CATL Aktie: Argentinien-Poker um Speicher?

Gespräche mit Ausschreibungsgewinnern und ein lokales Team erweitern CATLs Chancen, konkrete Lieferaufträge stehen jedoch noch aus.

Dieter Jaworski ·
Moderne Lithium-Extraktionsanlage in den argentinischen Salzebenen unter klarem Himmel. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • CATL spricht mit argentinischen Ausschreibungsgewinnern
  • Vier Netzspeicherprojekte mit CATL-Beteiligung
  • Vertriebs- und Technikteam vor Ort aufgebaut
  • Bis zu 70 GWh angekündigte Natrium-Ionen-Projektziele

CATL verhandelt Medienberichten von heute zufolge mit mehreren Gewinnern argentinischer Speicher-Ausschreibungen über Lieferungen. Damit sucht das Unternehmen zusätzliche Absatzmöglichkeiten für Netzspeicher und nimmt zugleich Speicherlösungen für Bergwerke ins Visier. Für Anleger ist entscheidend: Die Gespräche eröffnen Geschäftschancen, sind aber noch keine bestätigten Lieferaufträge.

Lokale Präsenz für weitere Projekte

CATL hat sich bereits an vier Netzspeicherprojekten in Argentinien beteiligt. Zwei davon entfallen auf die Zusammenarbeit mit Central Puerto, eines auf Edison. Bei einem weiteren Projekt wurde der Partner nicht genannt.

Für die weitere Marktbearbeitung hat CATL vor Kurzem ein Vertriebs- und Technikteam in Argentinien aufgebaut. Das Unternehmen verbindet damit lokale Präsenz mit der Suche nach zusätzlichen Projekten. Neben den laufenden Liefergesprächen richtet sich der Blick auf weitere Speicherkapazitäten, deren Ausbau Cammesa anstrebt.

Das Interesse an Bergwerksspeichern erweitert den Kreis möglicher Anwendungen. Bislang handelt es sich dabei um eine angestrebte Geschäftschance. Die bereits bestehende Projektbeteiligung, die Gespräche mit Ausschreibungsgewinnern und die Suche nach Bergbaukunden haben damit unterschiedliche Verbindlichkeit. Sie sollten nicht als einheitlicher Auftragsbestand gelesen werden.

Große Projektziele verlangen genaue Einordnung

Wie wichtig diese Unterscheidung ist, zeigt auch CATLs Natrium-Ionen-Geschäft. Laut einem gestrigen Bericht von 36Kr Japan summieren sich vier im Jahr 2026 angekündigte Partnerschaften auf bis zu 70 GWh. Viele dieser Vorhaben sind Rahmenvereinbarungen oder Zielgrößen und keine bestätigten Aufträge.

Die angekündigten Volumina zeigen das Potenzial der Technologie, sichern aber noch keinen entsprechenden Absatz. Für die Bewertung der Expansion zählt deshalb nicht allein die Größe einer Vereinbarung. Ebenso wichtig ist, ob daraus konkrete Lieferverpflichtungen entstehen.

Den größten Anteil an den genannten Projektzielen hat Hyper Strong in China mit bis zu 60 GWh über drei Jahre. Auf europäische Partnerprojekte entfallen insgesamt bis zu 10 GWh.

Kostenversprechen bleiben mit Vorbehalten verbunden

Auch die wirtschaftlichen Erwartungen an Natrium-Ionen-Speicher sind noch nicht abschließend geklärt. Einige Hersteller erwarten bei höherer Produktion Zellkosten um 40 US-Dollar/kWh. IRENA ließ im November 2025 jedoch offen, ob die Technologie langfristig günstiger als Lithium-Ionen-Batterien wird.

Argentinien liefert CATL somit einen weiteren Ansatzpunkt für das Speichergeschäft: vorhandene Projektbeteiligungen, ein lokales Team und Gespräche über zusätzliche Lieferungen. Der nächste belastbare Fortschritt wäre der Übergang dieser Gespräche in konkrete Aufträge. Bis dahin ergänzt die Expansion die Geschäftsperspektive, ohne bereits gesicherten zusätzlichen Umsatz zu belegen.

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CATL Aktie

229,07 CNY

– 0,07 CNY -0,03 %
KGV 12,01
KUV 2,65
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,18 %
Marktkapitalisierung 1,04 Bio. CNY
Ø Kursziel 447,95 CNY
ISIN: CNE100003662 WKN: A2JQNK

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