Cameco Aktie: Analysten sehen 25 Prozent Aufwärtspotenzial
TD Cowen und RBC Capital halten an positiven Bewertungen fest; Cameco baut seine Position in der Uranveredelung weiter aus.

Kurz zusammengefasst
- TD Cowen bestätigt Kaufempfehlung und Kursziel
- RBC Capital hält an Outperform fest
- Exklusive Vermarktungsrechte für Kentucky-Anlage gesichert
- Saskatchewan plant 2.600 Megawatt Kernkraft
Analysten bewerten die Aussichten des kanadischen Urankonzerns Cameco trotz der jüngsten Marktbewegungen zuversichtlich. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Aktie bei 75,68 Euro, was einem leichten Tagesverlust von 0,7 Prozent entsprach. Mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 33,19 Milliarden Euro zählt das Unternehmen weiterhin zu den gewichtigsten Akteuren im globalen Nuklearsektor.
Die aktuelle Bewertung an den Börsen spiegelt eine Konsolidierungsphase wider, in der Marktteilnehmer kurzfristige Preisschwankungen gegen die langfristigen Perspektiven der zivilen Atomwirtschaft abwägen. Das Vertrauen der Beobachter stützt sich dabei vor allem auf staatliche Ausbauprogramme und die zunehmende Bedeutung einer verlässlichen Brennstoffversorgung in Nordamerika und Asien.
Kursziele signalisieren deutlichen Spielraum nach oben
Rückenwind für das Unternehmen kommt aus dem Analysebereich. Am 23. September bestätigte das Analysehaus TD Cowen seine Einstufung für Cameco mit „Buy“ und bezifferte das Kursziel auf C$190,00. Die Experten sehen den Konzern gut positioniert, um vom anhaltenden Bedarf an nuklearen Brennstoffen und begleitenden industriellen Dienstleistungen zu profitieren.
Eine vergleichbar optimistische Haltung nimmt RBC Capital ein. Am 24. September behielten die Analysten ihre Einstufung mit „Outperform“ bei und nannten ein Kursziel von C$184,00. Beide Häuser bescheinigen dem Wertpapier damit ausgehend vom gegenwärtigen Handelsniveau ein deutliches Erholungspotenzial.
Reaktorinitiativen und Ausbau der Brennstoffkette
Das positive Urteil der Marktbeobachter wird von operativen Entwicklungen bei globalen Reaktorbauprojekten flankiert. In einer unverbindlichen Rahmenvereinbarung zwischen den USA und der Republik Korea sind koreanische Investitionen von 120 Milliarden US-Dollar vorgesehen, um bis zu acht Reaktoren in den Vereinigten Staaten mit Westinghouse-Technologie zu realisieren.
Das Vorhaben umfasst Einheiten der Bautypen AP1000 und APR1400. Cameco gab an, dass Westinghouse pro Reaktor des Typs APR1400 einen Wert von rund zwei Milliarden US-Dollar durch Lizenzen, Ingenieurleistungen, Beschaffung und die Fertigung von Brennelementen erzielen könnte.
Zugleich stärkt der Konzern seine strategische Position in der Veredelungskette. Vor über einem Monat schloss Cameco eine exklusive Abnahmevereinbarung mit Global Laser Enrichment (GLE) ab; seither legte die Aktie um 3,5 Prozent zu. Das Unternehmen hält einen Anteil von 49 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen mit Silex Systems und sichert sich damit die exklusiven Vermarktungsrechte für alle Uranprodukte aus der geplanten Anlage in Kentucky.
Auch auf regionaler Ebene zeichnen sich zusätzliche Impulse ab. Am Dienstag stellte die kanadische Heimatprovinz Saskatchewan Pläne vor, bis 2050 mindestens 2.600 Megawatt an nuklearer Kapazität aufzubauen. Cameco-CEO Tim Gitzel begrüßte das Vorhaben und betonte, dass die Provinz damit die tragende Rolle der Kernenergie für das künftige Wirtschaftswachstum anerkenne.
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