BYD Aktie: Vorsicht, zerbrechlich?

Der chinesische Autobauer BYD muss über 115.000 Fahrzeuge zurückrufen, während gleichzeitig die Expansion in Japan forciert wird. Die anstehende Q3-Bilanz am 30. Oktober steht unter besonderer Beobachtung.

Dieter Jaworski ·
BYD Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Rekordrückruf von 115.248 Fahrzeugen
  • Strategische Partnerschaft mit Aeon in Japan
  • Verkauf der Berkshire-Beteiligung abgeschlossen
  • Gespannte Erwartung an Q3-Zahlen

Der chinesische Elektroauto-Gigante BYD muss den größten Rückruf seiner Firmengeschichte verkraften. Mehr als 115.000 Fahrzeuge sind betroffen – ausgerechnet kurz vor der entscheidenden Q3-Bilanzvorlage am 30. Oktober. Können die Chinesen das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen?

Die BYD-Aktie zeigt sich heute robust: Die in Hongkong notierten Papiere kletterten auf 368,8 HKD, nachdem sie bei 344,2 HKD geschlossen hatten. Die A-Aktien in Shenzhen stehen bei rund 382,50 CNY – eine Marktkapitalisierung von 1,19 Billionen Yuan.

Der größte Rückruf aller Zeiten

Am 17. Oktober verkündete BYD eine bittere Nachricht: 115.248 Fahrzeuge müssen zurück in die Werkstätten. Die Zahlen im Detail:

  • 44.535 Tang-Modelle (Produktion März 2015 – Juli 2017): Konstruktionsfehler können zu Funktionsausfällen führen
  • 71.248 Yuan Pro Elektrofahrzeuge (Produktion Februar 2021 – August 2022): Fertigungsprobleme bei der Batterie-Installation

Damit übertrifft dieser Rückruf sogar die bisherige Negativrekordmarke von 97.000 Dolphin- und Yuan Plus-Fahrzeugen im September 2024. Ein deutliches Signal für die Qualitätsprobleme beim rasanten Produktionshochlauf.

Japan-Offensive trotz Gegenwind

Doch BYD lässt sich nicht beirren. Am 20. Oktober kündigte der Konzern eine strategische Partnerschaft mit dem japanischen Handelsriesen Aeon an. Ziel: Das Vertriebsnetz für Elektrofahrzeuge in einem der härtesten Automobilmärkte Asiens massiv ausbauen.

Die Expansion kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. BYD kämpft in der Heimat China mit brutalen Preiskämpfen gegen Tesla, NIO und XPeng. Die Regierung in Peking drängt bereits auf ein Ende der zerstörerischen Preisschlachten.

Buffetts Abschied markiert Zeitenwende

Ein symbolträchtiges Signal sendete Warren Buffetts Berkshire Hathaway: Nach 17 Jahren verkaufte die Investmentlegende im September ihre komplette BYD-Beteiligung. Das Management spricht von einem „normalen“ Aktienhandel – doch der Abgang eines solch prominenten Langfrist-Investors wiegt schwer.

Verschärfter Konkurrenzkampf setzt BYD unter Druck

Die Q3-Zahlen am 30. Oktober werden unter besonderer Beobachtung stehen. BYD musste bereits sein Jahrziel von 5,5 auf 4,6 Millionen Fahrzeuge senken – ein Rückgang um 16 Prozent. Analysten sind jedoch optimistischer und prognostizieren zwischen 4,7 und 4,9 Millionen Einheiten.

Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27,6 muss BYD beweisen, dass die Premium-Bewertung gerechtfertigt ist. Die Kernfragen: Kann das Unternehmen trotz Preiskampf die Margen halten? Wie entwickelt sich das internationale Geschäft? Und welchen Imageschaden richtet der Mega-Rückruf an?

Die Antworten gibt es am Donnerstagabend nach Börsenschluss. BYDs Zukunft steht auf dem Prüfstand.

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BYD Aktie

10,00 EUR

+ 0,09 EUR +0,95 %
KGV 40,13
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 0,39 %
Marktkapitalisierung 823,28 Mrd. EUR
ISIN: CNE100000296 WKN: A0M4W9

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