BYD Aktie: Tödlicher Unfall in Szeged
Ein zweiter tödlicher Arbeitsunfall auf der BYD-Baustelle in Ungarn belastet die ohnehin schwache Aktie und gefährdet den Produktionsstart.

Kurz zusammengefasst
- Zweiter tödlicher Vorfall auf BYD-Baustelle
- Produktionsstart in Ungarn bereits verspätet
- Umweltstrafe von zehn Millionen Forint
- Aktie nahe Jahrestief mit starkem Kursverlust
BYD will den europäischen Automarkt erobern. Das Zentrum dieser Strategie entsteht im ungarischen Szeged. Ein tödlicher Arbeitsunfall auf der dortigen Baustelle überschattet nun die Expansionspläne. Für die ohnehin angeschlagene Aktie kommt diese Nachricht zur Unzeit.
Tödlicher Zwischenfall in Ungarn
Am Freitag verunglückte ein Arbeiter auf der BYD-Baustelle in Szeged tödlich. Ein Lkw fuhr an, nachdem ein Radladerfahrer den Weg freigegeben hatte. Genau in diesem Moment trat der Arbeiter zwischen die Fahrzeuge. Ein Rettungshubschrauber war im Einsatz, konnte den Mann aber nicht mehr retten. Die Polizei ermittelt nun wegen fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr.
Das Brisante: Es ist bereits der zweite tödliche Vorfall in diesem Jahr. Im Februar starb ein Arbeiter bei Kranarbeiten. Strafrechtliche Ermittlungen klären zwar nicht sofort die Haftungsfrage. Sie verlängern aber die Überprüfung von Bauprozessen und Sicherheitsstandards.
Strategische Bedeutung und Umweltstrafen
Das Werk in Szeged ist das erste europäische Pkw-Werk des chinesischen Autobauers. BYD hat dafür sogar die Arbeiten an einer Fabrik in der Türkei pausiert. Die Produktion in Ungarn soll im vierten Quartal 2026 starten. Das ist bereits ein Jahr später als ursprünglich geplant.
Jede weitere Verzögerung trifft den Konzern hart. BYD braucht die lokale Produktion dringend. Nur so kann das Unternehmen europäische Strafzölle umgehen.
Hinzu kommt Ärger mit den Umweltbehörden. Die Regionalregierung verhängte kürzlich eine Strafe von zehn Millionen Forint. BYD hatte Mutterboden abtransportiert und dabei gegen die Umweltgenehmigung verstoßen. Schadstoffmessungen blieben zwar unauffällig. Managerin Stella Li wies dennoch alle Vorwürfe zurück und schaltete Anwälte ein.
Aktie am Boden, Vertrieb läuft weiter
An der Börse spiegeln sich die operativen Hürden wider. Die BYD-Aktie schloss am Freitag bei 8,90 Euro. Damit notiert das Papier nur knapp über dem Jahrestief. Seit Januar verlor der Titel fast 19 Prozent. Ein RSI-Wert von 25,6 signalisiert eine stark überverkaufte Situation.
Parallel dazu versucht BYD, den Absatz in Europa anzukurbeln. In Großbritannien läuft bis Sonntag eine Rabattaktion. Käufer erhalten einen Zuschuss von bis zu 1.000 Pfund für Modelle wie den SEAL. Ab Montag rückt jedoch wieder das operative Risiko in den Fokus. Verhängen die ungarischen Behörden einen Baustopp, wackelt der Zeitplan für 2026 endgültig.
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