Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten und die Blockade der Straße von Hormus haben den Ölpreis über die Marke von 100 US-Dollar katapultiert. Inmitten der schwersten Energieversorgungskrise seit einer Generation positioniert sich Chevron als einer der Hauptprofiteure. Während die globalen Märkte unter dem Angebotsschock leiden, treiben strategische Verkäufe und der Einstieg eines prominenten Großinvestors den Kurs des US-Energiekonzerns an.
Seit den militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und dem Iran Ende Februar herrscht am Energiemarkt der Ausnahmezustand. Rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Gaslieferungen passieren normalerweise die nun blockierte Meerenge. Die Internationale Energieagentur (IEA) spricht von der größten Angebotsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarktes. Diese geopolitische Prämie spiegelt sich direkt im Aktienkurs wider: Mit einem aktuellen Niveau von 171,88 Euro verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn ein starkes Plus von über 29 Prozent.
Portfolio-Umbau trifft auf Buffett-Millionen
Der Konzern ruht sich auf den hohen Rohstoffpreisen nicht aus, sondern baut sein Portfolio aktiv um. Für 260 Millionen US-Dollar verkauft Chevron seine Offshore-Beteiligungen in Angola an das Londoner Unternehmen Energean. Das frei werdende Kapital fließt in renditestärkere Regionen wie das Permian-Becken in den USA.
Gleichzeitig gibt es operative Hürden: Im israelischen Leviathan-Gasfeld musste das Unternehmen „Force Majeure“ anmelden, nachdem die Regierung aus Sicherheitsgründen einen Produktionsstopp angeordnet hatte. Diese regionalen Risiken schrecken Großinvestoren nicht ab. Jüngste Pflichtmitteilungen zeigen, dass Warren Buffetts Berkshire Hathaway seine Position um mehr als acht Millionen Chevron-Aktien aufgestockt hat.
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Robuste Basis für kommende Monate
Abseits der geopolitischen Rückenwinde stützen die operativen Kennzahlen die aktuelle Bewertung. Dank der Integration von Hess und dem Start neuer Großprojekte rechnet das Management für 2026 mit einem Produktionswachstum von 7 bis 10 Prozent. Ein entscheidender Vorteil in volatilen Zeiten ist die niedrige Gewinnschwelle: Die Dividenden und Investitionsausgaben sind bereits ab einem Ölpreis von unter 50 US-Dollar pro Barrel gedeckt.
Im laufenden Halbjahr stehen mehrere Termine an, die Aufschluss über die weitere operative Entwicklung geben:
- 25. April: Veröffentlichung der Quartalszahlen für das erste Quartal.
- Zweites Quartal: Erwarteter Förderbeginn des Tengiz-Großprojekts in Kasachstan.
- Juni: Jährliches Strategie-Update mit Fokus auf das Kapitalrückführungsprogramm für die zweite Jahreshälfte.
Solange die sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus nicht gewährleistet ist, dürfte der geopolitische Aufschlag im Ölpreis laut Analysten von JPMorgan Chase bestehen bleiben. Für Chevron bedeutet dies ein anhaltend starkes Marktumfeld im zweiten Quartal 2026, das zusätzlich durch die bestehende Infrastruktur des Konzerns in Venezuela und mögliche dortige Marktveränderungen gestützt wird.
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