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BYD Aktie: Song Ultra EV mit 61.240 Bestellungen

Die neue Blade Battery ist knapp: BYD kann die hohe Nachfrage nach Flash-Charge-E-Autos nicht bedienen. Der Konzern baut Kapazitäten aus.

Felix Baarz ·
BYD Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Engpass bei zweiter Blade-Battery-Generation
  • Song Ultra EV: 61.240 Bestellungen, 12.000 Auslieferungen
  • BYD sondiert Europas Produktionsstandorte
  • Exporte steigen um 70,9 Prozent im April

Starke Nachfrage, knappe Batterien: BYD bekommt den Hochlauf seiner neuen Schnelllade-Modelle nicht reibungslos auf die Straße. Der Engpass trifft ausgerechnet jene Fahrzeuge, mit denen der Konzern technologisch punkten will. Das ist kein Nachfrageproblem. Es ist ein Produktionsproblem.

BYD-Chef Wang Chuanfu machte am Samstag, 16. Mai 2026, klar, dass die zweite Generation der Blade Battery derzeit knapp ist. Die Fertigungskapazitäten halten mit dem Ansturm auf die neuen Flash-Charge-Elektroautos nicht Schritt.

Schnelllade-Technik wird zum Flaschenhals

Besonders sichtbar wird der Engpass beim Song Ultra EV. Das Modell kam im ersten Verkaufsmonat auf 61.240 Bestellungen, im April 2026 wurden aber nur 12.000 Fahrzeuge ausgeliefert. Auch der Sea Lion 06EV ist vom schleppenden Hochlauf betroffen.

Der Grund für die hohe Nachfrage liegt auf der Hand: Die neue Batterie soll den Ladezustand in rund fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent bringen. Für Kunden ist das ein starkes Argument, weil es eine der größten Alltagshürden von Elektroautos adressiert.

BYD reagiert mit zusätzlicher Kapazität. Am Standort Xi’an läuft die Testproduktion in einem Werk mit einer Jahreskapazität von 16 GWh. Die erste Generation der Blade Battery bleibt parallel in Produktion, damit das bestehende Modellprogramm nicht zusätzlich unter Druck gerät.

Europa rückt stärker in den Plan

Während BYD zu Hause an der Batterieproduktion arbeitet, nimmt die Europa-Strategie klarere Formen an. Vizechefin Stella Li sprach über Verhandlungen mit Stellantis und weiteren europäischen Herstellern zum Erwerb ungenutzter Produktionsstätten. Ziel ist lokale Fertigung, auch um EU-Zölle auf in China gebaute Elektroautos zu umgehen.

Im Blick stehen unter anderem italienische Werke wie Mirafiori und Cassino. Dort sank die Produktion im ersten Quartal 2026 um 37,4 Prozent. Li nannte auch Maserati „sehr interessant“ und deutete damit Interesse an der Premiummarke an. Gemeinschaftsunternehmen lehnt BYD in Europa jedoch ab; der Konzern will die Kontrolle über das regionale Geschäft behalten.

Am Vortag brachte BYD zudem die Premiummarke Denza in Europa an den Start. Zum Auftakt gehören der Z9GT mit 1.140 PS und der Van D9. Bis Ende 2026 peilt BYD eine Präsenz in 30 europäischen Märkten mit 150 Händlern an.

Exportwachstum trifft Bewertungsabschlag

Die operative Lage bleibt zweigeteilt. In China sanken die Inlandsverkäufe in den ersten vier Monaten um 48 Prozent, was auf eine spürbar abgekühlte Nachfrage im Heimatmarkt hinweist.

Im Ausland läuft es deutlich besser. Die Exporte stiegen im April 2026 um 70,9 Prozent auf 134.500 Fahrzeuge. Weltweit verkaufte BYD von Januar bis April 2026 insgesamt 1,02 Millionen Fahrzeuge.

An der Börse bleibt der Abstand zu Tesla dennoch gewaltig. BYD kommt Mitte Mai auf eine Marktkapitalisierung von rund 121 Milliarden Dollar, Tesla auf etwa 1,5 Billionen Dollar. Analysten erklären die Differenz vor allem damit, dass der Markt bei Tesla zusätzlich KI- und Robotikfantasie einpreist.

Operativ spricht der Vergleich eine andere Sprache. Tesla lieferte 2025 rund 1,64 Millionen Elektroautos aus, BYD kam auf 2,26 Millionen. Der Bewertungsabschlag bleibt damit ein zentraler Punkt in der Investmentstory.

Der nächste Produkttest folgt schnell: Am 21. Mai 2026 startet der Yuan PLUS der dritten Generation, international als Atto 3 bekannt. Das Modell soll eine 800-Volt-Architektur, die neue Blade Battery und eine Reichweite von 630 Kilometern bieten. Genau dort zeigt sich, ob BYD den Spagat zwischen Nachfrage, Technologie und Fertigungstempo besser in den Griff bekommt.

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Sektor Zyklischer Konsum
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