Circus Aktie: Prognose auf 5,2 Millionen gekappt
Circus SE senkt Umsatzprognose für 2026 massiv von 44 Mio. auf 5,2 Mio. Euro. Der Aktienkurs bricht daraufhin historisch ein.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzerwartung von 44 auf 5,2 Millionen Euro gesenkt
- Erwarteter EBITDA-Verlust steigt auf 17 Millionen Euro
- Aktie verliert zeitweise über 60 Prozent an Wert
- Operativer Betrieb in Ukraine und Expansion in USA gestartet
Statt der ursprünglich in Aussicht gestellten 44,0 bis 55,0 Millionen Euro Umsatz rechnet der Anbieter robotergestützter Verpflegungstechnologie nun nur noch mit 5,2 Millionen Euro. Auch beim operativen Ergebnis muss das Unternehmen deutlich nachjustieren: Statt eines EBITDA zwischen minus 6,0 und minus 8,0 Millionen Euro erwartet Circus jetzt einen Verlust von rund 17,0 Millionen Euro.
Prognosekürzung löst Kurscrash aus
Der Aktienkurs reagierte auf die Mitteilung mit einem historischen Einbruch. Medienberichten zufolge verlor das Papier zeitweise mehr als 60 Prozent an Wert und markierte dabei neue Rekordtiefs im Bereich zwischen 2,00 und 2,60 Euro. Am Freitag schloss die Aktie bei 2,15 Euro, nach einem Tagesverlust von 13,63 Prozent. Auf Sicht von 30 Tagen summiert sich der Kursrutsch auf 65,63 Prozent – ein Ausmaß, das die Marktkapitalisierung des Unternehmens auf zuletzt 57,21 Millionen Euro schrumpfen ließ. Der Relative-Stärke-Index von 14,0 signalisiert eine stark überverkaufte Aktie, was angesichts der fundamentalen Neubewertung durch den Markt wenig überrascht.
Das Unternehmen erläuterte die Strategieänderung in einem eigens einberufenen „Quarterly Operational Update Call Q2 2026“. Im Zentrum stand dabei die Verschiebung von Systemauslieferungen in das Geschäftsjahr 2027 – ein Aufschub, der die kurzfristigen Umsatzerwartungen offenbar erheblich belastet hat.
Operative Fortschritte trotz Krise
Parallel zur Prognosekürzung meldete Circus auch operative Fortschritte. So startete das Unternehmen den Live-Betrieb seiner robotergestützten Verpflegungstechnologie für die 3. Angriffsbrigade der ukrainischen Bodentruppen im Raum Kiew, nachdem der Staatliche Dienst der Ukraine für Lebensmittelsicherheit die notwendige Zertifizierung erteilt hatte.
Bereits Anfang Juli hatte Circus den Vollzug der Übernahme des belgischen Food-Robotik-Unternehmens Alberts vermeldet. Die Technologie soll in die eigene Plattform integriert werden und den Weg für eine Expansion in den US-Markt ebnen. Zudem erhielt das Unternehmen die regulatorische Zulassung für die Vereinigten Arabischen Emirate und begann mit dem kommerziellen Rollout autonomer Systeme in Abu Dhabi. Ende Juni hatte Circus zudem den geprüften Geschäftsbericht für das Fiskaljahr 2025 veröffentlicht.
Anstehende Termine im Blick
Für Anleger rücken nun zwei Termine in den Fokus: Am 20. August 2026 findet die ordentliche Hauptversammlung als virtuelle Veranstaltung statt. Dort dürfte die drastische Prognosekorrektur ein zentrales Thema sein. Im September, konkret am 21. September 2026, nimmt Circus zudem an der 15. Baader Investment Conference in München teil – eine Gelegenheit, institutionellen Investoren die überarbeitete Strategie und die Verschiebung der Systemauslieferungen in das Jahr 2027 näher zu erläutern.
Für die Aktionäre bleibt die Situation angespannt: Die Kombination aus stark gesenkter Umsatzguidance, deutlich höherem erwarteten Verlust und den jüngsten Kursverwerfungen dürfte das Vertrauen in die kurzfristige Wachstumsstory zunächst belasten, auch wenn die operativen Meldungen aus Ukraine, USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten auf eine fortschreitende internationale Expansion hindeuten.
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