Commerzbank Aktie: 0,05 Prozent Privatanleger bei UniCredit-Angebot
Betriebsrat zeigt UniCredit wegen künstlich aufgeblähter Annahmequote an. BaFin prüft Vorwürfe im Übernahmekampf.

Kurz zusammengefasst
- Gesamtbetriebsrat stellt Strafanzeige
- Vorwurf: Künstlich aufgeblähte Annahmequote
- Privatanleger ignorieren UniCredit-Angebot
- BaFin untersucht Übernahmevorwürfe
Im Übernahmekampf um die Commerzbank fliegen kurz vor Fristende die Fetzen. Der Gesamtbetriebsrat zieht gegen die italienische UniCredit vor Gericht. Der Vorwurf: Marktmanipulation.
Künstlich aufgeblähte Annahmequote
Der Betriebsrat stellte am Wochenende Strafanzeige. Die Arbeitnehmervertreter werfen UniCredit vor, den Erfolg der Offerte künstlich aufzublähen. Dies verletzt laut Anzeige das Wertpapierhandelsgesetz. Die Italiener meldeten zuletzt einen Anteil von knapp 38 Prozent.
Interne Auswertungen stützen den Verdacht der Arbeitnehmer. Während die angedienten Papiere fast ausschließlich von Investmentbanken wie Nomura oder Citi stammen, ignorieren unabhängige Privatanleger das Angebot weitgehend. Ihre Beteiligungsquote liegt bei mageren 0,05 Prozent.
Angebot unter Marktwert
Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Bewertung der Offerte. UniCredit bietet 0,485 eigene Aktien für ein Commerzbank-Papier. Dieser Tauschwert liegt rund 1,50 Euro unter dem aktuellen Börsenkurs der Frankfurter. Das Commerzbank-Management lehnt die Offerte daher als unzureichend ab.
Die Commerzbank-Aktie beendete den Freitagshandel im Plus bei 36,76 Euro. Damit notiert das Papier weiterhin nah an seinem Jahreshoch. Der langfristige Aufwärtstrend bleibt intakt. Die Aktie handelt gut acht Prozent über ihrer 200-Tage-Linie.
BaFin prüft die Vorwürfe
Am Dienstag, den 16. Juni, endet offiziell die Annahmefrist. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin schaltete sich bereits ein. Sie prüft den Aufbau der Anteile und die Vorwürfe des Betriebsrats. UniCredit weist die Anschuldigungen entschieden zurück.
Ohne eine nennenswerte Beteiligung unabhängiger Investoren gerät die Übernahme ins Stocken. Regulatorische Vorgaben erlauben eine Fristverlängerung bis zum 3. Juli. Sollte die Aufsichtsbehörde eingreifen, muss UniCredit ihre Strategie grundlegend überdenken.
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