Carl Zeiss Meditec Aktie: China-Bremse hält an

Carl Zeiss Meditec verzeichnet deutlichen Kursverlust nach schwachen Neunmonatszahlen. Das Sparprogramm mit tausend Stellenstreichungen soll die Wende bringen, während China weiterhin belastet.

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Hochwertige medizinische Optik in einer modernen, klinischen Umgebung mit kühler, gedämpfter Beleuchtung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Aktie stürzt um fast acht Prozent ab
  • Gewinn bricht um 30 Prozent ein
  • Sparprogramm: bis zu 1000 Stellen betroffen
  • China-Geschäft mit Premiumlinsen schwächelt

Ein Kurssturz von fast acht Prozent an einem einzigen Vormittag ist selbst für ein Krisenjahr eine Ansage. Bei Carl Zeiss Meditec zeigt sich am Donnerstag, wie tief das China-Problem inzwischen sitzt — und wie skeptisch die Börse auf das milliardenschwere Sparprogramm reagiert, das dagegen helfen soll.

Die Aktie des Medizintechnik-Konzerns aus Jena fiel am Vormittag um 7,7 Prozent auf 27,96 Euro und zählte damit zu den schwächsten Werten im SDax. Seit Jahresbeginn hat sich das Kursminus auf rund 30 Prozent aufgetürmt. Auslöser waren die Neunmonatszahlen, die zeigen, wie stark das Unternehmen von der Investitionszurückhaltung in China und von ungünstigen Wechselkursen getroffen wird.

Gewinn bricht deutlich stärker ein als der Umsatz

Der Umsatz sank in den ersten neun Monaten um 2,9 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro — währungsbereinigt blieb das Geschäft stabil. Auf der Ergebnisseite trifft es Carl Zeiss Meditec deutlich härter: Das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) brach um fast 30 Prozent auf 124,5 Millionen Euro ein. Der Gewinn je Aktie fiel auf 0,80 Euro, ein Fünftel weniger als im Vorjahr.

Besonders schmerzt das Geschäft mit Premiumlinsen in China. Strengere Vergaberegeln bevorzugen zunehmend einheimische Anbieter, in der Folge mussten zuletzt sogar Produkte verschrottet werden. Ein Rückzug aus dem chinesischen Markt, der rund ein Viertel zum Konzernumsatz beisteuert, ist laut Finanzvorstand Justus Felix Wehmer dennoch keine Option — im Gegenteil, das Unternehmen wolle dort noch präsenter werden. Für das vierte Quartal kündigte das Management zusätzlich eine Goodwill-Abschreibung von rund 150 Millionen Euro im Bereich Ophthalmology an.

Sparprogramm soll Wende bringen

Um gegenzusteuern, greift Carl Zeiss Meditec zu einem harten Schnitt: Bis zu 1.000 Stellen könnten in den kommenden drei Jahren wegfallen. Die Gespräche mit Arbeitnehmervertretern laufen nach Unternehmensangaben bereits konstruktiv. Ziel ist es, das Ergebnis bis zum Geschäftsjahr 2028/29 um mehr als 200 Millionen Euro jährlich zu verbessern — über optimierte Lieferketten, die Streichung wenig profitabler Produkte und eine Verlagerung von Geschäftsteilen in kostengünstigere Länder, darunter ein geplanter Fertigungsstandort in Indien.

Die bereinigte operative Marge soll dadurch mittelfristig auf mindestens 15 Prozent steigen, langfristig sogar auf 16 bis 20 Prozent. Für das laufende Geschäftsjahr bleiben die im Mai gesenkten Ziele bestehen: ein Umsatz zwischen 2,15 und 2,2 Milliarden Euro bei einer Ebita-Marge von 8 bis 10 Prozent.

JPMorgan-Analyst David Adlington bleibt bei „Underweight“ und einem Kursziel von 21,70 Euro. Er verweist darauf, dass das dritte Quartal ohne Zollrückerstattungen die Erwartungen verfehlt habe — ein Abrutschen ans untere Ende der Jahresziele hält er für wahrscheinlich. RBC-Analyst Charles Weston sieht dagegen Licht: Der bereinigte operative Gewinn habe die Konsensschätzung um fast zehn Prozent übertroffen, getragen vom starken Mikrochirurgie-Segment, während das China-Geschäft mit Augenheiltechnik weiter schwächelt.

Ob das Sparprogramm die Wende schafft, entscheidet sich über mehrere Jahre — die nächste Zwischenbilanz liefert der Abschluss des Geschäftsjahres Ende September.

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Carl Zeiss Meditec Aktie

34,82 EUR

– 0,74 EUR -2,08 %
KGV 25,00
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite 1,56 %
Marktkapitalisierung 3,01 Mrd. EUR
Ø Kursziel 26,93 EUR
ISIN: DE0005313704 WKN: 531370

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