CATL Aktie: Versorgung gesichert

Der Batteriehersteller CATL schließt langfristige Lieferverträge und Beteiligungen ab, um sich gegen die stark gestiegenen Lithiumpreise abzusichern und die Margenstabilität zu wahren.

Kurz zusammengefasst:
  • Langfristige Lieferverträge im Wert von über 17 Mrd. Dollar
  • Strategische Beteiligung an Zulieferer Fulin Precision
  • Reaktion auf Lithiumpreis-Anstieg um über 70 Prozent
  • Ziel ist stabile Versorgung und planbare Kosten

CATL reagiert mit einer klaren Offensive auf den jüngsten Preissprung bei Lithium. Der Batteriekonzern bindet gleich mehrere Zulieferer mit langfristigen Milliardendeals und steigt zusätzlich als Großaktionär ein. Ziel ist es, bis Anfang der 2030er-Jahre stabile Versorgung und planbare Kosten zu sichern – während kleinere Wettbewerber mit der Rohstoff-Rally kämpfen.

Langfristige Lieferverträge im Milliardenvolumen

Im Zentrum steht ein groß angelegtes Rahmenabkommen mit Ningbo Ronbay New Energy Technology. Seit gestern liegen die Details auf dem Tisch: Zwischen 2025 und 2031 soll Ronbay mindestens 3,05 Millionen Tonnen Kathodenmaterial an CATL liefern. Das Volumen wird auf rund 120 Milliarden RMB (etwa 17,2 Milliarden US-Dollar) geschätzt.

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Besonderer Fokus liegt auf Lithium-Eisenphosphat (LFP): Mindestens 1,525 Millionen Tonnen des Materials sind explizit für diese Batterietechnologie vorgesehen. Die Größenordnung ist so deutlich, dass die Shanghaier Börse eine formelle Anfrage zu den Kapazitätszusagen von Ronbay gestellt hat. Die Aktie des Zulieferers wurde im Zuge dieser Prüfung vorübergehend vom Handel ausgesetzt.

Parallel stärkt CATL seine Lieferkette über Beteiligungen. Das Unternehmen investiert 3,18 Milliarden RMB (rund 455 Millionen US-Dollar) in Fulin Precision. CATL zeichnet neue Aktien im Rahmen einer Privatplatzierung zu 13,62 CNY je Anteil – rund 27 % unter dem Platzierungspreis. Damit sichert sich der Konzern mehr als 5 % der Anteile, perspektivisch sogar bis zu 12 %, und wird zum zweitgrößten Aktionär.

Das frische Kapital soll in ein neues LFP-Kathodenwerk in Ordos fließen, das auf eine Jahreskapazität von 500.000 Tonnen ausgelegt ist. Damit verzahnt CATL Finanzierung und Abnahme – der Konzern sorgt für Volumen, der Partner für Produktionsausbau.

Ergänzt wird das Paket durch ein weiteres Rahmenabkommen mit Longpan Technology (Jiangsu Lopal). Für das Jahr 2026 wurden hier Transaktionen mit einem Höchstwert von bis zu 70 Milliarden RMB vereinbart. Longpan sichert damit den fortlaufenden Zufluss wichtiger Vorprodukte für Batterien.

In Summe steht damit eine dreigleisige Strategie: langfristige Volumenverträge, Beteiligung an Schlüsselzulieferern und Ausbau der Kapazitäten entlang der Wertschöpfungskette.

Lithiumpreisschock als Auslöser

Die Offensive kommt nicht zufällig jetzt. Seit Dezember 2025 sind die Spotpreise für batterietaugliches Lithiumcarbonat in China um mehr als 70 % nach oben geschossen. In dieser Woche wurde zeitweise die Marke von 160.000 CNY pro Tonne überschritten; am 15. Januar lagen die Preise nur leicht darunter bei 159.000 CNY je Tonne.

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Treiber sind eine starke Nachfrage aus Großprojekten im Bereich Energiespeicher und ein angespanntes Angebot. Hinzu kommt der Entzug von Schürfrechten in der Provinz Jiangxi, der das verfügbare Volumen zusätzlich einengt.

Mit den nun abgeschlossenen Vereinbarungen versucht CATL, diese Volatilität aus dem eigenen Ergebnis weitgehend herauszuhalten. Langfristige Abnahmezusagen verschaffen dem Konzern in den Verhandlungen Spielraum, während er durch die Finanzierung von Ausbauprojekten – etwa bei Fulin Precision – direkten Einfluss auf Kapazitäten und Kostenstruktur erhält.

Analysten sehen darin eine Machtverschiebung in der Branche: Wer so große Volumina in den Büchern hat, kann Preisstrukturen eher vorgeben, statt sie hinnehmen zu müssen. Für kleinere Zellhersteller, die kurzfristiger einkaufen müssen, bleiben dagegen höhere Risiken bei Margen und Planungssicherheit.

Bewertung und Marktumfeld

An der Börse spiegelt sich die strategische Offensive bislang nur begrenzt wider. Die Aktie notierte gestern bei 353,75 CNY und liegt damit rund 10 % unter dem 52-Wochen-Hoch von Anfang Dezember. Seit Monatsbeginn hat der Titel knapp 8 % verloren. Der RSI von 54 signalisiert derzeit weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation.

Fundamental bleibt das Bild laut Marktdaten stabil bis positiv: Für 2025 wird ein Umsatzanstieg um 17,75 % auf 426,3 Milliarden RMB erwartet, für 2026 nochmals ein Plus von 24,27 %. Das Papier wird auf Basis der Prognosen mit einem Forward-KGV von etwa 23,2 für 2025 gehandelt. Der Markt preist also Wachstum ein, bewertet die neuen Lieferverträge und Beteiligungen aber offenbar noch eher vorsichtig.

Parallel verändert sich das geopolitische Umfeld. Der Besuch des kanadischen Premierministers Mark Carney in Peking am 15. und 16. Januar wird als Signal für eine mögliche Entspannung der Beziehungen gewertet. Für CATL könnte das perspektivisch relevant werden: Kanada ist reich an Rohstoffen, auch wenn derzeit noch Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge lasten.

Ausblick: Fokus auf Margenstabilität

In den kommenden Wochen richtet sich der Blick vor allem auf zwei Punkte: Zum einen auf die weitere Klärung des Ronbay-Vertrags nach der Börsenanfrage in Shanghai. Zum anderen darauf, wie sich die nun gesicherten Volumina in den kommenden Quartalen in der Gewinn- und Verlustrechnung niederschlagen.

Operativ geht es für CATL darum, die aktuelle Rohstoffrally in stabile Einkaufskonditionen zu übersetzen und so die angekündigten Umsatzsteigerungen mit möglichst konstanten oder verbesserten Margen zu unterlegen. Spätestens mit den nächsten Quartalszahlen dürfte klarer werden, in welchem Umfang die neuen Vereinbarungen diese Erwartung tatsächlich tragen.

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