BYD: Denza Z startet im Juli in Goodwood

Chinas Autobauer BYD steigert Exporte auf Rekordniveau, kämpft aber mit Gewinneinbruch und schwacher Inlandsnachfrage.

Eduard Altmann ·
BYD Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Exporte steigen um 71 Prozent
  • Heimatabsatz fällt achten Monat
  • Nettogewinn bricht um 55 Prozent ein
  • Luxus-Supersportwagen Denza Z kommt

Rekordzahlen im Ausland, Dauerflaute auf dem Heimatmarkt. Bei BYD klaffen die Absatzwelten im April extrem weit auseinander. Der chinesische Autobauer exportiert so viele Fahrzeuge wie nie zuvor. Die Gewinne brechen trotzdem massiv ein.

Zwei Welten beim Absatz

Das internationale Geschäft brummt. BYD verschiffte im April über 134.000 Fahrzeuge ins Ausland. Das entspricht einem Plus von fast 71 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Exporte machen mittlerweile rund 43 Prozent der monatlichen Gesamtverkäufe aus.

In China sieht die Lage völlig anders aus. Der Absatz von Pkw fiel um knapp 16 Prozent auf gut 314.000 Einheiten. Damit verzeichnet der Konzern den achten Monat in Folge einen Rückgang auf dem Heimatmarkt.

Bei den Untermarken zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Offroad-Sparte Fang Cheng Bao sticht positiv hervor. Sie lieferte nach einer Modelloffensive über 29.000 Fahrzeuge aus. Die Premiummarke Denza verzeichnete hingegen den vierten Jahresrückgang in Folge.

Preiskampf frisst Gewinne

Die schwache Inlandsnachfrage hinterlässt tiefe Spuren in der Bilanz. Im ersten Quartal 2026 brach der Nettogewinn um 55 Prozent ein. Er fiel auf umgerechnet rund 597 Millionen US-Dollar. Auch der Umsatz schrumpfte spürbar.

Die Folge: harter Preiskampf. Konkurrenten wie Xiaomi und Geely zwingen BYD zu massiven Rabatten. Diese Preisnachlässe erreichten im März einen Zweijahreshöchststand. Sie drücken die Marge pro verkauftem Fahrzeug erheblich.

Erschwerend wirken externe Faktoren. Die Finanzierungskosten verdreifachten sich wegen Währungsschwankungen auf 2,1 Milliarden Yuan. Eine halbierte Steuerbefreiung für Elektroautos in China dämpft obendrein die aktuelle Kauflust. Viele Kunden zogen ihre Käufe ins Vorjahr vor.

Angriff in der Luxusklasse

Gegen diesen Abwärtstrend setzt BYD auf das europäische Premiumsegment. Im Juli feiert der Supersportwagen Denza Z beim Goodwood Festival of Speed seine Premiere. Der Viersitzer leistet über 1.000 PS. Er beschleunigt in unter zwei Sekunden auf Tempo 100.

Eine neue Batterietechnologie soll extrem kurze Ladezeiten ermöglichen. Der Akku lädt laut Herstellerangaben in fünf Minuten auf 70 Prozent Kapazität. In Großbritannien kostet das Modell über 100.000 Pfund.

Passend dazu baut der Konzern die Infrastruktur aus. Bis Ende des Jahres gehen in Großbritannien rund 200 eigene Schnellladestationen in Betrieb. BYD testet den neuen Wagen bereits auf dem Nürburgring.

Der Fokus verlagert sich damit endgültig auf das internationale Geschäft. BYD muss das schrumpfende Inlandsgeschäft durch aggressives Wachstum im Ausland kompensieren. Die Margen aus dem Exportgeschäft und dem neuen Luxussegment müssen die massiven Rabatte in China auffangen. Gelingt das nicht, droht im zweiten Halbjahr 2026 der nächste Gewinneinbruch.

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