14 EUR -1,15 %
KGV 26,05
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 0,34 %
Marktkapitalisierung 1,04 Bio. EUR
ISIN: CNE100000296 WKN: A0M4W9

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