Cardano: Van-Rossem-Hard-Fork im Juli
Cardanos Van-Rossem-Hard-Fork steht vor der Finalisierung, während der ADA-Kurs auf 0,17 US-Dollar fällt und die Nutzerbasis weiter wächst.

Kurz zusammengefasst
- Van-Rossem-Hard-Fork in Abstimmungsphase
- ADA-Kurs fällt um 3,5 Prozent
- 14.783 neue Wallets seit Markttief
- Ctrl Wallet stellt Betrieb ein
Cardano steckt gerade in einem Balanceakt zwischen zwei völlig unterschiedlichen Geschichten. Auf der einen Seite steht der größte technische Umbau seit Netzwerk-Start. Auf der anderen Seite ein Kurs, der schon wieder unter Druck gerät.
Van Rossem und Leios: Das große Update
Der Van-Rossem-Hard-Fork geht aktuell in die Abstimmungsphase. Die Finalisierung ist für Juli 2026 geplant. Das Update gilt als einer der größten Architektur-Umbrüche in der Geschichte des ADA-Netzwerks.
Parallel dazu läuft das Leios-Musashi-Dojo-Testnetz. Es soll die Skalierung radikal verbessern. Erste Daten zeigen ein Ziel, das aufhorchen lässt: Der Durchsatz soll um das 10- bis 65-Fache steigen.
Cardano-Gründer Charles Hoskinson äußerte sich am 7. Juli 2026 zur weiteren Entwicklung. Er deutete an, dass kommende Updates Cardano stärker mit anderen Netzwerken verzahnen könnten. Genannt wurden das Privacy-Projekt Midnight sowie neue Standards für automatisiertes Trading, die Bitcoin-DeFi in das Cardano-Ökosystem einbinden sollen.
Kurskorrektur trotz Baustellen-Fortschritt
Der technische Fortschritt schützt den Kurs nicht vor Rückschlägen. Am 7. Juli fiel ADA um 3,5 Prozent auf 0,18 US-Dollar. Damit war die Hälfte des 27-prozentigen Wochengewinns wieder verschwunden.
Aktuell notiert Cardano bei 0,17 US-Dollar. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von knapp 20 Prozent zu Buche, der Blick auf zwölf Monate zeigt hingegen ein Minus von über 70 Prozent. Vom Jahreshoch bei 1,01 US-Dollar aus dem August 2025 trennen die Kryptowährung inzwischen fast 83 Prozent.
Die Korrektur ging mit einem deutlichen Abbau von Marktrisiko einher. Das Open Interest am Futures-Markt sank um 8 Prozent auf 434,34 Millionen US-Dollar. Etwa 1,26 Millionen US-Dollar an Long-Positionen wurden zwangsliquidiert, während die Funding Rate von 0,0093 Prozent auf 0,0029 Prozent abkühlte.
Charttechnisch bleibt das Bild angespannt. ADA notiert unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts von 0,19 US-Dollar und weit unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 0,27 US-Dollar. Der RSI von 51,4 zeigt aktuell keine extreme Über- oder Unterverkauft-Situation an.
Wachsendes Netzwerk, schrumpfende Wallet-App
Während der Preis schwankt, wächst die Nutzerbasis stetig weiter. Seit dem Markttief am 23. Juni 2026 kamen 14.783 neue, nicht-leere Wallets hinzu. Große Halter mit 10 bis 100 Millionen ADA bauten ihren Anteil am Gesamtangebot im selben Zeitraum von 37,66 auf 38,13 Prozent aus.
Ein Schatten liegt jedoch über der Wallet-Infrastruktur. Ctrl Wallet, früher als XDEFI bekannt, stellt seinen Betrieb bis zum 3. August 2026 dauerhaft ein. Grund ist ein Sicherheitsvorfall vom 23. Juni, bei dem Angreifer 16 Millionen ADA erbeuteten. Nutzer müssen ihre Recovery-Phrasen sichern oder Guthaben verschieben, bevor die App aus allen Stores verschwindet.
RealFi und ein mysteriöses Versprechen
Hoskinson kündigte am 7. Juli zudem ein „Joe-Rogan-Level“-Projekt außerhalb der Krypto-Welt an, ohne Details zu nennen. Zur aktuellen Marktflaute äußerte er sich ebenfalls: Ein Teil der Stagnation gehe auf politische Entwicklungen in den USA zurück.
Fachlich konkreter wird es beim RealFi-Projekt. Am 6. Juli startete das Phase-One-Testnetz, das den Stablecoin USDR einführt und reale Kredite in On-Chain-Staking-Erträge integrieren soll. Das Ziel: ein Total Value Locked von einer Milliarde US-Dollar.
Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob Van Rossem und Leios ausreichen, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. Bis zur geplanten Finalisierung im Juli 2026 bleibt der Kurs von Liquidationswellen und Derivate-Bewegungen getrieben – unabhängig vom technischen Fortschritt im Hintergrund.
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