Canopy Growth Aktie: Steigende Risikofaktoren?

Canopy Growth verzeichnet schrumpfende Verluste und schließt bald die MTL-Übernahme ab. Trotz operativer Fortschritte notiert die Aktie nahe historischer Tiefststände.

Redaktion Stock-World ·
Canopy Growth Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Übernahme von MTL Cannabis steht kurz bevor
  • Quartalsverlust je Aktie deutlich reduziert
  • Aktienkurs verliert 40 Prozent im Jahresvergleich
  • Ziel ist positives EBITDA im Geschäftsjahr 2027

Die Übernahme von MTL Cannabis rückt näher, die Verluste werden kleiner – und dennoch notiert die Canopy-Growth-Aktie nahe Mehrjahrestiefs. Ein Blick auf den aktuellen Stand zeigt: Das Unternehmen macht operative Fortschritte, kämpft aber weiterhin mit strukturellen Belastungen.

MTL-Übernahme kurz vor dem Abschluss

Der wichtigste kurzfristige Katalysator ist die bevorstehende Schließung der MTL-Cannabis-Akquisition. Bei einer Sonderversammlung am 17. Februar stimmten 99,97 % der abgegebenen MTL-Aktionärsstimmen für die Transaktion, bei einer Beteiligung von rund 89 %. Der Abschluss soll noch vor Ende März 2026 erfolgen, vorbehaltlich ausstehender Gerichts- und Drittgenehmigungen.

Das Ziel: Canopy Growth will seine Position im medizinischen Cannabissegment ausbauen und durch Skaleneffekte die Margen verbessern. Die Kehrseite ist bekannt – der Deal belastet die Bilanz und verwässert bestehende Aktionäre durch die Ausgabe neuer Aktien.

Quartalszahlen: Stagnation oben, Verbesserung unten

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (bis 31. Dezember 2025) blieb der Nettoumsatz mit 74,5 Mio. CAD stabil. Beim Verlust je Aktie gab es hingegen einen deutlichen Fortschritt: 0,18 CAD Verlust stehen dem Vorjahreswert von 1,11 CAD gegenüber.

Im kanadischen Freizeitmarkt stiegen die Umsätze um 8 % gegenüber dem Vorjahr, getragen von Infused Pre-Rolls und neuen All-in-One-Vapes unter den Marken Tweed, 7ACRES und Claybourne. Der medizinische Cannabisbereich in Kanada legte um 15 % zu, gestützt durch mehr versicherte Patienten und höhere Bestellvolumina.

Belastend wirkten dagegen das internationale Segment und die Tochter Storz & Bickel. Lieferkettenprobleme in Europa drückten die Auslandserlöse, während Storz & Bickel einen starken Vorjahresvergleich zu verkraften hatte. Die Bruttomarge sank um 300 Basispunkte auf 29 %.

Kosten sinken, Kurs auch

Beim Kostenmanagement zeigt Canopy Growth Fortschritte: Die Vertriebs- und Verwaltungskosten sanken im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 um 13 % gegenüber dem Vorjahr. Seit März 2025 wurden annualisierte Einsparungen von 21 Mio. CAD realisiert. Die liquiden Mittel von 298 Mio. CAD übersteigen die Schulden um 70 Mio. CAD – womit frühere Zweifel an der Fortführungsfähigkeit des Unternehmens vorerst ausgeräumt sind.

An der Börse spiegelt sich die Erholung bislang nicht wider. Die Aktie verlor in den vergangenen zwölf Monaten rund 40 % – deutlich mehr als der Branchendurchschnitt von 16 %. Am gestrigen Handelstag bewegte sich der Kurs zwischen 1,05 und 1,10 US-Dollar. Im selben Zeitraum summieren sich die Nettoverluste auf 326,6 Mio. CAD; allein aus dem operativen Geschäft flossen 78,7 Mio. CAD ab.

Auf regulatorischer Seite unterzeichnete US-Präsident Donald Trump eine Verfügung zur Umstufung von Cannabis von Schedule I auf Schedule III. Das erleichtert potenziell den Zugang zu Bankdienstleistungen und ermöglicht steuerliche Abzüge für normale Betriebsausgaben. Eine Legalisierung in den USA bedeutet die Umstufung jedoch nicht – der direkte operative Effekt für Canopy Growth bleibt damit begrenzt.

Das Management peilt ein positives bereinigtes EBITDA im Geschäftsjahr 2027 an. Ob der MTL-Deal planmäßig schließt und ob die operativen Verbesserungen in nachhaltige Profitabilität münden, entscheidet sich in den kommenden Quartalen.

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Canopy Growth Aktie

0,81 EUR

– 0,02 EUR -2,19 %
Kurs vom 25. September 2026
KGV —
Sektor Healthcare
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung —
ISIN: CA1380351009 WKN: A140QA

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