Coinbase Aktie: Armstrong zieht Reißleine

Coinbase-Chef Brian Armstrong entzieht einem wichtigen US-Gesetzesentwurf die Unterstützung, was zur Verschiebung der Abstimmung führt und die regulatorische Ungewissheit verlängert.

Kurz zusammengefasst:
  • Letztminütige Ablehnung eines lang verhandelten Gesetzes
  • Senatsabstimmung wurde sofort verschoben
  • Kritik an geplanten Stablecoin- und DeFi-Regeln
  • Aktie reagiert sensibel auf politische Hängepartie

Coinbase hat in Washington für eine überraschende Wende gesorgt und damit die Hoffnung auf schnelle regulatorische Klarheit vorerst zunichtegemacht. CEO Brian Armstrong entzog einem lange verhandelten Krypto-Gesetz kurzfristig die Unterstützung, was zu einer sofortigen Verschiebung der entscheidenden Abstimmung im Senat führte. Statt Rechtssicherheit herrscht nun wieder Ungewissheit, während das Unternehmen alles auf eine Karte setzt: Lieber kein Gesetz als ein schlechtes.

Blockadehaltung in Washington

Der Kern des Konflikts liegt im Entwurf des „Digital Asset Market CLARITY Act“. Brian Armstrong begründete die Ablehnung am Mittwoch damit, dass der aktuelle Text der Branche mehr schaden als nutzen würde. Seine Kritik konzentriert sich auf vier Hauptpunkte: Ein mögliches Verbot von Zinserträgen auf Stablecoins, Eingriffe in die Privatsphäre bei DeFi-Anwendungen, faktische Verbote für tokenisierte Aktien und eine befürchtete Kompetenzausweitung der strengen US-Börsenaufsicht SEC.

Coinbase

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Diese harte Linie zwang den Bankenausschuss des Senats, die geplante Sitzung abzusagen. Das Manöver ist riskant, da es einen Keil in die Krypto-Branche treibt. Während Coinbase auf Konfrontation geht, signalisierten andere Akteure wie Ripple oder die Risikokapitalgeber von Andreessen Horowitz laut Berichten Bereitschaft, auch einen unperfekten Kompromiss zu akzeptieren, um endlich den rechtlichen Graubereich zu verlassen.

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Diplomatie hinter den Kulissen

Trotz der Blockade bemüht sich Armstrong um Schadensbegrenzung gegenüber der Politik. Am Sonntag dementierte er Berichte über ein Zerwürfnis mit dem Weißen Haus und bezeichnete die laufenden Gespräche als „super konstruktiv“. Die Regierung habe Coinbase aufgefordert, direkt mit Bankenvertretern über die strittigen Stablecoin-Regeln zu verhandeln – ein Hinweis darauf, dass die Tür für eine Einigung noch nicht ganz zugeschlagen ist.

Neben dem politischen Ringen muss sich Coinbase auch operativer Kritik stellen. Nansen-CEO Alex Svanevik bezeichnete jüngste Gebührenerhöhungen auf der Profi-Plattform des Unternehmens als „wahnsinnig“. Da Transaktionsgebühren weiterhin den Großteil des Umsatzes ausmachen, wandert Coinbase auf einem schmalen Grat zwischen Gewinnmaximierung und der Verärgerung seiner aktivsten Nutzer.

Zeitfenster schließt sich

Die Aktie, die am Freitag bei 241,15 US-Dollar schloss, dürfte zum Wochenstart sensibel auf die politische Hängepartie reagieren. Der Druck auf eine Einigung wächst: Mit den näher rückenden Zwischenwahlen 2026 wird das Zeitfenster für komplexe Gesetzesvorhaben immer kleiner. Analysten warnen bereits, dass ohne einen baldigen Durchbruch das gesamte Regelwerk bis nach den Wahlen auf Eis gelegt werden könnte – ein Szenario, das die institutionelle Akzeptanz in den USA weiter verzögern würde.

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