BYD Aktie: Seagull-Start zündet?
BYD verkaufte im September 463.561 Fahrzeuge und verschiebt den Pkw-Start in den USA wegen geopolitischer Hürden.

Kurz zusammengefasst
- Aktie gewinnt am Freitag 4,2 Prozent
- Vorbestellungen für neuen Seagull gestartet
- Pkw-Start in den USA vorerst ausgesetzt
- September-Verkäufe steigen um 17 Prozent
Am Freitag legten die Papiere von BYD um 4,2 Prozent auf 8,65 Euro zu. Der spürbare Kursanstieg erfolgte im Sog einer breiten technischen Gegenbewegung bei den in Hongkong gelisteten Automobilwerten. Zuvor hatten die Branchenvertreter am Mittwoch und Donnerstag noch deutliche Verluste hinnehmen müssen, bevor die Erholung am letzten Handelstag der Woche für Entlastung sorgte.
Medienberichten zufolge zählte der Konzern dabei zu den Gewinnern des Handelstages. Die Aufwärtsbewegung verlief parallel zu operativen Neuigkeiten aus dem Heimatmarkt: Am Freitag öffnete das Unternehmen in China die Vorbestellungen für die zweite Generation des Modells Seagull.
Für das überarbeitete Elektrofahrzeug bietet der Hersteller sechs verschiedene Außenfarben an. Die genauen Preise für Vorbesteller behielt sich der Autobauer zum Start der Kampagne noch vor.
Zurückhaltung beim Markteintritt in den USA
Dass der weltweite Expansionskurs abseits des Heimatmarktes mit komplexen Rahmenbedingungen konfrontiert ist, betonte Executive Vice President Stella Li. Laut Reuters bezeichnete die Managerin am Donnerstag die Geopolitik als die größte Herausforderung für das weitere Wachstum des Unternehmens.
Aus diesem Grund werde BYD vorerst darauf verzichten, Personenkraftwagen in den Vereinigten Staaten auf den Markt zu bringen. Li verwies in diesem Zusammenhang auf die schwierige Beschaffenheit des US-Marktes, den sie als kompliziert einstufte.
Während westliche Absatzmärkte mit Handelsbarrieren und politischen Vorgaben eine Hürde darstellen, konzentriert sich der Konzern somit auf andere internationale Regionen sowie die Stärkung der Marktanteile in Asien.
Auslieferungen legen im September zu
Die jüngsten Absatzzahlen unterstreichen das anhaltende Liefertempo des Herstellers. Am 1. Oktober gab BYD bekannt, im September 463.561 Fahrzeuge verkauft zu haben. Dies entspricht einer Steigerung von 17,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Einen wichtigen Pfeiler bildeten dabei die Auslandsmärkte, auf die im selben Monat 180.700 Einheiten entfielen.
Trotz des jüngsten Tagesgewinns und stabiler Absatzzahlen spiegelt die Bewertung an den Märkten weiterhin die bestehende Branchenskepsis wider. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Minus von 19 Prozent. Marktteilnehmer wägen die robuste Nachfrage in den bestehenden Absatzregionen gegen die geopolitischen Risiken ab, die einer weltweiten Ausbreitung Grenzen setzen.
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