BYD Aktie: Stella Li prüft Fabrikkauf
BYD sucht Bestandsfabrik in Südeuropa, startet Hybrid-Modell und stoppt Türkei-Projekt. Die Aktie fällt trotzdem auf neues Jahrestief.

Kurz zusammengefasst
- Suche nach bestehender Autofabrik in Südeuropa
- Türkei-Projekt gestoppt, Fokus auf Ungarn-Werk
- Plug-in-Hybrid Dolphin G für Europa gestartet
- Aktie fällt auf neues 52-Wochen-Tief
BYD hat eine ereignisreiche Woche hinter sich. Neue Technologie, ein Fabrikprojekt auf Eis und ein strategischer Kurswechsel in Europa — und trotzdem schloss die Aktie am Freitag bei 9,50 Euro, nur knapp über dem frischen 52-Wochen-Tief von 9,25 Euro.
Fabrik kaufen statt bauen
Der wichtigste Schritt dieser Woche: BYD sucht aktiv nach einer bestehenden Automobilfabrik in Südeuropa. Vizepräsidentin Stella Li bestätigte, dass der Konzern Standorte in Spanien und anderen Mittelmeerländern prüft. Das ist ein klarer Bruch mit der bisherigen Strategie, neue Werke von Grund auf zu bauen.
Parallel dazu hat BYD sein milliardenschweres Fabrikprojekt in Manisa, Türkei, vorerst gestoppt. Die Ressourcen fließen jetzt in das erste europäische Werk in Szeged, Ungarn — Produktionsstart ist für das vierte Quartal 2026 geplant. Eine Akquisition in Südeuropa würde den Zeitplan für lokale Fertigung deutlich verkürzen. Das ist wichtig, weil lokale Produktion die EU-Importzölle auf Elektrofahrzeuge umgeht.
Hybrid als Zollumgehung
BYD hat am Freitag den Dolphin G als Plug-in-Hybrid für Europa offiziell gestartet. Der Clou: Plug-in-Hybride sind von den zusätzlichen EU-Ausgleichszöllen ausgenommen, die reine Elektrofahrzeuge treffen. Der Dolphin G kombiniert einen 1,5-Liter-Benziner mit einem Elektromotor und wurde gezielt für europäische Fahrgewohnheiten entwickelt.
Hinzu kommt der erste kommerzielle „Flash“-Ladepark in Deutschland mit 1.500 Kilowatt Ladeleistung. BYD will bis Ende 2026 rund 3.000 solcher Schnellladepunkte in Europa errichten. Kompatible Fahrzeuge sollen in fünf Minuten von zehn auf 70 Prozent geladen werden.
Kurs unter Druck, RSI nähert sich Überverkauft-Zone
Die Wochenbilanz fiel trotz der Nachrichten negativ aus. Die Aktie verlor auf Wochensicht 3,46 Prozent — belastet auch durch den Ex-Dividendentag am 11. Juni, an dem eine Dividende von 0,40516 HKD je Aktie fällig wurde. Auf 30-Tage-Sicht summiert sich das Minus auf 14 Prozent.
Technisch bleibt die Lage angespannt. Der 14-Tage-RSI liegt bei 33,3 und nähert sich damit dem Bereich, den viele Marktteilnehmer als überverkauft werten. Sowohl der 50-Tage-Durchschnitt bei 10,85 Euro als auch der 200-Tage-Durchschnitt bei 10,99 Euro liegen deutlich über dem aktuellen Kurs — ein Zeichen für den anhaltenden Abwärtstrend.
Weltmarktführer als Ziel
Konzernchef Wang Chuanfu hat auf der jüngsten Hauptversammlung das Fernziel bekräftigt: BYD will innerhalb von fünf Jahren zum größten Autobauer der Welt werden — und damit Toyota überholen. Dafür plant der Konzern für 2026 rund 1,5 Millionen Auslieferungen im Ausland, nach etwa 1,05 Millionen in diesem Jahr. Ob das gelingt, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell das Ungarn-Werk anläuft und ob die Suche nach einer Fabrik in Südeuropa erfolgreich ist.
BYD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BYD-Analyse vom 13. Juni liefert die Antwort:
Die neusten BYD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BYD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
BYD: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...