Cardano: Wale gegen Nutzerschwund

Großinvestoren horten Cardano-Token auf Sechsjahreshoch, während Transaktionen und Smart-Contract-Nutzung einbrechen. Der Kursanstieg steht auf dem Prüfstand.

Redaktion Stock-World ·
Ein majestätischer Wal schwimmt unter der Wasseroberfläche, umgeben von digitalen Linien, während an der Oberfläche leichte Wellen sichtbar sind. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Wal-Anteil am ADA-Angebot auf Rekordniveau
  • Tägliche Transaktionen fallen auf 45-Tage-Tief
  • Clearstream nimmt ADA in reguliertes Depot auf
  • Entscheidung an der 0,19-Dollar-Widerstandszone

Bei Cardano klaffen zwei Trends auseinander, die eigentlich zusammengehören sollten. Während Großinvestoren so viel ADA horten wie seit sechs Jahren nicht mehr, schrumpft die tatsächliche Netzwerkaktivität auf ein Mehrwochentief. Diese Diskrepanz entscheidet gerade darüber, ob der jüngste Kursanstieg trägt oder nur eine Verschnaufpause im langfristigen Abwärtstrend ist.

ADA kletterte innerhalb einer Woche von 0,14 auf rund 0,18 Dollar und damit zurück in die Top 15 der größten Kryptowährungen. Der Anstieg stoppte jedoch exakt an der Marke von 0,19 Dollar, wo der 50-Tage-Durchschnitt, das obere Bollinger-Band und ein wichtiger Pivot-Punkt zusammenlaufen. Von seinem Allzeithoch bei 3,09 Dollar bleibt der Token weiterhin mehr als 90 Prozent entfernt.

Wale bauen Position aus, Nutzer ziehen sich zurück

Wallets mit Beständen zwischen 10 und 100 Millionen ADA erhöhten ihren Anteil am Gesamtangebot Ende Juni auf 38,13 Prozent. Rechnet man alle großen Adressen zusammen, kontrollieren sie inzwischen 67 Prozent des ADA-Angebots — der höchste Stand seit 2020. Seit dem Kurstief am 23. Juni kamen zudem über 15.000 neue Wallets mit ADA-Beständen hinzu.

Die Kehrseite: Die täglichen Transaktionen fielen auf rund 17.400, den niedrigsten Wert seit 45 Tagen. Noch deutlicher zeigt sich der Rückgang bei Smart-Contract-Aktivitäten, die von rund 26.000 Anfang Juni auf etwa 4.250 einbrachen. Am Derivatemarkt sank das Open Interest der ADA-Futures um acht Prozent, parallel dazu rutschte die Funding Rate von 0,0093 auf 0,0029 Prozent — ein Zeichen nachlassender spekulativer Positionierung.

Clearstream-Listing trifft auf technische Upgrades

Institutionell tut sich derweil etwas: Clearstream, die Verwahrtochter der Deutschen Börse, nahm ADA am 7. Juli in ihr reguliertes, MiCA-konformes Depot auf. Auf der technischen Seite läuft der Van-Rossem-Hard-Fork mit Plutus-Verbesserungen — bereits über 89 Prozent der Blöcke werden von Nodes produziert, die die neue Protokollversion unterstützen. Das Ouroboros-Leios-Skalierungsupgrade befindet sich seit dem 23. Juni im öffentlichen Testnet und soll den Durchsatz massiv erhöhen.

Parallel dazu arbeitet die EMURGO-Tochter SecondFi an der Rückabwicklung eines früheren Sicherheitsvorfalls: Gestohlene ADA im Wert von 2,4 Millionen Dollar sollen innerhalb von zwei Wochen an 374 betroffene Adressen zurückfließen.

Der Fear-and-Greed-Index für den Kryptomarkt notiert bei 24 Punkten und signalisiert damit extreme Angst unter Anlegern. Prognosemodelle sehen ADA bis Dezember 2026 in einer Spanne zwischen 0,17 und 0,27 Dollar — vorausgesetzt, das Leios-Upgrade funktioniert wie angekündigt und der Gesamtmarkt erholt sich. Scheitert das, drohe ein Rückfall unter die Marke von 0,14 Dollar in Richtung 0,12 Dollar. Ob die Wal-Akkumulation tatsächlich in neue Nachfrage mündet oder die schwache Netzwerkaktivität den nächsten Rücksetzer einleitet, entscheidet sich an der Widerstandszone bei 0,19 Dollar.

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