Ein massiver Millionenverlust in der Bilanz und dennoch steigende Kurse? Cint AB hat mit dem Jahresbericht 2025 ein Zahlenwerk vorgelegt, das auf den ersten Blick erschreckt, bei genauerem Hinsehen jedoch eine operative Erholung offenbart. Kann das Unternehmen nach der verlustreichen Lucid-Integration nun den nachhaltigen Turnaround schaffen?
Cashflow überzeugt trotz Rekordverlust
Der Fokus der Anleger lag im vierten Quartal deutlich auf der operativen Profitabilität. Trotz eines Umsatzrückgangs von 8,5 Prozent auf 41,5 Millionen Euro lieferte das Unternehmen ein EBITA von 10,8 Millionen Euro ab. Mit einer Marge von 26 Prozent wurden die Analystenerwartungen von 9 Millionen Euro deutlich übertroffen.
Das rein buchhalterische Ergebnis wurde hingegen von einer unbaren Sonderabschreibung in Höhe von 193,2 Millionen Euro auf die frühere Lucid-Übernahme belastet. Dies führte zu einem ausgewiesenen operativen Verlust (EBIT) von 189,1 Millionen Euro. Bereinigt um diesen Einmaleffekt lag das operative Ergebnis bei 4,1 Millionen Euro. Entscheidend für den Markt war die starke Cash-Generierung: Der operative Cashflow stieg im Schlussquartal auf 21,4 Millionen Euro, wodurch das Unternehmen erstmals seit der Akquisition eine Netto-Cash-Position von 7,8 Millionen Euro ausweist.
Strategische Neuausrichtung und Managementwechsel
Das Geschäftsjahr 2025 fungierte für Cint als Übergangsphase. Der Jahresumsatz sank um 9,5 Prozent auf 150,4 Millionen Euro, während die Bruttomarge mit 87,8 Prozent stabil blieb. Parallel zur Bilanzvorlage gab es personelle Veränderungen in der Führungsebene. CFO Niels Boon scheidet aus seinem Amt aus, Jeremy Fletcher übernimmt die Position seit dem 16. Februar interimistisch.
Um die finanzielle Stabilität der Bilanz weiter zu festigen, hat der Verwaltungsrat vorgeschlagen, für das Geschäftsjahr 2025 keine Dividende auszuschütten. Das Unternehmen priorisiert derzeit den weiteren Schuldenabbau und die Sicherung der Liquidität gegenüber Ausschüttungen an die Aktionäre.
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Analysten sehen deutliches Potenzial
Die Marktreaktion auf den Bericht fiel am Freitag mit einer deutlichen Erholungsrallye positiv aus. Der Aktienkurs festigte sich bei 3,428 SEK, da Investoren die Zahlen als Zeichen einer erfolgreichen Stabilisierung interpretieren. Marktbeobachter werten zudem den vollständigen Ausstieg des Investors Nordic Capital als positives Signal, da damit potenzieller Verkaufsdruck durch einen Großaktionär entfällt.
Analysten der SEB stuften den Titel nach den Zahlen auf „Buy“ hoch. Auch das schwedische Wirtschaftsmagazin Affärsvärlden bekräftigte seine Kaufempfehlung und verwies darauf, dass das Unternehmen gemessen am freien Cashflow mit einem Multiplikator von unter vier derzeit attraktiv bewertet sei.
Mit der bilanziellen Bereinigung der Lucid-Übernahme und der Rückkehr in die Netto-Cash-Zone hat Cint die größten Altlasten der vergangenen Jahre adressiert. Im laufenden Geschäftsjahr wird entscheidend sein, ob die hohe operative Marge auch bei einer Stabilisierung der Umsätze gehalten werden kann. Die vorgelegten Cashflow-Zahlen bilden hierfür eine solide Basis.
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