Die Circus-Aktie erreichte Ende Februar ein neues Jahrestief bei 7,00 Euro – weniger als ein Drittel des Wertes vom März 2025. Keine 24 Stunden später griff Verwaltungsratschef Dr. Jan-Christian Heins zu und kaufte eigene Aktien für rund 10.000 Euro zu 7,26 Euro je Stück. Ein Vertrauensbeweis? Oder ein Versuch, den freien Fall zu bremsen?
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 2025 erwirtschaftete das Hamburger KI-Robotik-Unternehmen gerade einmal 0,25 Millionen Euro Umsatz – bei einem Verlust von rund 15 Millionen Euro. Der Titel hat seit Jahresbeginn über 40 Prozent verloren und notiert nun 70 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch.
Ambitionierte Prognose trifft auf harte Realität
Für 2026 stellt Circus Umsätze zwischen 44 und 55 Millionen Euro in Aussicht. Das wäre eine Vervielfachung gegenüber dem Vorjahr – allerdings bei einem erwarteten negativen EBITDA von 6 bis 8 Millionen Euro. Die Gesellschaft verweist auf über 8.000 Vorbestellungen mit einem theoretischen Umsatzpotenzial von mehr als 1,6 Milliarden Euro. Doch Vorbestellungen sind keine verbindlichen Aufträge.
Ob aus Interessensbekundungen tatsächlich zahlungswirksame Verträge werden, hängt maßgeblich von den laufenden Pilotprojekten ab. Parallel prüft das Unternehmen die Aufnahme zusätzlichen Wachstumskapitals – Details zu Umfang oder Zeitpunkt fehlen bislang.
Bundeswehr und REWE als Testfelder
Seit Januar 2026 läuft ein Vertrag mit der Bundeswehr zur autonomen Lebensmittelversorgung in ausgewählten Kasernen. Der KI-Kochroboter CA-1 soll dort unter dem Label „Circus Defence“ zum Einsatz kommen. Parallel testet REWE das System in einer achtmonatigen Pilotphase in Düsseldorfer Filialen. Das kompakte System benötigt sieben Quadratmeter Verkaufsfläche und soll durch KI-gestützte Nachfrageprognose Lebensmittelverschwendung reduzieren.
Ein weiterer Baustein: Ab Sommer 2026 soll der CA-1-Roboter in der Werkskantine von Mercedes-Benz am Standort Sindelfingen in Betrieb gehen – der erste Kunde aus der Automobilindustrie. Das System deckt Dosierung, Kochvorgang, Reinigung und Verpackung ab und verfügt über eine Kapazität von mehr als 500 Gerichten pro Ladung.
Geschäftsmodell mit drei Säulen
Circus setzt auf ein Drei-Säulen-Modell: Die KI-Software CircusAI koordiniert den Prozess von der Inventur bis zur Übergabe, der Küchenroboter CA-1 automatisiert den gesamten Arbeitsablauf, und Culinary Intelligence ermöglicht skalierbare gastronomische Konzepte. Das Betriebssystem CircusOS wird über ein Software-as-a-Service-Modell angeboten, gastronomische Konzepte sind über Lizenzgebühren verfügbar. Der Listenpreis eines Roboters liegt je nach Konfiguration zwischen 150.000 und 250.000 Euro.
Die langfristige Zielsetzung sieht bis 2028 einen Umsatz von einer Milliarde Euro und eine EBIT-Marge von 30 bis 35 Prozent vor – ambitioniert angesichts der aktuellen Ausgangslage.
Was die Pilotphasen liefern müssen
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Technologie im Praxiseinsatz überzeugt. Belastbare Zwischenergebnisse aus den Bundeswehr- und REWE-Pilotphasen dürften den Rahmen dafür setzen, wie realistisch eine Skalierung ist – und zu welchen Konditionen eine mögliche Finanzierungsrunde gestemmt werden kann. Der Insiderkauf von Verwaltungsratschef Heins sendet ein Signal, doch operative Beweise stehen weiter aus.
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