CATL Aktie: 20 bis 40 Milliarden Yuan Rückkauf
CATL überzeugt mit Rekordzahlen und einem milliardenschweren Aktienrückkauf. Das Wachstum wird zunehmend von Energiespeichern getrieben.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzsprung um fast 57 Prozent
- Milliardenschwerer Aktienrückkauf angekündigt
- Energiespeicher treiben das Wachstum
- Kooperation für Vehicle-to-Grid-Technologie
Während Volkswagen und Tesla mit Preiskriegen kämpfen, hat CATL sich längst aus dieser Liga verabschiedet. Der chinesische Batteriekonzern schließt die Woche mit 385,99 Yuan – ein Plus von 7,22 Prozent binnen sieben Tagen. Der eigentliche Treiber dieser Rally liegt aber nicht im Auto, sondern im Stromnetz.
Rekordzahlen trotz schwächelnder EV-Nachfrage
CATL meldet für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 147,79 Milliarden Yuan. Das entspricht einem Plus von 56,92 Prozent zum Vorjahr. Der Nettogewinn kletterte im gleichen Zeitraum um 36,5 Prozent auf 22,5 Milliarden Yuan.
Für das erste Halbjahr summiert sich das auf 276,9 Milliarden Yuan Umsatz, ein Anstieg von 54,8 Prozent. Der Nettogewinn wuchs um 42 Prozent auf 43,28 Milliarden Yuan. Einige Analysten hatten sogar noch mehr erwartet – trotzdem sind das Zahlen, von denen andere Autozulieferer nur träumen können.
Der Hintergrund: Chinas Inlandsnachfrage nach Elektroautos kühlt spürbar ab. Der chinesische Autohändlerverband CPCA rechnet für Juli mit einem saisonalen Rückgang bei den Einzelhandelsverkäufen. CATL federt das ab, indem der Konzern woanders wächst – bei riesigen Batteriespeichern für Rechenzentren und Stromnetze. Genau dieser Markt trägt inzwischen einen Großteil des Wachstums und macht CATL unabhängiger von den Preiskämpfen der klassischen Autobauer.
Ein Rückkauf als Statement
Die eigentliche Nachricht der Woche ist aber der Aktienrückkauf. CATL will A-Aktien im Wert von 20 bis 40 Milliarden Yuan zurückkaufen und einziehen – einer der größten Rückkaufpläne in der Geschichte des chinesischen A-Aktien-Marktes. Das Management setzt dabei einen Preisdeckel von 573 Yuan je Aktie fest, deutlich über dem Freitagsschluss von 385,99 Yuan.
Was bedeutet das? Der Vorstand ist bereit, für die eigene Aktie fast 50 Prozent mehr zu zahlen, als der Markt sie aktuell bewertet. Ein deutlicheres Signal für das eigene Wertbewusstsein lässt sich kaum senden.
Möglich macht das die Bilanz. CATL sitzt zum Halbjahresende auf rund 372,05 Milliarden Yuan an Cash und Äquivalenten. Aus dem operativen Geschäft flossen in sechs Monaten 60,2 Milliarden Yuan in die Kasse. Zum Vergleich: Tesla wies zuletzt einen negativen freien Cashflow aus, während Rivian und Lucid weiter auf externe Finanzierung angewiesen sind. Der Unterschied in der finanziellen Verfassung der Branche könnte kaum größer sein.
V2G, Batterietausch und Regierungsflotten
CATL baut sein Ökosystem parallel weiter aus. Mit dem Unternehmen Dalian Deta hat der Konzern diese Woche eine strategische Kooperation geschlossen. Im Fokus stehen Vehicle-to-Grid-Technologie, Batteriewechselstationen und die Elektrifizierung staatlicher Fahrzeugflotten.
Das zeigt die Richtung: CATL will nicht nur Batterien verkaufen, sondern deren gesamten Lebenszyklus kontrollieren – von der Produktion über die Zweitnutzung bis zur städtischen Infrastruktur. Vom reinen Zulieferer zum Systemanbieter der Energiewende.
Die Aktie notiert derzeit rund 17,66 Prozent unter ihrem Mai-Hoch von 468,75 Yuan. Von einer Übertreibung kann bei diesen Bewertungsniveaus also keine Rede sein. Mit dem angekündigten Milliarden-Rückkauf und dem wachsenden Standbein im Energiespeichergeschäft liefert CATL genug Substanz, um den Abstand zum Rekordhoch in den kommenden Monaten zu verkleinern.
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