BYD Aktie: Verhandlungen über Stellantis-Werke
BYD verhandelt über die Übernahme europäischer Fabriken, um EU-Importzölle zu umgehen und die Expansion zu beschleunigen.

Kurz zusammengefasst
- Gespräche mit Stellantis über Werksübernahme
- Maserati als mögliche Übernahme im Visier
- Rekordexporte von 134.542 Fahrzeugen im April
- Gewinnrückgang im Heimatmarkt treibt Expansion
Während BYD-Aktionäre auf H-Shares nahe dem Jahrestief schauen, vollzieht der weltgrößte Elektroautobauer einen bemerkenswerten strategischen Schwenk: Der Konzern verhandelt aktiv über die Übernahme brachliegender europäischer Werke — und könnte damit EU-Importzölle künftig schlicht umgehen.
Gespräche mit Stellantis, Maserati im Blick
Executive Vice President Stella Li bestätigte, dass BYD viele Werke in Europa besucht hat und konkret mit Stellantis sowie anderen Herstellern über die Übernahme untergenutzter Produktionsstätten verhandelt. Italien steht dabei auf der Shortlist. BYD bevorzuge dabei vollständige Eigentumsstrukturen — geteilte Arrangements seien schlicht komplizierter, so Li.
Stellantis trägt rund 30 Prozent Überkapazität in seinem europäischen Werknetz. Standorte wie Mirafiori und Pomigliano in Italien, Eisenach in Deutschland sowie Hordain in Frankreich arbeiten seit drei Jahren unterhalb der Gewinnschwelle. Für BYD wäre das eine günstige Ausgangslage.
Parallel dazu prüft der Konzern den Kauf angeschlagener europäischer Traditionsmarken. Li nannte Stellantis‘ Luxuslabel Maserati ausdrücklich als „sehr interessant“. Der strategische Hintergrund ist die EU-Ausgleichszollpolitik: Seit Oktober 2024 belastet Brüssel chinesische Elektroautos mit Strafzöllen — lokale Produktion würde diesen Kostennachteil eliminieren.
Rekordexporte treiben die Expansionslogik
Das internationale Geschäft liefert die Grundlage für diese Ambitionen. Im April 2026 verschiffte BYD 134.542 Fahrzeuge ins Ausland — ein Rekord, 70,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Exporte machten damit rund 43 Prozent des monatlichen Gesamtabsatzes aus.
In Großbritannien ist BYD inzwischen die meistverkaufte Elektroautomarke des laufenden Jahres. Mit 12.754 verkauften Fahrzeugen und einem Marktanteil von über sieben Prozent verdrängte der Konzern Tesla, Kia und Volkswagen von der Spitze. In Brasilien überholte BYD im April erstmals Volkswagen, General Motors und Hyundai beim Gesamtabsatz — mit 14.911 verkauften Fahrzeugen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BYD?
Das Jahresziel für Auslandsverkäufe hat das Management auf 1,5 Millionen Einheiten angehoben — 50 Prozent mehr als die rund 1,05 Millionen exportierten Fahrzeuge im Jahr 2025.
Heimatmarkt unter Druck
Der internationale Expansionsdrang hat auch eine defensive Komponente. Im ersten Quartal 2026 brach der Nettogewinn um 55 Prozent ein. Acht Monate in Folge schrumpfte der Inlandsabsatz. Bereits für das Gesamtjahr 2025 hatte BYD den ersten Gewinnrückgang seit vier Jahren gemeldet: Das Nettoergebnis fiel trotz Rekordabsatz von 4,6 Millionen Einheiten um 19 Prozent auf 32,6 Milliarden Yuan.
Auslandsmärkte bieten höhere Margen als das preisumkämpfte Heimatgeschäft — internationale Expansion ist damit der direkteste Weg zurück zur Profitabilität.
Analysten uneins, Dividende im August
Die H-Aktie schloss am 21. Mai bei 90,85 HKD — knapp über dem 52-Wochen-Tief von 88,50 HKD. Vom Hochpunkt Mitte 2025 bei über 465 HKD ist der Kurs weit entfernt.
Die Analystengemeinde ist gespalten: Goldman Sachs hält an einem Kaufvotum mit Kursziel 134 HKD fest und sieht Q1 2026 als Tiefpunkt, von dem aus sich Absatz und Gewinn schrittweise erholen sollen. BNP Paribas hingegen stuft die Aktie mit „Underperform“ ein und nennt 87 HKD als Ziel — mit Verweis auf Abwärtsrisiken bei den Gewinnschätzungen. Der Konsens von 25 Kaufempfehlungen liegt bei einem durchschnittlichen Kursziel von 124,37 HKD.
Auf der Hauptversammlung am 9. Juni steht die Schlussdividende von 0,358 RMB je Aktie zur Abstimmung. Bei Zustimmung fließt das Geld am 9. August an die Aktionäre.
BYD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BYD-Analyse vom 23. Mai liefert die Antwort:
Die neusten BYD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BYD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
BYD: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...