CATL Aktie: 370 Millionen für Qiyuan-Anteil
CATL plant Natrium-Ionen-Auslieferungen ab September und baut Wechselstationen aus, während Preisanpassungen und Umweltauflagen den Konzern begleiten.

Kurz zusammengefasst
- Natrium-Zellen sollen 2026 kostenparitätisch werden
- Erste Lieferungen ab September vorgesehen
- CATL investiert 370 Millionen US-Dollar
- Bußgeld in Ungarn wegen Abfallverstößen
Der weltweit führende Batteriehersteller CATL bereitet den großflächigen Einsatz der Natrium-Ionen-Technologie vor. Wie das Unternehmen bekannt gab, sollen diese Zellen bis Ende des Jahres 2026 die Kostengleichheit mit Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) erreichen.
Der Startschuss für die ersten Auslieferungen auf dem chinesischen Heimatmarkt ist bereits für den kommenden September geplant, während der globale Versand innerhalb eines Jahres folgen soll.
Strategische Expansion im Bereich Infrastruktur
Parallel zur technologischen Weiterentwicklung baut CATL seine Präsenz im Sektor der Wechselbatterien massiv aus. Gestern wurde bekannt, dass das Unternehmen für 370 Millionen US-Dollar einen Anteil von 25 Prozent an Qiyuan Green Power erworben hat. Damit stärkt der Konzern seine Position im Markt für Batteriewechselsysteme bei elektrischen Lastkraftwagen.
Ergänzend dazu unterzeichnete die Tochtergesellschaft Contemporary Amperex Energy Service Technology (CAES) am Mittwoch eine strategische Vereinbarung mit dem Staatsunternehmen Kunming Development New Energy. Ziel ist der gemeinsame Aufbau von 100 EVOGO-Batteriewechselstationen in der Stadt Kunming.
Auch die Analysten von UBS blicken optimistisch auf die neue Zellchemie: Sie hoben ihre Prognose für den Anteil von Natrium-Ionen-Batterien am weltweiten Bedarf bis zum Jahr 2035 auf 14 Prozent an. Die Experten begründen dies mit dem schrumpfenden Preisaufschlag gegenüber herkömmlichen LFP-Zellen, der sich künftig auf 7 bis 11 US-Dollar pro Kilowattstunde reduzieren dürfte.
Preisanpassungen und regulatorische Hürden
Im Bereich der stationären Energiespeicherung reagiert CATL auf steuerliche Änderungen. Am Mittwoch erhöhte das Unternehmen die Marktpreise für seine 314Ah-Energiespeicherzellen um 2,17 Prozent auf 0,423 Yuan pro Wattstunde.
Dieser Schritt erfolgt unmittelbar vor der Einführung einer neuen Verbrauchssteuer in Höhe von zwei Prozent auf Lithium-Ionen-Batterien, die am 1. September in Kraft tritt. Um kleinere Integratoren direkt zu erreichen, aktualisierte CATL zudem seine Vertriebsplattform „CATL Mall“, über die LFP-Speicherzellen bereits ab 423 Yuan pro Kilowattstunde angeboten werden.
Trotz der Expansionserfolge sieht sich der Konzern mit ökologischen Herausforderungen konfrontiert. In Ungarn verhängte das dortige Verkehrs- und Investitionsministerium am Dienstag ein Bußgeld in Höhe von 10 Millionen Forint gegen das Werk in Debrecen, nachdem Verstöße bei der Kennzeichnung und Lagerung von Abfällen festgestellt worden waren.
Zudem wurde am Mittwoch bekannt, dass die Umweltbehörde von Yichun die Bekanntmachung zur Umweltverträglichkeitsprüfung für die Lithiummine Jianxiawo nach öffentlichen Einwänden bezüglich der Abfallentsorgung zurückgezogen hat.
Kursentwicklung und Nachhaltigkeitsziele
An der Börse notiert das Papier am heutigen Freitag bei 368,50 CNY, was einem Rückgang von 1,2 Prozent entspricht. Damit vergrößert sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch vom Mai auf 21 Prozent. Ungeachtet kurzfristiger Schwankungen treibt CATL seine langfristige ESG-Strategie voran.
Bereits am 17. August teilte das Unternehmen mit, dass alle 20 Batteriewerke rückwirkend für das Jahr 2025 Klimaneutralität erreicht haben. Bis 2035 strebt der Konzern die vollständige CO2-Neutralität über die gesamte Wertschöpfungskette an.
Zusätzliche Wachstumsimpulse erhofft sich das Management durch neue Kooperationen im Automobilsektor. Mit Schaeffler wurde am vergangenen Donnerstag eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Entwicklung von Batteriemanagementsystemen und integrierten Leistungselektroniken für den europäischen Markt unterzeichnet.
Auch im Bereich Nutzfahrzeuge sicherte sich CATL eine fünfjährige Zusammenarbeit mit Dongfeng Liuzhou Motor zur Entwicklung von „Battery-Bank“-Modellen.
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