Cisco Aktie: Margen bremsen Rekordlaune
Cisco übertrifft Erwartungen, doch die Aktie fällt deutlich. Grund sind Sorgen um Margen und eine KI-Prognose, die Analysten nicht ambitioniert genug ist.

Kurz zusammengefasst
- Kursrutsch trotz starker Quartalszahlen
- KI-Umsatzprognose enttäuscht Analysten
- Margendruck durch Hardware-Anteil befürchtet
- Hohe Erwartungen nach Rally von 170 Prozent
Zwölf Prozent Umsatzwachstum, ein noch stärker gestiegener bereinigter Gewinn je Aktie und eine Prognose, die die Erwartungen der Analysten klar übertrifft – auf dem Papier hat Cisco ein Ausnahmequartal geliefert. An der Börse zählte das am Donnerstag trotzdem nichts. Die Aktie brach vorbörslich um rund sechs Prozent ein, zeitweise auf 116,40 Dollar.
Der Rücksetzer folgt auf eine beeindruckende Rally: Erst am Mittwoch, vor Veröffentlichung der Zahlen, war das Papier zeitweise bis auf 124,45 Dollar geklettert – nur noch ein Stück entfernt vom Rekordhoch bei etwa 130 Dollar aus dem Juni. Seit Jahresbeginn hatte Cisco bereits rund 60 Prozent zugelegt, über zwei Jahre gerechnet mehr als 170 Prozent. Damit gehörte die Aktie zu den stärksten Werten im Nasdaq 100 – ein Umfeld, in dem selbst starke Zahlen hohe Ansprüche wecken.
KI-Wachstum reicht Analysten nicht
Der eigentliche Stein des Anstoßes liegt im Detail der Prognose. Cisco will den Umsatz mit KI-Produkten im laufenden Geschäftsjahr fast verdoppeln – für die meisten Unternehmen wäre das eine Schlagzeile für sich. Angesichts des hohen Auftragsvolumens in diesem Segment hatten sich Experten allerdings noch mehr erhofft.
Hinzu kommt eine Sorge um die Profitabilität: Morgan-Stanley-Analystin Meta Marshall verwies auf den wachsenden Anteil von Hardware-Komponenten am Geschäftsmix, der die Bruttomargen kurzfristig belasten dürfte. Barclays-Analyst Tim Long äußerte sich in eine ähnliche Richtung. Der Nervosität liegt letztlich eine simple Rechnung zugrunde: Gemessen an den Zielen für das laufende Geschäftsjahr wird der KI-bezogene Umsatz gerade einmal gut zehn Prozent des Gesamterlöses ausmachen. Cisco bleibt damit stark vom klassischen Geschäft mit Routern und Switches für Internetanbieter abhängig – einem Bereich, der zwar solide, aber nicht mit der gleichen Fantasie verbunden ist wie das KI-Thema.
Der Kursrutsch lässt sich damit weniger als Zweifel am Unternehmen selbst lesen, sondern eher als Reaktion auf ein sehr hoch gestecktes Erwartungsniveau. Wer nach einer Rally von 170 Prozent in zwei Jahren nicht Bestwerte in jeder Kennzahl liefert, kassiert an der Börse offenbar Gewinnmitnahmen – selbst wenn das Ergebnis in absoluten Zahlen überzeugt.
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