Cardano: Clearstream öffnet Depot
Clearstream nimmt Cardano-Token ADA in Verwahrung auf. Trotz schwacher Nutzerzahlen und Kursverlusten öffnet sich so der Weg für institutionelle Anleger.

Kurz zusammengefasst
- Clearstream verwahrt nun Cardano-Token
- ADA-Kurs liegt 93% unter Allzeithoch
- Netzwerkaktivität sinkt auf Tiefststand
- ETF-Entscheidung im August erwartet
Ein Krypto-Token, der seit Jahresbeginn rund 68 Prozent seines Wertes verloren hat, bekommt ausgerechnet jetzt Zugang zu einem der größten Verwahrsysteme Europas. Clearstream, die Verwahrtochter der Deutschen Börse mit einem Vermögen von über 22 Billionen Euro, hat ADA in ihr MiCA-konformes Depot aufgenommen. Für ein Netzwerk, das zuletzt vor allem durch schrumpfende Nutzerzahlen auffiel, ist das ein bemerkenswertes Signal.
Institutionelle Anbindung trifft auf schwache Nutzung
ADA notiert aktuell bei etwa 0,17 Dollar und liegt damit rund 93 Prozent unter dem Allzeithoch von 3,09 Dollar. Als Unterverwahrer fungiert Crypto Finance, ebenfalls Teil der Deutsche-Börse-Gruppe und nach der EU-Verordnung MiCA reguliert. Der Kurs bewegt sich derzeit in einer engen Zone zwischen 0,17 Dollar Unterstützung und 0,19 Dollar Widerstand, der 50-Tage-Durchschnitt bei 0,188 Dollar bremst die Erholung.
Parallel zur institutionellen Anbindung wächst die Konzentration im Netzwerk. Große Wallets kontrollieren mittlerweile 67 Prozent des gesamten ADA-Angebots, den höchsten Stand seit 2020. Wallets mit Beständen zwischen 10 und 100 Millionen ADA bauten ihren Anteil zuletzt auf 38,13 Prozent aus. Die tatsächliche Netzwerkaktivität zeigt jedoch das Gegenteil: Die täglichen Transaktionen fielen auf ein 45-Tage-Tief von rund 17.400, während der DeFi-TVL von 266 Millionen auf 82 Millionen Dollar einbrach.
Hard Fork und ETF-Fenster als nächste Prüfsteine
Technisch tut sich einiges. Der Van-Rossem-Hard-Fork brachte mit Protocol Version 11 verbesserte Plutus-Funktionen, mittlerweile stammen über 89 Prozent der Blöcke von Nodes mit der neuen Version. Das Ouroboros-Leios-Scaling-Upgrade läuft seit dem 23. Juni im öffentlichen Testnetz und zielt auf einen Sprung von 10 auf 500 Transaktionen pro Sekunde.
Am 9. August öffnet zudem das SEC-Prüffenster für einen Cardano-Spot-ETF, nachdem CME-ADA-Futures sechs Monate regulierten Handel hinter sich haben. Grayscale hat mit dem Fonds GADA bereits einen Antrag eingereicht. Die technische Stimmung bleibt allerdings verhalten: Analystenmodelle zählen aktuell 28 bärische gegen nur zwei bullische Signale, der RSI liegt bei neutralen 47,54 Punkten.
Preisprognosen für den Rest des Jahres 2026 bewegen sich in einer Spanne zwischen 0,15 und 0,25 Dollar. Nur im Fall einer ETF-Genehmigung sehen optimistischere Szenarien einen Anstieg bis auf 0,45 Dollar. Ob die Kombination aus Clearstream-Listing, Hard Fork und ETF-Entscheidung reicht, um diese Zurückhaltung aufzulösen, entscheidet sich frühestens Anfang August.
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