Canopy Growth gerät heute wegen einer umfangreichen SEC-Registrierung für den Wiederverkauf von Aktien in den Fokus. Kurz vor den nächsten Quartalszahlen wächst die Sorge, dass ein mögliches Überangebot die ohnehin schwache Kursentwicklung zusätzlich belasten könnte. Die Aktie pendelt im frühen Handel um 1,14 US‑Dollar und zeigt damit kaum Erholung.
Große Aktienregistrierung belastet
Die jüngste SEC-Meldung sieht die Registrierung von insgesamt 52.279.795 Stammaktien zum Wiederverkauf durch bestehende Anteilseigner vor. Diese Aktien können damit künftig frei am Markt platziert werden, ohne dass dem Unternehmen selbst neue Mittel zufließen.
Im Detail umfasst das Paket unter anderem:
– rund 30,05 Millionen Aktien aus wandelbaren vorrangigen Schuldverschreibungen (Fälligkeit 2031),
– etwa 12,73 Millionen Aktien aus Warrants mit einem Ausübungspreis von 2,16 CAD,
– weitere registrierte Aktien aus früheren Finanzierungsstrukturen.
Bei Ausübung der Warrants gegen Barzahlung würde Canopy Growth zwar rund 19,9 Mio. US‑Dollar zufließen. Aus Marktsicht steht aber klar die Verwässerung im Vordergrund – und die Frage, wie stark das Angebot an frei handelbaren Papieren kurzfristig steigen könnte.
Die Registrierung fällt in eine Phase intensiver Bilanzmaßnahmen. Am 8. Januar sicherte sich Canopy eine neue vorrangig besicherte Term Loan in Höhe von 162,1 Mio. US‑Dollar (Nettozufluss: 150 Mio. US‑Dollar) mit einem Zinssatz von Term SOFR + 6,25 % und Laufzeit bis 2031. Parallel dazu tauschte das Unternehmen Anleihen im Volumen von 96,36 Mio. CAD gegen 55 Mio. CAD an neuen Anleihen, Eigenkapital und Warrants. Unterm Strich versucht der Konzern, seine Fälligkeiten zu strecken und die Kapitalstruktur zu stabilisieren – bezahlt wird das allerdings mit zusätzlicher potenzieller Verwässerung.
MTL-Übernahme verstärkt Verwässerungsthema
Operativ steht Canopy Growth vor einem wichtigen Schritt: der Übernahme von MTL Cannabis, angekündigt bereits Ende 2025. Für jede MTL-Aktie sollen 0,32 Canopy-Aktien plus 0,144 CAD in bar fließen. Der Abschluss wird für Ende Februar erwartet.
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Strategisch soll der Deal das Produktportfolio stärken. Gleichzeitig erhöht die Aktienkomponente den Druck auf die Bewertung, da weitere Anteile ausgegeben werden müssen. In einem Umfeld, in dem Verwässerung ohnehin ein dominierendes Thema ist, sorgt diese Struktur für zusätzliche Zurückhaltung bei vielen Marktteilnehmern.
Hinzu kommt ein schwaches Branchenumfeld. Nach kurzfristigen Kursausschlägen Ende 2025 infolge politischer Diskussionen zur Neubewertung von Cannabis blieb eine anhaltende Rally aus. Die Aktie von Canopy Growth hat in den vergangenen vier Wochen rund 23 % verloren, auf Sicht von zwölf Monaten beträgt das Minus fast 49 %.
Kennzahlen und Analystenstimmung
Auf Basis des aktuellen Kurses von 1,14 US‑Dollar liegt die Marktkapitalisierung bei etwa 419 Mio. US‑Dollar – weit entfernt von früheren Höchstständen. Die Fundamentaldaten unterstreichen den Druck:
- Nettoergebnis (TTM): -385,85 Mio. CAD
- Gewinn je Aktie (TTM): -2,12 CAD
- Umsatzentwicklung: Umsatz im Geschäftsjahr 2024 um 9,47 % gegenüber dem Vorjahr rückläufig
Analysten zeigen sich überwiegend skeptisch. Rund 71 % der Einschätzungen stufen den Titel mit „Sell“ ein, lediglich etwa 14 % sehen ein „Buy“. Die anhaltenden Verluste und der häufige Rückgriff auf Eigenkapital zur Schuldensteuerung belasten das Vertrauen institutioneller Investoren.
Ausblick auf Zahlen und Kursmarken
Am 6. Februar legt Canopy Growth die nächsten Quartalszahlen vor. Der aktuelle Konsens für das Geschäftsjahr 2026 erwartet einen Verlust von -0,29 CAD je Aktie. Positive Überraschungen beim Ergebnis oder konkrete Signale zur Integration von MTL Cannabis könnten kurzfristig für Entspannung sorgen, stehen aber im Schatten des registrierten Aktienvolumens.
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Das 52‑Wochen‑Tief bei 0,77 US‑Dollar markiert die zentrale Unterstützungszone. Auf der Oberseite liegt ein erster Widerstand im Bereich von 1,25 US‑Dollar. Sollte es in den kommenden Wochen tatsächlich zu nennenswerten Verkäufen aus dem registrierten Bestand kommen, wäre ein erneuter Rückgang unter die Marke von 1,00 US‑Dollar ein naheliegendes Risiko.
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