Commerzbank: 0,485 UniCredit-Aktien je Anteil
Die italienische UniCredit bereitet ein offizielles Übernahmeangebot für die Commerzbank vor. Das Frankfurter Institut stemmt sich gegen die Pläne.

Kurz zusammengefasst
- Offizielles Angebot für Mai angekündigt
- Aktientausch als Übernahmemethode
- Commerzbank wehrt sich gegen Deal
- Politik und Aufsicht als Hürden
Andrea Orcel macht Ernst. Der Chef der italienischen UniCredit treibt die feindliche Übernahme der Commerzbank unerbittlich voran. Am 5. Mai will er das offizielle Angebot vorlegen. Die Frankfurter wehren sich vehement gegen den Vorstoß und pochen auf ihre Eigenständigkeit.
Das Angebot sieht einen Aktientausch vor. Für jede Commerzbank-Aktie bietet UniCredit knapp eine halbe eigene Aktie. Bei der Ankündigung im März entsprach das einer Bewertung von rund 35 Milliarden Euro.
Mittlerweile ist die Commerzbank an der Börse deutlich mehr wert. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 40 Milliarden Euro. Orcel hält sich daher eine Nachbesserung offen, falls es zu einem Kompromiss kommt. Zuvor müssen die UniCredit-Aktionäre am 4. Mai auf einer außerordentlichen Hauptversammlung die nötige Kapitalerhöhung absegnen.
Frankfurter Abwehrkampf
Die Commerzbank lehnt den Zusammenschluss strikt ab. Das Management kritisiert fehlende Details zu Umsetzungskosten und einen unklaren Fahrplan. Als Gegenmaßnahme will der Vorstand am 8. Mai mit den Quartalszahlen die Finanzziele anheben und ein Strategie-Update präsentieren.
Die Börse preist den Übernahmekampf bereits ein. Die Commerzbank-Aktie schloss am Freitag bei 35,23 Euro und verzeichnete auf Wochensicht ein Plus von fast vier Prozent. Der RSI-Wert von 82 signalisiert dabei eine stark überkaufte Marktsituation, angetrieben von der Übernahmefantasie.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Commerzbank?
Hürden in Berlin und bei der Aufsicht
Für beide Seiten steht viel auf dem Spiel. Orcel kalkuliert bei einer Übernahme mit dem Wegfall von Tausenden Vollzeitstellen in Deutschland. Das ruft die Politik auf den Plan. Der Bund hält ein massives Aktienpaket an der Commerzbank und lehnt die Pläne ab. Die Europäische Zentralbank signalisiert indes Unterstützung für eine grenzüberschreitende Konsolidierung im Bankensektor.
Auch für UniCredit birgt der Deal erhebliche Risiken. Die Ratingagentur Scope warnt vor spürbaren Folgen für die harte Kernkapitalquote. Bei einer vollständigen Übernahme sinkt diese voraussichtlich um 200 Basispunkte. Sichert sich UniCredit nur eine knappe Mehrheit, steigt die Belastung auf 280 Basispunkte.
Der Erfolg der Offerte hängt nun an den institutionellen Investoren, die gut ein Drittel der Anteile kontrollieren. Die geplante Annahmefrist läuft zunächst über vier Wochen. Fällt das Votum im Juni oder Juli positiv aus, beginnen die langwierigen regulatorischen Prüfungen. Ein endgültiger Abschluss der Transaktion wird frühestens für das Jahr 2027 erwartet.
Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 2. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 2. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...