Am 2. März warfen gleich drei Spitzenmanager von Chevron große Aktienpakete auf den Markt – während die Aktie nahe Mehrjahreshochs notiert. CEO Michael Wirth verkaufte Anteile im Wert von über 51 Millionen Dollar und reduzierte seine Position um fast 90 Prozent. Vizechef Mark Nelson stieß sogar 92 Prozent seiner Anteile ab. Was steckt hinter diesem Timing?
Die Verkäufe im Detail
Die SEC-Meldungen zeigen ein ungewöhnlich koordiniertes Bild. CEO Wirth trennte sich von 272.624 Aktien zu durchschnittlich 189,35 Dollar – Erlös: 51,6 Millionen Dollar. In seinem Besitz verblieben nur noch 31.266 Aktien. Vizechef Nelson verkaufte 139.600 Anteile zu 187,92 Dollar und behielt lediglich 11.337 Stück. Auch Präsident Andrew Benjamin Walz reduzierte seinen Bestand um 11.600 Aktien.
Die Verkäufe erfolgten in einer Phase, in der die Chevron-Aktie deutlich zulegte. Geopolitische Spannungen – iranische Angriffe auf Energieinfrastruktur am Golf ließen Brent-Rohöl am 2. März um 13 Prozent auf 82,37 Dollar hochschnellen – trieben den Kurs auf knapp 190 Dollar. Das entspricht einem Plus von 22,5 Prozent seit Jahresbeginn.
Starke Fundamentaldaten, steigendes Geschäft
Hinter den Insider-Verkäufen steht ein operativ robustes Unternehmen. Chevron erwirtschaftete 2025 einen adjustierten Free Cashflow von 20 Milliarden Dollar – ein Anstieg von über 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr, obwohl Ölpreise um fast 15 Prozent fielen. Die Produktion erreichte Rekordniveaus, darunter eine Million Barrel Öläquivalent pro Tag allein im Permian-Becken.
Für 2026 plant das Management ein Produktionswachstum von 7 bis 10 Prozent aus margenstärken Projekten. Ende Februar sicherte sich Chevron exklusive Verhandlungsrechte über Iraks West-Qurna-2-Ölfeld, das 450.000 Barrel täglich fördert und rund 10 Prozent der irakischen Gesamtproduktion ausmacht.
Analysten gespalten, Dividende steigt
Die Einschätzungen der Profis gehen auseinander. Bank of America hob das Kursziel am 2. März von 188 auf 206 Dollar an und rät zum Kauf. Analyst Jean Ann Salisbury argumentiert, der Markt unterschätze sowohl die Cashflows aus verbundenen Unternehmen als auch die Dauerhaftigkeit der geopolitischen Risikoprämie beim Rohöl.
Im Konsens von 24 Analysten überwiegen die positiven Voten (11 Kaufempfehlungen, 5 Outperform), doch das durchschnittliche Kursziel von 185,92 Dollar liegt leicht unter dem aktuellen Niveau. Am 10. März zahlt Chevron eine erhöhte Quartalsdividende von 1,78 Dollar je Aktie – das entspricht einer Jahresrendite von 3,7 Prozent.
Entscheidende Termine im März und April
Die nächsten Wochen könnten richtungsweisend werden. Mitte März erwartet der Markt die Entscheidung der US-Kartellbehörde FTC zur geplanten Hess-Übernahme. Im zweiten Quartal soll das Tengiz-Projekt in Kasachstan die erste Ölförderung aufnehmen. Am 25. April folgen die Quartalszahlen – der erste echte Test, ob die Produktionsziele greifen. Im Juni plant Chevron sein jährliches Strategie-Update, bei dem über beschleunigte Aktienrückkäufe und mögliche Sonderdividenden gesprochen werden dürfte.
Institutionelle Investoren halten weiterhin 72,4 Prozent der Anteile. Warren Buffetts Berkshire Hathaway stockte zuletzt auf und hält nun über 130 Millionen Chevron-Aktien im Wert von fast 20 Milliarden Dollar.
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