BYD Aktie: Türkei-Milliarde-Projekt gestoppt

BYD erhält brasilianische Importquote für Steuererleichterungen, stoppt jedoch das Milliardenprojekt in der Türkei. Das internationale Absatzwachstum kann die schwache Nachfrage in China nicht vollständig ausgleichen.

Redaktion Stock-World ·
Verlassene, staubige Hightech-Fabrikhalle in einem Schwellenland, die Stagnation und gestoppten Fortschritt symbolisiert. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Brasilien genehmigt Steuerbefreiungen für BYD
  • Türkei-Werk vorerst gestoppt
  • Auslandsverkäufe steigen um 80 Prozent
  • China-Absatz bricht um 25 Prozent ein

Knapp über dem Jahrestief, tief im überverkauften Bereich — BYD-Aktionäre erleben gerade keine einfachen Wochen. Der Kurs schloss zuletzt bei 8,56 Euro, nur wenige Cent über dem 52-Wochen-Tief von 8,37 Euro. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 22 Prozent verloren. Hinter der Kursschwäche steckt ein echtes Spannungsfeld: starkes internationales Absatzwachstum auf der einen Seite, handfeste Produktionsprobleme auf der anderen.

Brasilien gibt grünes Licht

Am 23. Juni hat die brasilianische Regierung unter Lula eine neue Importquote genehmigt. Die Außenhandelskammer Camex stellte 463 Millionen Dollar für Steuerbefreiungen auf zerlegte und halbfertige Fahrzeugkits bereit. Das kommt BYDs Werk im Camaçari in Bahia direkt zugute, das seit vergangenem Jahr mit halbfertigen Bausätzen produziert.

Die Quote ist ein Puffer — aber kein Dauerlösung. BYD will bis Anfang 2027 den lokalen Fertigungsanteil auf 50 Prozent steigern. In der zweiten Jahreshälfte 2026 sollen Schweißen und Lackieren ins Werk integriert werden. Das ist nötig, weil frühere Zollvergünstigungen auslaufen.

Türkei-Projekt auf Eis

Anders sieht es in der Türkei aus. Vizepräsidentin Stella Li bestätigte, dass das geplante Werk in der Provinz Manisa vorerst nicht gebaut wird. Das Projekt hatte ein Volumen von einer Milliarde Dollar und sollte 150.000 Fahrzeuge pro Jahr produzieren. Baubeginn gab es bislang keinen.

Die türkischen Behörden haben daraufhin die Steuervorteile aus dem 2024 geschlossenen Abkommen zurückgezogen. Berichten zufolge könnte BYD bereits erhaltene Fördergelder zurückzahlen müssen. Als neue europäische Priorität nennt das Unternehmen das Werk im ungarischen Szeged, wo die Fahrzeugmontage im vierten Quartal 2026 starten soll.

Absatz erholt sich — aber nur im Ausland

Im Mai 2026 lieferte BYD 383.453 Elektro- und Hybridfahrzeuge aus. Das beendete eine neun Monate lange Serie mit rückläufigen Jahresvergleichswerten. Besonders stark: die Auslandslieferungen mit rund 160.600 Einheiten — ein Plus von etwa 80 Prozent.

Das Bild trübt sich allerdings im Heimatmarkt. In China brachen die Verkäufe um fast 25 Prozent ein. Das internationale Wachstum kompensiert diesen Rückgang nur teilweise.

Der RSI liegt bei 23,4 — technisch tief im überverkauften Bereich. Ob das ungarische Werk im Herbst planmäßig anläuft und damit das Vertrauen in BYDs Europa-Strategie wiederherstellt, wird der nächste konkrete Prüfstein sein.

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BYD Aktie

8,35 EUR

+ 0,05 EUR +0,65 %
KGV 20,54
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 0,49 %
Marktkapitalisierung 689,26 Mrd. HKD
Ø Kursziel 105,20 CNY
ISIN: CNE100000296 WKN: A0M4W9

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