Coinbase Aktie: Andreessen verkauft Anteile
Andreessen veräußert Coinbase-Aktien nach Handelsplan; zurückgezogene FinCEN-Vorschläge senken den möglichen Compliance-Aufwand.

Kurz zusammengefasst
- Knapp 20.500 Aktien planmäßig verkauft
- Weiterhin gut 1,1 Millionen Aktien gehalten
- FinCEN nimmt zwei Regelvorschläge zurück
- Kursziele reichen von 130 bis 203 Dollar
Marc Andreessen, Verwaltungsratsmitglied bei Coinbase, hat Aktien im Wert von rund 3,9 Millionen Dollar abgegeben. Zeitgleich räumt die US-Finanzaufsicht FinCEN zwei Überwachungsvorhaben ab, die der Kryptobranche lange ein Dorn im Auge waren. Die Nachrichtenlage ist gemischt, die Stimmung am Markt eher freundlich.
Verkäufe nach Plan
Andreessen veräußerte am 1. und 2. Oktober zusammen knapp 20.500 Aktien der Klasse A. Der Preis lag zwischen 186,18 und 198 Dollar je Anteil. Die Verkäufe liefen über einen Handelsplan nach Rule 10b5-1, den er bereits am 5. Juni 2026 aufgesetzt hatte. Es handelt sich also nicht um eine kurzfristige Entscheidung.
Sein Engagement bleibt groß: Über den LAMA Community Trust hält er weiterhin gut 1,1 Millionen Aktien. Die Coinbase-Aktie notiert aktuell bei rund 188 Dollar und liegt damit etwa 50 Prozent unter dem Stand vor einem Jahr. Mit einem Beta von 3,39 schwankt das Papier deutlich stärker als der Gesamtmarkt.
Regulatorischer Rückenwind
FinCEN zog die geplante Regel zu sogenannten Unhosted Wallets zurück, ebenso einen Vorschlag gegen Kryptomixer. Die Wallet-Regel von Dezember 2020 hätte Dokumentationspflichten für Transaktionen mit selbstverwalteten Wallets eingeführt, unter anderem ab 3.000 Dollar. Die Behörde verweist auf den Digital-Asset-Bericht des Weißen Hauses vom Juli 2025. Die Veröffentlichung im Federal Register steht für Dienstag an.
Für Börsen wie Coinbase bedeutet das weniger Compliance-Aufwand. Die Branchenlobby Coin Center warnte allerdings, dass die gesetzliche Grundlage für ähnliche Regeln weiter bestehe.
Analysten bleiben uneins
Das Analystenbild ist gespalten. BofA Securities hob das Kursziel auf 203 von 174 Dollar an und bleibt bei „Buy“. Die Bank begründet das mit höheren Gewinnschätzungen für 2027 und 2028, getrieben von Stablecoin-Erlösen nach der jüngsten Zinserhöhung der US-Notenbank.
Vorsichtiger fallen Mizuho und Baird aus. Mizuho sieht das Ziel bei 155 Dollar, nachdem Coinbase die Gebühren für aktive Händler auf der Advanced-Plattform gesenkt hat. Baird bleibt bei 130 Dollar. Die Experten verweisen auf die neue „Innovation Exemption“ der SEC, die Börsen den Handel mit tokenisierten Aktien erlaubt, und sehen darin einen Vorteil für Coinbase. Das Gesetzgebungsvorhaben CLARITY Act verzögert sich dagegen.
Die Spanne der Ziele reicht damit von 130 bis 203 Dollar. Der aktuelle Kurs liegt klar zwischen den Extremen, was die Unsicherheit über Gebührendruck und Regulierungstempo widerspiegelt.
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