Circus Aktie: Kursziel fällt auf 8,40 Euro
Circus SE senkt Umsatzprognose drastisch von bis zu 55 Mio. auf 5,2 Mio. Euro. Aktie bricht um rund 50 Prozent ein.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzprognose drastisch nach unten korrigiert
- Aktie verliert rund 50 Prozent
- Analyst senkt Kursziel auf 8,40 Euro
- Operative Meilensteine in Ukraine und UAE
Juli 2026 ihre Finanzprognose für das laufende Geschäftsjahr drastisch nach unten korrigiert. Der Berliner Robotik-Spezialist rechnet nun nur noch mit einem Umsatz von 5,2 Millionen Euro – ursprünglich waren 44 bis 55 Millionen Euro avisiert gewesen. Auch beim Ergebnis fällt der Einschnitt heftig aus: Statt eines EBITDA zwischen minus 6 und minus 8 Millionen Euro kalkuliert das Unternehmen nun mit einem Fehlbetrag von rund 17 Millionen Euro. Als Grund nannte Circus SE per Pflichtmitteilung, dass geplante Systemauslieferungen zur Optimierung der Unit Economics ins Jahr 2027 verschoben würden.
Der Markt reagierte unmittelbar und heftig. Medienberichten zufolge brach der Kurs am Tag der Meldung um rund 50 Prozent ein. Am Freitag setzte sich die Talfahrt fort: Die Aktie schloss bei 2,15 Euro, ein Minus von 13,63 Prozent allein an diesem Handelstag. Der 14-Tage-RSI von 14,0 signalisiert eine tief überverkaufte Marktlage, die Marktkapitalisierung ist auf 57,21 Millionen Euro geschrumpft.
Analysten reagieren mit deutlichen Zielabschlägen
Die Prognosekorrektur blieb auch bei der Analystenzunft nicht ohne Folgen. mwb research senkte am 17. Juli 2026 sein Kursziel für Circus SE drastisch von 46,00 Euro auf 8,40 Euro. Trotz des massiven Abschlags stuft das Haus die Aktie weiterhin als „Speculative Buy“ ein – ein Hinweis darauf, dass die Analysten das operative Geschäft trotz der kurzfristigen Verwerfungen noch nicht abschreiben.
Operative Fortschritte kontrastieren mit der Prognosekrise
Parallel zur Gewinnwarnung meldete Circus SE eine Reihe operativer Meilensteine, die im Schatten des Kurssturzes weitgehend untergingen. Nach dem Erhalt einer behördlichen Zertifizierung startete das Unternehmen den nach eigenen Angaben weltweit ersten operativen Einsatz autonomer Verpflegungssysteme in einem aktiven Konfliktgebiet – zur Versorgung der 3. Angriffsbrigade der ukrainischen Bodentruppen im Raum Kiew.
Zudem vereinbarte Circus SE mit der FINEXITY AG die Strukturierung und Platzierung von Kapitalmarktfinanzierungen für den Bereich KI-Robotik mit einem Gesamtvolumen von bis zu 50 Millionen Euro. Eine erste Anleihe im Rahmen dieser Vereinbarung wurde bereits platziert. Anfang Juli hatte das Unternehmen zudem die Übernahme des belgischen Food-Robotik-Anbieters Alberts final abgeschlossen, finanziert über die Ausgabe neuer Aktien mit einer Lock-up-Frist von 30 Monaten. Am 1. Juli 2026 erhielt Circus SE außerdem die regulatorische Zertifizierung für Betrieb und Import autonomer Robotiksysteme in den Vereinigten Arabischen Emiraten und startete den kommerziellen Rollout in Abu Dhabi.
Führungswechsel soll operative Skalierung absichern
Bereits am 6. Juli 2026 hatte Circus SE die Bestellung von Christian Bauer, zuvor bei Volocopter und Daimler tätig, zum neuen Co-CEO und CFO bekanntgegeben. Er folgt auf Fabian Becker und soll die operative Skalierung des Unternehmens unterstützen – eine Aufgabe, die angesichts der nun deutlich verschobenen Auslieferungspläne und der verschärften Ergebnislage an Dringlichkeit gewonnen hat. Die nächsten Quartalszahlen von Circus SE sind für den 2. September 2026 angekündigt und dürften zeigen, ob die operativen Fortschritte in den kommenden Quartalen ausreichen, um das durch die Prognosesenkung erschütterte Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.
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