BYD Aktie: Verhandlungen mit Stellantis über Fabrikübernahmen

Der chinesische E-Auto-Hersteller BYD führt Gespräche mit Stellantis über den Kauf von Fabriken in Europa, um die lokale Produktion auszubauen und Zollrisiken zu mindern.

Redaktion Stock-World ·
BYD Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Gespräche mit Stellantis und anderen Herstellern
  • Bevorzugung eigenständiger Betriebsführung
  • Rekord bei Auslandsverkäufen im April
  • Gewinnrückgang durch Preiskampf in China

BYD will in Europa offenbar schneller vom Importeur zum lokalen Hersteller werden. Der chinesische Elektroautokonzern spricht mit Stellantis und weiteren europäischen Autobauern über die mögliche Übernahme wenig ausgelasteter Fabriken. Das passt zur nächsten Phase der Expansion: näher an die Kunden, weniger abhängig von Exportwegen, besser gerüstet gegen Zölle.

Gespräche statt Joint Venture

BYD-Topmanagerin Stella Li machte die Richtung bei der „Future of the Car“-Konferenz in London klar. „Wir sprechen nicht nur mit Stellantis, wir sprechen auch mit anderen Unternehmen“, sagte sie. Im Gespräch sind Werke in Ländern wie Italien.

Wichtig ist der operative Ansatz. BYD bevorzugt demnach keine Gemeinschaftsunternehmen, sondern will die Standorte eigenständig betreiben. Ein unterschriebener Fabrikdeal liegt noch nicht vor, konkrete Werke wurden nicht genannt. Stellantis verweist darauf, regelmäßig mit verschiedenen Industriepartnern zu sprechen und Spekulationen nicht zu kommentieren.

Auslandsboom stützt die Pläne

Der Vorstoß kommt nicht aus dem Nichts. Im April verkaufte BYD außerhalb Chinas 135.000 Fahrzeuge, rund 70 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das war ein neuer Höchstwert.

In den ersten vier Monaten summierte sich der Auslandsabsatz auf 456.253 Fahrzeuge. In Großbritannien lag BYD bis dahin sogar vor Tesla, Kia und den großen europäischen Herstellern im Elektroauto-Ranking. Das zeigt, wie schnell die Marke in einzelnen Märkten sichtbar wird.

Li verwies auch auf eine steigende Nachfrage nach Elektroautos, nachdem Gas- und Ölpreise infolge des US-Iran-Kriegs kräftig angezogen haben. Eine Produktion in Europa würde BYD dabei helfen, Lieferzeiten zu verkürzen und Handelsrisiken zu begrenzen.

Eine Basis gibt es bereits. In Ungarn läuft die Testproduktion in einem Pkw-Werk, in der Türkei ist ein weiterer Standort geplant. Parallel baut BYD die Premiummarke Denza aus; bis Ende 2026 soll der Vertrieb auf 30 Länder ausgeweitet werden.

Margendruck bleibt der Gegenpol

So stark das Ausland wächst, so hart bleibt der Heimatmarkt. Im ersten Quartal fiel der Nettogewinn um 55 Prozent auf 4,08 Milliarden Yuan. Der Preiskampf in China trifft auch den Branchenführer.

Der Umsatz sank auf 150,2 Milliarden Yuan. Wiederholte Preisnachlässe drücken die Marge je Fahrzeug, während Wettbewerber im Massenmarkt aggressiv bleiben. Seit vier Quartalen fällt der Gewinn nun in Folge.

Citi bleibt dennoch positiv und nennt BYD einen Top-Pick. Das Kursziel liegt bei 142 Hongkong-Dollar. Die Bank verweist auf die schnelle Durchdringung mit New-Energy-Fahrzeugen und hält im laufenden Quartal einen Kerngewinn am oberen Rand von rund 11,30 Milliarden Yuan für möglich, falls die Auslandsvolumina hoch bleiben und sich die Preise in China stabilisieren.

Für BYD wäre ein europäischer Werkekauf mehr als zusätzliche Kapazität. Er würde die Rolle des Konzerns in Europa verändern: vom starken Exporteur zum lokalen Produzenten. Solange kein Standort benannt ist, bleibt der Schritt Verhandlungssache. Der strategische Druck auf Europas etablierte Hersteller ist damit aber bereits sichtbar.

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BYD Aktie

8,36 EUR

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KGV 20,54
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 0,49 %
Marktkapitalisierung 689,26 Mrd. HKD
Ø Kursziel 105,20 CNY
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