Coinbase Aktie: Neuer Schub?

Coinbase startet Blockchain-Pilotprojekt mit Bermuda und ringt in den USA um klare Krypto-Regeln, während das Unternehmen sein Angebot um Aktienhandel erweitert.

Kurz zusammengefasst:
  • Blockchain-Pilot für Bermudas Wirtschaft mit Circle
  • Lobbyarbeit für US-Regulierung via CLARITY Act
  • Aktienhandel wird schrittweise für Nutzer eingeführt
  • Analysten sehen Aufwärtspotenzial von über 40 Prozent

Coinbase setzt im Kryptobereich ein strategisches Ausrufezeichen: Gemeinsam mit Bermuda startet die Börse ein Pilotprojekt, das die erste vollständig „on-chain“ organisierte Volkswirtschaft der Welt vorbereiten soll. Parallel dazu ringt das Unternehmen in den USA weiter um klare Regulierungsvorgaben – und baut gleichzeitig sein Angebot in Richtung klassischer Aktien aus. Wie passt diese Mischung aus internationaler Expansion, politischer Einflussnahme und strategischer Diversifizierung zusammen?

Partnerschaft mit Bermuda

Coinbase unterstützt zusammen mit dem Stablecoin-Anbieter Circle den Plan Bermudas, große Teile seiner Wirtschaft auf Blockchain-Technologie zu verlagern. Die Kooperation umfasst die Regierung, lokale Banken, Versicherer, kleinere und mittlere Unternehmen sowie Privatkunden.

Coinbase

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Konkret vorgesehen sind unter anderem:

  • Stablecoin-basierte Zahlungspiloten für Behörden
  • Tokenisierungs-Werkzeuge für Finanzinstitute
  • Landesweite Bildungsprogramme zu digitaler Finanzkompetenz
  • Technische Unterstützung für Unternehmen und Einwohner beim Einstieg

CEO Brian Armstrong sieht das Projekt als Beispiel dafür, was möglich ist, wenn klare Regeln und Kooperation zwischen Staat und Privatwirtschaft zusammenkommen.

Regulierung: Armstrong in Davos

Die Bermuda-Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender regulatorischer Unsicherheit in den USA. Armstrong nutzt das Weltwirtschaftsforum in Davos, um mit Bankvertretern über die Strukturreform des US-Kryptomarkts zu sprechen. Im Zentrum steht der Gesetzentwurf „CLARITY Act“.

Streit um den CLARITY Act

Erst vor wenigen Tagen hatte Coinbase seine Unterstützung für den CLARITY Act kurz vor einer geplanten Abstimmung im Senatsausschuss zurückgezogen. Ausschlaggebend waren Passagen, die Auswirkungen auf das Stablecoin-Bonusprogramm des Unternehmens gehabt hätten.

Die Folge: Die Behandlung des Gesetzes wurde auf unbestimmte Zeit verschoben – ein Hinweis auf das politische Gewicht, das Coinbase inzwischen in Washington besitzt. Armstrong hat sich seitdem kompromissbereiter gezeigt und signalisiert Bereitschaft, an Überarbeitungen mitzuwirken.

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Bewertung und Kennzahlen

An der Börse wird Coinbase derzeit mit rund 65 Milliarden US-Dollar bewertet. Der Aktienkurs liegt bei 241,15 US-Dollar. Wichtige Kennzahlen:

  • Kurs-Gewinn-Verhältnis (TTM): 20,87
  • Gewinn je Aktie (TTM): 11,56 US-Dollar
  • Bruttomarge (TTM): 85,42 %
  • Umsatz (TTM): 7,67 Milliarden US-Dollar
  • 52-Wochen-Spanne: 142,58 bis 444,65 US-Dollar

Die Aktie notiert etwa 46 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Das spiegelt die Schwankungen am Kryptomarkt und die Unsicherheit über die künftige Regulierung wider.

Analysten uneins

Die Einschätzungen der Analysten fallen unterschiedlich aus. Bank of America hat Coinbase zuletzt auf „Buy“ hochgestuft und verweist auf Chancen trotz der kurzfristigen Volatilität am Kryptomarkt.

Piper Sandler bleibt hingegen bei einer neutralen Einstufung und hat am 14. Januar das Kursziel von 350 auf 270 US-Dollar gesenkt.

Der durchschnittliche 12-Monats-Konsens der Kursziele liegt bei 341,56 US-Dollar. Ausgehend vom aktuellen Kurs ergibt sich damit ein theoretisches Aufwärtspotenzial von rund 42 %.

Schritt in den Aktienhandel

Parallel zur Kryptostrategie arbeitet Coinbase daran, sich als umfassende Handelsplattform zu positionieren. Über eine Kooperation mit Apex Fintech Solutions bietet das Unternehmen ausgewählten Nutzern bereits den Handel mit klassischen Aktien an. In den kommenden Wochen soll dieses Angebot schrittweise ausgeweitet werden.

Armstrong ordnet diesen Schritt in eine größere Strategie ein: Coinbase soll eine Brücke zwischen traditionellem Finanzsystem und Blockchain-Technologie schlagen. Gleichzeitig ist der Wettbewerb im Aktienhandel mit Anbietern wie Robinhood und Charles Schwab intensiv, was die Umsetzung dieser Pläne anspruchsvoll macht.

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