Cardano: Node-Update 9.0.0 vor Hard Fork

Cardano bereitet sich auf den Chang-Hard-Fork vor, während EMURGO nach einem Wallet-Angriff die Konsequenzen zieht.

Dr. Robert Sasse ·
Cardano Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Node-Update 9.0.0 veröffentlicht
  • SecondFi nach Sicherheitsvorfall dauerhaft geschlossen
  • Große ADA-Wallet-Bestände steigen weiter
  • Kurs fällt unter 50-Tage-Durchschnitt

Cardano steckt gerade in einem Spagat. Auf der einen Seite treibt das Netzwerk seine technische Entwicklung voran. Auf der anderen Seite kämpft die Ökosystem-Gründerin EMURGO mit den Folgen eines Sicherheitsvorfalls, der Nutzervertrauen kostet.

Node-Update ebnet Weg für Hard Fork

Am 6. Juli 2026 veröffentlichte IntersectMBO die Cardano-Node-Version 9.0.0. Das Update ist verpflichtend für alle Node-Betreiber im Netzwerk. Es bereitet die Infrastruktur auf den geplanten Chang-Hard-Fork vor.

Der Hard Fork soll die sogenannten Bootstrap-Governance-Schwellenwerte aktivieren. Damit verschiebt sich Entscheidungsmacht stärker in Richtung Community. Ob der Fork wie geplant startet, hängt davon ab, wie schnell Node-Betreiber das neue Update übernehmen.

SecondFi bleibt dauerhaft geschlossen

Parallel zur technischen Weiterentwicklung musste EMURGO am selben Tag eine unangenehme Nachricht verkünden. Der Wallet-Dienst SecondFi nimmt den Betrieb nicht wieder auf. Ein Sicherheitsvorfall, der bereits am 22. Juni entdeckt wurde, hatte 374 Adressen kompromittiert.

Betroffen waren rund 16 Millionen ADA. Zum Zeitpunkt des Angriffs entsprach das etwa 2,4 Millionen US-Dollar. EMURGO hat inzwischen ein Team zur Vermögensrückholung aufgestellt und fordert Nutzer auf, ihre Gelder über offizielle Tools zu migrieren.

Kompromittierte Wallets gelten laut EMURGO als dauerhaft gefährdet. Nutzer sollten sie nicht mehr verwenden.

Netzwerkaktivität trotzt der Unsicherheit

Trotz des Vorfalls zeigt die On-Chain-Aktivität keine Anzeichen von Panik. Seit dem Kurstief am 23. Juni sind 14.783 neue, nicht-leere ADA-Wallets hinzugekommen. Größere Halter bauen ihre Positionen sogar aus.

Wallets mit Beständen zwischen 10 und 100 Millionen ADA hielten am 25. Juni noch 37,66 Prozent der zirkulierenden Menge. Bis heute stieg dieser Anteil auf 38,13 Prozent. Große Adressen akkumulieren also, während kleinere Investoren offenbar zurückhaltender werden.

Bei der Skalierung kommt Cardano ebenfalls voran. Das im Juni 2026 gestartete Testnetz „Ouroboros Leios Musashi Dojo“ soll die Transaktionsgeschwindigkeit massiv steigern. Cardano-Gründer Charles Hoskinson spricht von einem Ziel, das etwa 60-mal höher liegt als der aktuelle Durchsatz. Eine Mainnet-Version von Leios soll noch in diesem Jahr folgen und Cardano näher an Netzwerke wie XRP Ledger heranführen.

Kurs verliert an Schwung

An der Börse zeigt sich das Bild gemischter, als es die technischen Fortschritte vermuten lassen. ADA notiert aktuell bei 0,18 US-Dollar und liegt damit 82,4 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1,01 US-Dollar aus dem August 2025. Auf Sicht von sieben Tagen steht dennoch ein Plus von 22,6 Prozent zu Buche — ein Rebound nach dem Tief bei 0,14 US-Dollar am 26. Juni.

Der Wind hat sich zuletzt aber gedreht. Der Coin verlor an drei aufeinanderfolgenden Handelstagen bis zum 7. Juli und durchbrach dabei seinen 50-Tage-Durchschnitt bei 0,186 US-Dollar nach unten. Allein heute steht ein Minus von 5,8 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf fast 50 Prozent.

Der RSI von 54,7 signalisiert derzeit keine überkaufte oder überverkaufte Lage. Die Rücknahme der Nachfrage bei Kleinanlegern und die verhaltene Reaktion großer Wallets deuten darauf hin, dass der jüngste Rebound an Substanz verliert.

Für Cardano bleibt die Governance-Baustelle offen. Gescheiterte Treasury-Abstimmungen hatten Hoskinson bereits zu einer grundlegenden Überprüfung der Entscheidungsstrukturen bewogen. Der Chang-Hard-Fork dürfte zeigen, ob die neuen Mechanismen dieses Problem tatsächlich lösen.

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