Coeur Mining Aktie: Starke Zahlen
Coeur Mining meldet Rekordgewinn und hohen operativen Cashflow für 2025, treibt Entschuldung voran und blickt auf die geplante New-Gold-Übernahme.

Kurz zusammengefasst
- Starker Umsatz- und Gewinnsprung im Geschäftsjahr
- Hoher operativer Cashflow und sinkende Verschuldung
- Produktionssteigerungen bei Gold und Silber
- Ausblick auf geplante New-Gold-Übernahme
Coeur Mining liefert auf einmal genau das, was Anleger bei Minenwerten sehen wollen: hohe Produktion, Rückenwind durch Edelmetallpreise – und am Ende bleibt viel Cash übrig. Die jüngsten Quartals- und Jahreszahlen zeigen, wie stark der operative Hebel in einem guten Umfeld ist. Doch wie nachhaltig ist dieser Schwung mit Blick auf 2026 und die geplante New-Gold-Übernahme?
Rekordquartal treibt den Jahresabschluss
Laut Ergebnismitteilung vom 18. Februar hat Coeur im vierten Quartal 2025 einen Umsatz von 675 Mio. US-Dollar erzielt. Für das Gesamtjahr kam das Unternehmen auf knapp 2,1 Mrd. US-Dollar – fast eine Verdopplung. Als Treiber nennt das Management Rekord-Produktionsmengen sowie höhere Gold- und Silberpreise.
Unterm Strich fiel das Ergebnis entsprechend kräftig aus: Der GAAP-Nettogewinn aus fortgeführten Aktivitäten lag im Quartal bei 215 Mio. US-Dollar (0,33 US-Dollar je Aktie). Auf bereinigter Basis meldete Coeur ein EBITDA von 425 Mio. US-Dollar, ein bereinigtes Nettoergebnis von 227 Mio. US-Dollar (0,35 US-Dollar je Aktie) sowie 375 Mio. US-Dollar operativen Cashflow.
Auch im Gesamtjahr dreht sich das Bild deutlich ins Positive: Der Nettogewinn stieg auf 586 Mio. US-Dollar, das bereinigte EBITDA kletterte auf über 1 Mrd. US-Dollar. Der Free Cashflow lag 2025 bei 666 Mio. US-Dollar; allein im vierten Quartal waren es 313 Mio. US-Dollar. In der Telefonkonferenz am 19. Februar betonte das Management zudem: Jede Mine im Portfolio habe im Quartal mindestens 50 Mio. US-Dollar Free Cashflow beigesteuert.
Minen liefern – mit einem Haken
CEO Mitchell J. Krebs verwies in der Q4-Konferenz auf deutlich höhere Fördermengen: Die Silberproduktion stieg 2025 um 57% gegenüber dem Vorjahr, Gold um 23%. Dazu kommen konkrete Beiträge aus den einzelnen Standorten:
Las Chispas steuerte seit Abschluss der SilverCrest-Übernahme (Mitte Februar 2025) insgesamt 286 Mio. US-Dollar Free Cashflow bei, davon 79 Mio. US-Dollar im vierten Quartal. Rochester brachte im Schlussquartal 78 Mio. US-Dollar Free Cashflow, unterstützt durch Rekordwerte bei Erzaufbereitung und -platzierung.
Kensington lieferte im vierten Quartal 30.000 Unzen Gold zu den niedrigsten Quartalskosten 2025 (1.533 US-Dollar je Unze) und erzielte einen Rekord-Free-Cashflow von 51 Mio. US-Dollar. Bei Wharf lag die Produktion bei 25.000 Unzen Gold, der Free Cashflow bei 62,3 Mio. US-Dollar – allerdings meldete das Management einen Brand im Bereich des tertiären Brechers. Das führt laut Unternehmen zu einem stärker auf die zweite Jahreshälfte gewichteten Produktionsprofil für 2026.
Bilanz: Entschuldung, Cash – und 2026 als nächste Etappe
Finanziell meldet Coeur einen klaren Fortschritt: Das Ziel, netto eine Cash-Position zu erreichen, sei erfüllt worden. Die Gesamtverschuldung sank laut CFO Thomas S. Whelan im Jahresvergleich um 250 Mio. US-Dollar bzw. 42%. Die Liquidität näherte sich zum Jahresende 1 Mrd. US-Dollar, der Kassenbestand lag bei 554 Mio. US-Dollar.
Parallel lief ein Aktienrückkaufprogramm: 2025 wurden Aktien im Wert von 9,6 Mio. US-Dollar zurückgekauft (aus einem 75-Mio.-US-Dollar-Programm). Der Spielraum war jedoch durch Handelsrestriktionen im Zusammenhang mit der noch ausstehenden New-Gold-Transaktion begrenzt.
Für 2026 (ohne New Gold) stellt Coeur 390.000 bis 460.000 Unzen Gold sowie 18,2 bis 21,3 Mio. Unzen Silber in Aussicht. Das Unternehmen erwartet rund 10% mehr Silber, unter anderem dank eines vollen Jahres Las Chispas und weiterer Hochlaufphase in Rochester. Bei aktuellen Preisen soll Silber etwa 42% des Umsatzes 2026 ausmachen.
Die mögliche New-Gold-Übernahme ist in dieser Prognose noch nicht enthalten. Krebs sagte in der Konferenz, der Abschluss habe „gute Chancen“ bis Ende des ersten Quartals. Für die kombinierte Gruppe stellt Coeur – auf Basis von Konsens-Rohstoffpreisen aus Oktober – rund 3 Mrd. US-Dollar jährliches EBITDA und etwa 2 Mrd. US-Dollar Free Cashflow aus sieben nordamerikanischen Standorten in Aussicht.
Zusätzlich will das Unternehmen 2026 deutlich mehr in Exploration investieren: Geplant sind 120 bis 136 Mio. US-Dollar. Hintergrund: Coeur meldete für 2025 etwa 10% Reservenwachstum und rund 40% Wachstum bei den abgeleiteten Ressourcen; die Lebensdauer der Mine Wharf sei dabei nahezu auf zwölf Jahre gestiegen.
Zum Marktbild passt, dass die Aktie zuletzt weiter fest tendierte: Am Freitag schloss sie bei 20,89 Euro und liegt damit seit Jahresbeginn rund 39% im Plus. Nächster Termin für neue Impulse ist der Auftritt auf der BMO Capital Markets Global Metals, Mining & Critical Minerals Conference am 24. Februar, bei dem CEO Krebs Investoren ein Update geben soll.
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