Carbios startet ins Jahr 2026 mit einem deutlichen Kontrast: operativ ein wichtiger Meilenstein durch die Wankai-Partnerschaft, an der Börse hingegen eine spürbare Abkühlung nach dem Dezember-Hoch. Der Markt hat die guten Nachrichten schnell eingepreist – und dann wieder Kasse gemacht. Wie stabil ist die aktuelle Ausgangslage nach dem starken Lauf der vergangenen zwölf Monate?
Die Fakten im Überblick
Die Aktie des französischen Recycling-Spezialisten blickt trotz der jüngsten Schwäche auf ein beeindruckendes Jahr zurück. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von rund 55,4 % zu Buche. Gestern schloss der Titel bei 11,30 Euro und liegt damit weiterhin deutlich über dem 52‑Wochen-Tief, aber klar unter der Spitze aus dem Dezember.
Wichtige Kennzahlen zur Einordnung:
- Schlusskurs gestern: 11,30 Euro
- Veränderung 7 Tage: +2,36 %
- Veränderung 30 Tage: -1,99 %
- Veränderung 12 Monate: +55,43 %
- 52‑Wochen-Hoch: 15,19 Euro (5. Dezember 2025)
- 52‑Wochen-Tief: 4,89 Euro (4. April 2025)
- Abstand zum 52‑Wochen-Hoch: -25,61 %
- Abstand zum 52‑Wochen-Tief: +130,85 %
Damit zeigt sich: Nach einem starken Anstieg im Jahresverlauf hat der Wert zuletzt rund ein Viertel vom Hoch abgegeben, bleibt aber komfortabel über seinen Tiefstkursen.
Wankai-Deal und „Sell on Good News“
Der zentrale Treiber im Dezember war die strategische Partnerschaft mit Wankai New Materials, die Anfang des Monats final besiegelt und kommuniziert wurde. Die Kooperation im asiatischen Markt setzte sofort ein Kursfeuerwerk frei: In der Spitze kletterte die Aktie Anfang Dezember auf das 52‑Wochen-Hoch von 15,19 Euro.
Anschließend setzte jedoch ein klassisches „Sell on Good News“-Muster ein. Anleger nutzten die gestiegene Bewertung und die hohe Liquidität, um Gewinne mitzunehmen. In der Folge fiel der Kurs bis zum Jahreswechsel Schritt für Schritt zurück und liegt heute rund 26 % unter dem Dezember-Hoch.
Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass der Markt die langfristigen Chancen der Allianz zwar honoriert, kurzfristig aber die Umsetzungsrisiken höher gewichtet. Die Erwartungshaltung ist nach dem starken Lauf hoch – jetzt geht es darum, ob Carbios die angekündigte Expansion in Asien operativ und finanziell überzeugend hinterlegen kann.
Charttechnik: Schwäche im kurzfristigen Bild
Aus technischer Sicht hat sich das Bild im Dezember spürbar eingetrübt. Nach dem Hoch um 15 Euro setzte ein Abwärtstrend ein, der den Kurs unter mehrere wichtige Marken gedrückt hat.
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Auffällige Punkte im Chart:
- Der Schlusskurs liegt mit 11,30 Euro klar unter dem 52‑Wochen-Hoch, aber deutlich über der Jahrestiefzone.
- Der 50‑Tage-Durchschnitt verläuft bei 10,01 Euro, der Kurs notiert rund 12,9 % darüber – trotz der Korrektur bleibt also eine mittelfristige Aufwärtsstruktur erkennbar.
- Der 200‑Tage-Durchschnitt liegt bei 8,39 Euro, der Abstand von gut 34,7 % unterstreicht den starken übergeordneten Aufwärtstrend im Jahresverlauf.
Gleichzeitig sendet der RSI mit 33,3 ein Warnsignal: Der Titel bewegt sich nahe der technisch überverkauften Zone. Das passt zu dem Bild einer deutlichen, aber bislang geordneten Konsolidierung nach einer starken Rally.
Charttechnisch entscheidend ist der Bereich um 11 Euro. Diese Region wirkt aktuell als kurzfristige Unterstützungszone, nachdem im Dezember bereits Versuche der Stabilisierung in diesem Feld zu beobachten waren. Auf der Oberseite begrenzt die Zone um 12 Euro den Spielraum; hier verläuft ein wichtiger Widerstand, an dem im Dezember mehrfach Verkäufe einsetzten.
Volatilität bleibt hoch
Ein weiteres Merkmal der Aktie bleibt die ausgeprägte Schwankungsbreite. Die annualisierte 30‑Tage-Volatilität von 132,05 % zeigt, wie nervös der Handel zuletzt war. Starke Ausschläge in beide Richtungen sind in diesem Umfeld eher die Regel als die Ausnahme.
Für kurzfristig orientierte Marktteilnehmer bedeutet das: Bewegungen über mehrere Prozentpunkte innerhalb weniger Handelstage sind statistisch gesehen plausibel. Das erklärt auch, warum der Kurs trotz der jüngsten Erholung auf Wochensicht (+2,36 %) im Monatsvergleich noch leicht im Minus liegt.
Fazit: Bewährungsprobe nach Rally
Carbios startet nach einem Kursplus von mehr als 50 % in zwölf Monaten mit gemischten Vorzeichen in das Jahr 2026. Operativ steht mit der finalisierten Wankai-Partnerschaft ein klarer Meilenstein, an der Börse dominiert seit Anfang Dezember jedoch die Korrekturbewegung.
Die technische Ausgangslage ist zweigeteilt: Langfristig bleibt der Aufwärtstrend dank des hohen Abstands zum 200‑Tage-Durchschnitt intakt, kurzfristig sprechen RSI und jüngste Kursentwicklung für eine anhaltende Konsolidierung. In den kommenden Wochen wird vor allem entscheidend sein, ob die Unterstützung um 11 Euro hält und ob es dem Titel gelingt, sich wieder in Richtung der Widerstandszone um 12 Euro vorzuarbeiten.
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