Coca-Cola Aktie: Bester Lauf seit 17 Jahren
Coca-Cola übertrifft mit starken Quartalszahlen die Analystenerwartungen und profitiert von der Fußball-WM sowie Preiserhöhungen.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz und Gewinn übertreffen Prognosen
- Stärkstes Markenwachstum seit 17 Jahren
- Fußball-WM als zentraler Wachstumstreiber
- Jahresausblick leicht nach oben angepasst
Ein Sommer mit Fußball-Weltmeisterschaft und ordentlich Rückenwind bei den Preisen — mehr brauchte Coca-Cola offenbar nicht, um die Wall Street zu überraschen. Der Getränkeriese hat am Dienstag Zahlen vorgelegt, die deutlich über den Erwartungen lagen, und die Aktie schoss im US-Handel um rund sechs Prozent nach oben, nahe an ihr 52-Wochen-Hoch.
Zahlen toppen die Erwartungen
Der Nettoumsatz kletterte im zweiten Quartal um sieben Prozent auf 13,4 Milliarden Dollar — mehr als die von Analysten erwarteten 13,16 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um elf Prozent auf 0,97 Dollar und lag damit deutlich über der Konsensschätzung von 0,93 Dollar. Unter dem Strich wuchs der Gewinn sogar um 16 Prozent auf 1,03 Dollar je Aktie.
Die operative Marge verbesserte sich von 34,1 auf 34,9 Prozent, bereinigt sogar auf 35,6 Prozent. Getragen wurde das Wachstum von einem Volumenplus von fünf Prozent bei der Kernmarke Trademark Coca-Cola — das stärkste Quartalswachstum seit 17 Jahren, die Pandemie-Erholungsphase ausgenommen. Sportgetränk Powerade legte um acht Prozent zu, das relaunchte Mr. Pibb sogar um mehr als 20 Prozent.
Weltmeisterschaft als Wachstumstreiber
Ein zentraler Faktor war die globale Marketingkampagne rund um die Fußball-Weltmeisterschaft, die in mehr als 180 Märkten und über 20 Millionen Verkaufsstellen lief. Das Unternehmen sammelte dabei über 25 Millionen Erstanbieter-Datenpunkte und generierte mehr als 9 Milliarden digitale Kontakte — Material, das laut Management künftige Kampagnen gezielter steuern soll.
Parallel dazu meldete der Konzern Fortschritte bei der Marke Fairlife: Die Produktion ist an allen vier US-Standorten wieder angelaufen, das Werk in Webster baut seine Kapazitäten weiter planmäßig aus. Zusätzlichen Rückenwind lieferte ein neuer Vertrag mit der Hotelkette Marriott, die nach 34 Jahren zu Coca-Cola zurückkehrt — ein Wechsel, bei dem laut Management auch die engere Abstimmung mit Monster Beverage eine Rolle spielte.
Ausblick angehoben, Risiken bleiben
Für das Gesamtjahr rechnet Coca-Cola nun mit einem organischen Umsatzwachstum von rund fünf Prozent, dem oberen Ende der bisherigen Spanne. Beim bereinigten Gewinn je Aktie erwartet der Konzern ein Plus von neun bis zehn Prozent gegenüber den drei Dollar aus 2025, währungsbereinigt sieben bis acht Prozent.
Das Management verwies allerdings auf einen anspruchsvolleren Vergleichszeitraum im dritten Quartal sowie sechs Verkaufstage weniger im vierten Quartal. Zudem bleibt der Konsum in einkommensschwächeren Segmenten in mehreren Regionen unter Druck, während der Steuerstreit mit der US-Finanzbehörde IRS weiter offen ist — eine Entscheidung des Berufungsgerichts wird laut Unternehmensangaben in sechs bis zwölf Monaten erwartet. Bis dahin bleibt der laufende Gewinnschub aus dem WM-Sommer der Maßstab, an dem sich die kommenden Quartale messen lassen müssen.
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